Eine kurze Einführung in die digitale Photographie

Was ist was? Wann brauche ich das?

Mit diesem Beitrag möchte ich vor allem Anfängern in der Photographie eine kurze Hilfestellung geben. Ich möchte aufzeigen, welche Kameratypen es gibt und die häufigsten Begriffe kurz erklären.
Der Artikel legt keinen Wert auf Vollständigkeit oder wissenschaftliche oder fachliche Genauigkeit. Es geht um einen kurzen Aufriß, der alles einmal anschneidet.

Der geneigte Photo-Amateur steht heute vor einer schier unlösbaren Frage, wenn er sich mit der Photographie beschäftigen will, denn der Einstieg wird einem durch immer neue Modelle, Klassen und Formate unglaublich erschwert.

Ich selbst habe vor ca. 9 Jahren damit begonnen und habe ganz klein angefangen. Als Kind habe ich schon einmal einige wenige Erfahrungen sammeln können mit einer analogen Minolta Kleinbildkamera, sowie später mit einer analogen Minolta Spiegelreflex (der legendären X-700 MPS). Lange habe ich mich nicht mehr dafür interessiert, bis die Digitalphotographie durch ihre leichte Handhabung in mir die Neugier wieder entfachte.
Ich habe mir dann eine Pocketkamera gekauft (Canon Digital IXUS 30 mit satten 3 Megapixel). Damit hat alles wieder angefangen. Ich wollte günstig einsteigen und möglichst schnell „drauflos knipsen“. Das war ideal, hatte ich doch die finanziellen Mittel nicht, mir eine andere, größere, bessere Kamera zuzulegen. So hatte ich die Knipse immer dabei, schoß zehntausende Photos und konnte üben, mein Auge schulen, mich in Ruhe einlesen und informieren.

Nach einiger Zeit (so ca. 2 Jahre) bin ich auf eine digitale Spiegelreflexkamera umgestiegen, weil mir die Möglichkeiten aller anderen Formate zu restriktiv waren. Fortan ging ich mit einer Canon EOS 400D auf Touren. Anfangs nur mit dem 18-55 mm Kit-Objektiv ausgestattet, später noch mit einem Tamron 70-300 mm Telezoom. Das Hobby ist teuer und die beste Wahre noch immer unerschwinglich.

Zwischendrin habe ich die Kamera aus Unachtsamkeit zerstört… und so mußte ich kurzfristig in eine Superzoom, Canon SX50 HS, investieren, um überhaupt meinem Hobby noch nachgehen zu können. Eine Investition in eine neue Einsteiger-DSLR kam nicht mehr infrage.
Ich habe also selbst schon einige Kameramodelle selbst besessen, und auch bei Freunden weitere (z.B. Systemkamera von Sony) bedient und ausprobiert.
Mittlerweile bin ich bei Sony gelandet und arbeite mit einer Sony A99V Vollformatkamera und nutze ein Tamron Standard-Zoom (SP 24-70mm Di USD) und ein gebrauchtes Minolta „Ofenrohr“ (AF 70-210mm f4).

Daneben habe ich mich intensiv mit der sog. iPhoneography beschäftig, die für mich inzw. die Knipserei mit der Pocketcam komplett ersetzt hat. Was Apple da mit dem iPhone 4/5 abgeliefert hat, ist schon beachtlich. Die vielen, teilweise genialen Apps mit automatischer Bildbearbeitung eröffnen eine Unendlichkeit an Kreativität.

Als Grundregel für sämtliche Modelle und angehende Hobbyphotographen gilt i. Ü.: Nicht die Kamera macht das Bild, sondern der Photograph.
Soll heißen: wer keine Ahnung von Bildaufbau, Komposition, Wahl der richtigen Einstellungen etc. hat, der kann auch mit einer ultrateuren Kombination aus professioneller Kamera + Objektiv nur Dreck produzieren.

Ich selbst möchte mich hier in Bescheidenheit üben. Ich spreche mir zu, ein gewisses Talent zu besitzen, was Aufbau und Motiv anbelangt, habe aber selbst noch Schwächen bei der perfekten Bedienung und vollen Ausnutzung der Möglichkeiten. Ich strebe nach mehr und will mich und mein Equipment sukzessive verbessern. Und genau das ist auch der Spaß dabei: sehen, welche Entwicklung man selbst durchlebt und was man mit der Zeit zustande bringt.
Aber kommen wir nun zur Unterscheidung der einzelnen Kamerasysteme. Welche sind hier am häufigsten?

