Welchen RAW-Converter soll ich benutzen?

Ha! Eine Gretchenfrage…

Aber: was ist denn eigentlich RAW-Converter?
Nun, bei modernen Kameras kann man idR in zwei verschiedenen Modi seine Bilder aufnehmen: JPEG und RAW.
Wie der Name schon sagt, ist ein RAW eine Rohdatei, die sämtliche Informationen unkomprimiert enthält und damit den größten Spielraum bei der elektronischen Bildverarbeitung („Filmentwicklung am PC“) bietet. Wer also im Nachhinein seine Bilder tunen will, sollte in RAW photographieren.

Ich kenne bislang vor allem drei für Photographen relevante Bildbearbeitungs-/Katalogisierungsprogramme:

– Adobe Photoshop Lightroom
– DxO Optics Pro/Elite
– Apple Aperture

Eine Frage, die sich viele stellen, ist: „brauche ich auch das richtige Photoshop?“
Die Antwort ist: jein
Es gibt einige Funktionen, die man als Photograph nutzen kann, die aber letztlich den horrenden Preis nicht rechtfertigen. Man kann hier viel mit externen Drittprogrammen und Filtern für Lightroom erreichen.
OK, also eigentlich ist die Antwort dann jEIN. Winziges Ja, riesiges NEIN.
Ich nutze mein uraltes Photoshop CS3 eig nur noch, um JPEG-Panoramas zu machen, und selbst das immer seltener.
Hinzu kommt, daß Adobe bei seinen Programmen (außer bei Lightroom) auf ein Abomodell umgestellt hat; man kann deren Software also nicht mehr kaufen, sondern muß sie monatlich mieten.
Und dazu kann ich nur sagen: FUCK YOU ADOBE!!
Daher ist meine Empfehlung zu Photoshop Pro für (Amateur-) Photographen: in die Tonne damit.

Von Adobe gibt es, davon abgesehen, eine abgespeckte Versione namens Photoshop Elements, die viele Dinge kann, die auch in der professionellen Version enthalten sind.
Der größte Unterschied ist der Preis:
Elements: EUR 70,-
Photoshop: über EUR 1.000,-
Lightroom: ca. EUR 100,-

Wie man sieht: Elements und Photoshop CC (so der Name der Pro-Version) ergeben für den Normalphotographen