Es gib im Wesentlichen:
– Pocketkamera
– Superzoom / Bridgekamera
– Systemkamera
– Digitale Spiegelreflex / DSLR

Es gibt noch weitere, die aber für den Amateur-/Hobbyanwender erst einmal uninteressant sein dürften (bspw. Mittelformat).

Bevor ich nun ins Detail gehe, sei noch auf eine weitere wichtige Grundregel hingewiesen:
Mehr Megapixel bedeuten nicht, daß die Bildqualität auch besser wird! Das Gegenteil kann der Fall sein.
Es gibt verschiedene Sensorgrößen, wie bspw. Vollformat oder APS-C. Bei gleicher Pixelanzahl (z.B. 18 Megapixel) haben diese auf einem APS-C weniger Platz, als auf einem Vollformatsensor. Das kann zu höherem Bildrauschen oder auch anderen Bildfehlern führen. Hier ist manchmal weniger mehr. Die Megapixel geben nur an, wie groß das Bild letztlich in seinen Abmessungen als Datei sein wird (3000 x 2000 Pixel), aber nicht wie gut es wird. Darüber entscheidet alleine der bildverarbeitende Chip und die restliche Hardware, vor allem die Linse vorne drauf. Mehr Pixel auf weniger Raum -> schlechteres Ergebnis.
Nikon ist einer der Hersteller, der früher eher auf weniger Pixel, aber eine höhere Bildqualität setzt. Canon nimmt lieber mehr Megapixel aus Marketinggründen, hat aber auch wirklich hervorragende Chips. Viele Hersteller, auch Sony, bieten verschiedene Versionen für diverse Einsatzgebiete an. Nikon bspw. setzt beim Flaggschiff, der D4/s lieber auf wenig Pixel, dafür aber große Fähigkeiten beim Arbeiten unter Bedingungen mit wenig Licht. Gut sichtbar werden die Unterschiede auch bei Sonys neuen Kameras Alpha 7, Alpha 7r und Alpha 7s. Je nach Bedürfnis kann mans ich hier die passende Kamera auswählen: Bildqualität, Low Light, Geschwindigkeit, Bildgröße…

Welche Hersteller taugen was?

Spiegelreflex:
– Canon
– Nikon
– Sony
– Pentax
– Olympus

Superzoom / Bridge / Pocket:
– Canon
– Nikon
– Sony
– Panasonic
– Samsung
– Casio
– Fujifilm

Systemkamera:
– Sony
– Leica
– Fujifilm
– Olympus

Pocketkamera:

Die Pocketcam ist die heutige digitale Version der Kleinbildkamera aus der analogen Zeit. Man hat sie immer dabei, sofern das Handy nicht schon genug Funktionen mitbringt.
Diese Kamera hat in etwa die Abmessungen einer Handfläche oder weniger, oft gerade mal so groß wie eine Zigarettenschachtel. Sie besitzt ein integriertes Zoomobjektiv, das sich nicht austauschen läßt. Photographiert wird rein digital, ohne einen sog. Spiegel. Auf der Rückseite befindet sich ein Bildschirm zur Vorschau. Die Einstellungsmöglichkeiten sind hier idR sehr begrenzt, in seltenen Fällen können Langzeitbelichtungen möglich sein. Der Zoomfaktor ist durch die Baugröße beschränkt, die Bildqualität ebenfalls. Ein durchaus beeindruckender 8-facher optischer Zoom und Sensorgrößen von 16 Megapixel und mehr sind derzeit Standard.
Hier haben sich vor allem Modelle von Canon, Sony, Casio, Nikon bewährt.
Preislich bewegen wir uns hier idR im Bereich 100 bis 200 Euro.

Superzoom / Bridgekamera:

Wie der Name schon sagt, stellt dieser Kameratyp eine Brücke dar von der Pocketcamera zur Spiegelreflex/Systemkamera.
Diese Kameras haben ein fest eingebautes Objektiv mit einem enormen Brennweitenbereich. Der Spitzenreiter in puncto Brennweite ist hier derzeit die Canon SX50 HS, die (kleinbildäquivalent) einen Zoom von 24 bis 1.200 mm vorweisen kann. Das ist ein 50-facher Zoom und in der Tat beeindruckend. Freilich ist eine solche Kamera nicht besonders lichtstark und man muß bauartbedingt Einschränkungen bei der Bildqualität hinnehmen. Die kompakte, leichte Bauweise haben diese Kameras aber zu sehr beliebten Einsteiger- und Urlaubskameras gemacht.
Ich habe damit schon bildschirmfüllende Aufnahmen des Mondes gemacht… dafür hat man früher oft noch ein Spiegelteleobjektiv benötigt.
In puncto Bildqualität haben in diesem Segment die Kameras von Panasonic (Lumix) den besten Ruf. Insgesamt rühmen sich Bridgekameras auch mit dem Ruf, gute bis sehr gute Videofunktionen zu besitzen. An meiner SX50 gefällt mir diese in der Tat. Vor allem aber gefällt mir, daß ich auch Bilder direkt im Format 16:9 aufnehmen kann, was sich für die Präsentation auf TV-Geräten als sehr praktisch erweist. Für den Druck hingegen eher weniger. Hier muß man Sonderformate drucken und auch Sonderformate beim Bilderrahmen kaufen, was ziemlich teuer sein kann.
In diesem Segment sind vor allem drei Unternehmen besonders stark: Panasonic, Sony, Canon
Die Preise reichen hier ca. von 200 bis 400 Euro.

Spiegelreflexkamera:

Die Spiegelreflex oder DSLR bildet momentan noch die Speerspitze der Photographie. Die größten Vorteile sind (neben anderen) die austauschbaren Optiken und die optischen Sucher.
Auch hier gibt es Einsteigermodelle, Amateurmodelle, Semi-Profikameras und Profimodelle. Spiegelreflexkameras zeichnen sich idR durch die höchste Flexibilität aus, was Optik und Einstellungsmöglichkeiten angeht. Belichtungszeiten von einigen Stunden bspw. findet man eig nur hier.
Besonders empfehlenswert sind hier die Modelle von: Canon, Nikon, Sony, Pentax und Olympus. Wer jetzt übrigens nach dem Namen Minolta sucht: diese wurden vor einigen Jahren von Sony aufgekauft, was bedeutet, daß man Minolta-Objektive nach wie vor an Sony-Kameras nutzen kann. Die Größe dieser Kameras wird durch den sog. Spiegelkasten bestimmt, in dem der namengebende Spiegel sitzt, der das durch die Linse eindringende Licht reflektiert und für Sucher und Sensor weitergibt.
Viele ambitionierte Amateure, sowie Semi-Profis und professionelle Photographen setzen nach wie vor fast ausschließlich auf Spiegelreflexmodelle.
DSLR-Kameras kosten idR zwischen 300 und 6.000 Euro. Die Objektive kosten extra… zwischen 100 und 20.000 Euro. Es werden auch Kits mit Kamera + Objektiv verkauft.

Systemkamera:

Um ehrlich zu sein… wenn es die Hersteller richtig anpacken, kann dieser Sparte die Zukunft gehören. Warum?
Die Systemkamera bietet viele Vorteile der Spiegelreflex und vereint diese mit den Vorteilen der Superzoom.
Die Bauweise ist klein (mir persönlich noch deutlich zu klein, auch wenn mich die neuen Sonys der 7er-Reihe extrem reizen) und man kann die Linsen tauschen. Leider sehe ich jedoch in der Haptik und Handhabung derzeit noch die größte Hürde in der Anwendung für ambitionierte Photographen. Die Hersteller verzichten idR auf ein anständiges Moduswahlrad und weiterer Knöpfe zugunsten einer extrem kompakten Bauweise. Auch hier geht Sony den intelligentesten Weg derzeit.
Mir wäre es lieber, die Bauweise zu vergrößern, damit man auch „was in der Hand“ hat, auch wenn die Cam dann wieder schwerer wird. Man kann den zusätzlichen Platz nutzen für große Displays, integrierte Adapter für DSLR-Linsen und möglichst viele Knöpfe für den Direktzugriff auf bestimmte Kamerafunktionen, ohne diese in irgendwelchen Softwaremenüs verstecken zu müssen, was derzeit leider der Fall ist, auch bei Bridgekameras.
Ich wäre bereit, mehr Geld auszugeben für eine sinnvolle Nutzung. So aber schnalle ich quasi eine Pocketkamera hinter ein Riesenobjektiv… das sieht nicht nur saublöd aus, sondern ist auch so gut wie kaum bedienbar ohne zusätzliche Hilfen. Noch. Wie gesagt: die Sonys reizen mich…
Für Einsteiger eignen sich diese Kameras dennoch, liefern sie doch eine durchaus gute Bildqualität und passen in jede Tasche oder sogar Jackentasche, sofern man es anfangs bei kleinen Objektiven beläßt.
Empfehlenswert sind hier die Modelle von Sony, Fujifilm und Olympus, da es hier die meisten Linsen gibt, nötigenfalls über einen Adapter (Thema Auflagemaß). Preislich bewegen wir uns hier im Bereich 300 bis 400 Euro für Einsteigermodelle, 700/800 Euro für Semiprofikameras, 1.500 bis 3.000 Euro für Profimodelle. Die Leicas sind unsinnig teuer (5.000 Euro). Die Linsen kosten extra, von Kits einmal abgesehen.

Welche Kamera soll ich nun als totaler Anfänger nutzen?

Kurz und knapp: Die Superzoom.
Die Bridgekamera ist einfach die eierlegende Wollmichsau. Hier kann man für relativ wenig Geld schon sehr viel machen: Landschaften abbilden, Makros anfertigen, Porträts, Videos machen…
Man kommt nicht in Versuchung, ein Heidengeld für Linsen auszugeben oder andersrum von den eingeschränkten Möglichkeiten einer Pocketcam enttäuscht zu sein. Wer mit der Photographie beginnen will, ohne arm zu werden und prüfen will, wie weit er kommt und wie viel Spaß es überhaupt macht, liegt mit der Superzoomkamera als Allrounder genau richtig.
Alternativ: Sonys NEX-/Alpha-Modelle (NEX 3n etc, Alpha 5000).

Aber: das soll jetzt nicht heißen, daß man sich als Anfänger keine teure Profikamera kaufen soll/darf. Warum nicht, wenn es einem Spaß macht? Ich halte es hier ähnlich wie mit einem Gitarrenschüler: auf Dreck kann man nicht lernen. Aber: nicht alles, was sündhaft teuer ist, ist gut; und nicht alles, was preiswert ist muß Müll sein.

Was bedeuten Weitwinkel, Tele und Zoom?

Die o. g. Begriffe beziehen sich immer auf die Kameraobjektive.
Weitwinkel bedeutet, daß man einen möglichst großen Bereich, auch den außerhalb des menschlichen Sichtfeldes mit der Kamera einfangen kann. Man benutzt ein WW-Objektiv bspw. in der Landschaftsphotographie. Weitwinkel sind idR in einem Brennweitenbereich von 18 bis 38 mm, darunter spricht man eher von Fisheye (Ultraweitwinkel), darüber von Standard (50mm) und Tele ab 70/85mm.
Ein Teleobjektiv ist dann das Gegenteil zum Weitwinkel. Es holt entfernte Motive nah ran, hat dafür aber einen nur engen Bildausschnitt. Solche Linsen verwendet man vor allem auch in der Tierphotographie und für Porträts.
Zwischen den beiden liegt das sog. Normalobjektiv mit 50 mm, das in etwa den Blickwinkel des menschliches Sichtfeldes bietet.
Weiterhin wird dann noch zwischen Festbrennweiten und Zoomobjektiven unterschieden.
Eine Festbrennweite bietet nur eine einzige, nicht veränderbare Brennweiteneinstellung. Also z. B. nur 18 mm, nur 50 mm, nur 70 mm oder nur 400 mm usw., bietet aber die bestmögliche Lichtstärke durch eine große Blendenöffnung (oft f1,4 oder f1,8).
Ein Zoom kann mehrere Brennweitenbereiche abdecken. Man unterscheidet hier folglich auch in Weitwinkel-Zoom, Telezoom und Superzoom. WW-Zoom reichen idR von Weitwinkel bis Normal, Telezooms dann bspw. von 70 bis 400 mm, ein Superzoom deckt dann Weitwinkel und Tele ab (z. B. Canon EF 28-300 L mm).
Bei digitalen Kameras wird oft aus Marketinggründen noch neben dem optischen der digitale Zoom aufgeführt. Dieser ist bitte komplett zu ignorieren, weil – auf gut Deutsch – beschissen.

Was ist ein Bajonett?

Als Bajonett bezeichnet man den hersteller-spezifischen Anschluß eines Objektivs an eine DSLR oder Systemkamera. Man kann also z.B. keine Nikon-Linsen an Canon-Kameras anschließen.
Das Bajonett ist also das Gewinde.
Man beachte demnach: wer sich für eine bestimme Marke entscheidet, fällt damit idR eine Entscheidung für’s Leben.
Anders bei Systemkameras, hier gibt es idR Adapter. Das ist aber ein recht umfassendes Thema.

Was ist die Lichtstärke?

Als Lichtstärke bezeichnet man den Wert, wieviel Licht ein Objektiv hindurch läßt. Je kleiner die Zahl, desto besser.

Was ist die Blende?

Als Blende bezeichnet man die Öffnung der Kamera, also quasi die Iris zwischen Linse und Sensor. Die Größe und damit die Öffnung der Blende wird mit dem Bustaben f angegeben, also zB f9. Dabei gilt: je größer die Zahl, desto kleiner die Öffnung der Blende. Also: f4 = offen (viel Licht dringt ein), f22 = geschlossen (wenig Licht dringt ein); mit der geschlossenen Blende und einer Langzeitbelichtung wird übrigens der „Sterneffekt“ von Lichtern und Lampen erreicht. Man kann das ganz einfach mit den eigenen Augen nachstellen. Einfach nachts neben die Straße stellen und eine Laterne anvisieren. Dann die Augen langsam zusammenkneifen… die Sternstrahlen entstehen.
Viele Objektive erreichen ihren optimalen Schärfegrad bei f8 bis f11. Hier hat man oft auch eine sehr gute Tiefenschärfe (zB alle Bereiche einer Landschaft scharf); offene Blenden nimmt man bevorzugt bei Portraits, wenn man das Objekt/Motiv im Vordergrund „freistellen“ möchte. D.h.: Vordergrund scharf, Hintergrund unscharf.

Ich kann dieser Stelle jetzt nicht en detail auf das Zustammenspiel von Blende, Lichtstärke, Brennweite etc pp eingehen, das würde den Rahmen sprengen… hab ich jetzt keine Lust dazu 😉

Was bedeutet ISO?

Der ISO-Faktor bezeichnet die Lichtempfindlichkeit und ist ein Relikt aus der analogen Photographie. Dort stand auf dem jeweiligen Film, wie empfindlich er für die Belichtung war. Bei guten Lichtverhältnissen kann man mit kleinen ISO-Zahlen operieren (50, 80, 100, 200); je schlechter die Lichtverhältnisse sind, desto höher muß man den ISO-Wert an der Kamera einstellen, sofern man nicht mit Blitz arbeiten möchte. Moderne Kameras erreichen extrem hohe ISO-Werte jenseits der 12.000 und sogar 400.000, allerdings ist dann das Bildrauschen auch sehr stark.

Was bedeutet Kleinbild?

Diese Bezeichnung bezieht sich auf das analoge Bildformat von Kleinbildkameras, das sog. Vollformat mit einer Bildabmessung von ca. 36 x 24 mm.
Daneben gibt es noch (am häufigsten): APS-C 22,2 x 14,8 mm, Four-Thirds (4:3) 14,3 x 13,0 mm, Mittelformat 48 x 36 mm.
Die angegebenen Formate beziehen sich auf die Größe des Sensors. Es kann durchaus verwirrend sein, daß das Vollformat kleiner ist, als das Mittelformat. Bei Nikon unterscheidet man DX und FX. Wichtig zu wissen ist, daß bei Superzooms oft nur ein kleiner 1″-Sensor zum Einsatz kommt, der eine Tiefenunschärfe oft kaum zuläßt (Freistellen).

Was ist der Crop-Faktor?

Als Crop-Factor bezeichnet man die Brennweitenverlängerung in Bezug auf das Kleinbildformat. Das passiert z.B. bei APS-C-Kameras. Schließt man hier ein Kleinbildobjektiv an (das heißt nur so, kann aber auch riesig sein), verlängert sich dessen Brennweite um einen bestimmten Faktor (z. B. 1,6). Nehme ich also bspw. eine 400 mm Festbrennweite, die vorgesehen ist für das Kleinbild/Vollformat, wird daraus an einer APS-C-Kamera ein 640 mm-Objektiv, sofern der Cropfaktor 1,6 beträgt. Es bleibt ein 400 mm-Objektiv, bildet aber an einem kleineren Sensor eine engere Fläche ab. Deshalb ist „Brennweitenverlängerung“ eig falsch…, denn die Brennweite der Linse ändert sich nicht, diese ist durch die Bauart vorgegeben. Zum besseren Verständnis empfehle ich hier den sehr guten Artikel bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Formatfaktor
„Croppen“ beudetet „beschneiden“.
Ähnliches gilt umgekehrt auch für den Einsatz eines APS-C-Objektivs an einer Vollformatkamera.

Was bedeutet HDR?

HDR steht für High Dynamic Range, was soviel bedeutet wie Hoher Dynamikumfang. Bezeichnet wird dadurch eine Aufnahme, bei der eine Belichtungsreihe angefertigt wird (idR mindestens 3 Bilder desselben Motivs) und am Ende diese drei Aufnahmen zusammengefügt werden, um eine gleichmäßige Abbildung aller dunklen und hellen Bereiche eines Motivs abbilden zu können. Man möchte damit erreichen, keine über- und unterbelichteten Bereiche im fertigen Bild zu haben und einen höheren Umfang an Dynamik, ggf Kontrast etc.

Was ist RAW?

Ein RAW ist eine sog. Rohdatei. Das heißt, es handelt sich um die noch unbearbeiteten und unkomprimierten Rohbilddaten der Kamera. Viele Kameras können gleichzeitig ein RAW und ein JPEG aufnehmen und auf der Speicherkarte in der Kamera ablegen.
Manche photographieren gerne so. Manche Motive genügen einem komprimiert in JPEG-Form, andere möchte man gerne aus der RAW heraus entwickeln, dabei aber vielleicht einen Sofortabzug (unbearbeitet) als JPEG per eMail versenden.
Ich? I only shoot RAW 😉

Was sind Filter?

Filter sind Aufsätze für Objektive, die ggf. bestimmte Effekte zur Verfügung stellen. Die häufigsten sind UV-, ND-/Grau- und Polarfilter.

Welche Bildbearbeitungs- und Bildverwaltungsprogramme gibt es?

Unzählige.
Die besten Lösungen bieten hier Adobe, Apple und DxO. Deren Programme heißen:
– Adobe Photoshop Ligtroom (ca. 100 Euro); für Mac OS und Windows
– Apple Aperture (ca. 70 Euro); nur für Mac OS, nur via App Store
– DxO Optics Pro (100 bis 200 Euro); Mac OS und Windows
Diese Pogramme sind speziell für Photographen entwickelt worden und beinhalten neben den Nachbearbeitungsmöglichkeiten noch die Bildverwaltung. Bessere gibt es nicht, andere braucht man nicht verwenden. Und eig genügt am Ende eines davon.
Eine Entscheidung pro oder contra ist überflüssig. Alle sind top, verfolgen aber z.T. unterschiedliche Ansätze. Hier muß man einfach testen, was einem am besten liegt; soweit ich weiß, gibt es von allen jeweils Testversionen und tonnenweise Berichte im Internet mit z.T. extrem unterschiedlichen Ergebnissen.
Das beste Programm zum Erstellen von HDR ist nach wie vor Photomatix Pro.
Ich selbst habe mit Apple Aperture begonnen und arbeite mittlerweile zusätzlich und hauptsächlich mit Lightroom. Anfängern kann ich die DxO-Software empfehlen aufgrund des schnellen Zugangs und der leichten, schnellen Ergebnisse durch automatische Korrekturen.

Wie mache ich das? Wie bekomme ich das so hin?

Ganz einfach: üben, üben, üben und nicht entmutigen lassen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Wenn ich mir meine Bilder von vor 9 Jahren anschaue, packt mich stellenweise das kalte Grausen, so schlecht waren sie. Das müssen sie aber auch sein, alles andere wäre doch ziemlich seltsam, ganz egal wieviel Talent vorhanden sein mag.
Wichtig ist, sich mit Gleichgesinnten zu unterhalten und vielleicht gemeinsam on Tour zu gehen und voneinander zu lernen. Darüber hinaus gibt es im Netz tonnenweise Seiten und Foren, wo man lernen kann. Leider laufen dort auch tausende Trolle rum, die meinen, sie seien schon als Meister geboren worden und dazu auserkoren, dumm auf interessierten Neulingen rumzuhacken. Devise: ignorieren. Es gibt auch genug, die einem gerne helfen und Tipps geben.

Auch weiß ich von mir selbst, daß ich große Fortschritte gemacht habe, aber noch weit davon entfernt bin, gut zu sein. Dazu fehlt mir einfach die Zeit und das Equipment. Ich freue mich dennoch jedes Mal sehr über ein für mich gelungenes Photo und das ist das Entscheidende: mir muß es gefallen und mir muß es auch Spaß machen. Alles andere ist erst einmal völlig egal. Mit der Freude kommt das Interesse und damit der Ehrgeiz, besser zu werden.

Gute Seiten sind:
– DSLR-Forum (http://www.dslr-forum.de)
– Fotocommunity (http://www.fotocommunity.de)

Daneben gibt es Plattformen, auf denen man seine Bilder ausstellen kann:
– Flickr
– 500px
– photorankr
– fotocommunity
– deviantart

Wichtig ist, daß man weiß, daß das Hobby extrem teuer sein kann, aber auch enorm viel Spaß macht. Man muß aber ein gerüttelt Maß an Geduld mitbringen.
Rausgehen. Und vor allem: den Hintern bewegen. Viele Motive sind da, wo man nur selten hinkommt. Man muß abseits bekannter Strecken gehen, die Augen offen halten, oft lange warten… Aber all das ist oft gerade auch der Spaß dabei. Die Nachbearbeitung und Organisation der Bilder nimmt oft noch einmal etliche Stunden in Anspruch.
Und bitte: was nicht gefällt oder unscharf ist… löschen! Nicht an Mist aufhalten. Es ist völlig normal, wenn man auf einer Tour vielleicht 300 Bilder schießt und am Ende auch mal nur 5 bis 10 wirklich gute übrig bleiben, die man behalten will. Profis machen schon mal ein paar tausend Photos bei einem Event oder einer Tour. Und auch da sind mit Sicherheit die meisten Murks. Man stelle sich vor, wir müßten heute noch mit Filmen arbeiten…

So. Soweit so gut. Ich hoffe, ich kann dem einen oder anderen mit diesem kleinen Beitrag helfen. Viel Spaß bei Eurem Hobby und: GUTES LICHT!

PS:
Ein kurzer Nachtrag. Am letzten Wochenende war in unterwegs und habe auf die sog. Blaue Stunde gewartet. Das ist die Zeit des Zwielichts, wenn die Sonne hinter dem Horizont versunken, ihr Licht aber noch immer sichtbar ist.
Eine anstrengende, aber schöne Session. Dabei habe ich (es war der sonnige, warme Ostersonntag) einige getroffen, die auch dem Photohobby nachgehen und einige Kuriositäten erlebt.
So gab es eine junge Dame, die verzweifelt versucht hat, im Automatikmodus einer Canon 600D gegen den Nachthimmel anzublitzen. Auf den Bildern war nicht viel zu sehen… 😀 Es hat großen Spaß gemacht, ihr zu zeigen, wie sie die Kamera einstellen muß, um ein brauchbares Bild zu bekommen (ruhig auf die Brüstung des Gebäudes legen, manueller Modus, Selbstauslöser, 20 sek belichten…); sie hat sich so sehr über das Photo gefreut, daß sie es gleich noch ein paar Male geschossen hat und bestimmt mit einer neuen Idee nach Hause ging.

Ein andere Hobbyphotograph hatte seine Nikon-DSLR dabei und hat versucht, mit 70mm Weitwinkelaufnahmen, freihand bei fast Nacht zu machen (und einer 1/20-Sekunde Belichtungszeit), das kann nicht funktionieren. Er hat sich am Abend noch mit einem Modell getroffen, die Portraits von ihm haben wollte. Bei Nacht und ISO 25.600 standen die Chancen ohne Blitz und sonstiges Equipment eher schlecht…
Auch da konnte ich einige bescheidene Tipps geben und doch ein wenig Freude auslösen.

Ein schönes, interessantes und sehr spannendes Hobby!!

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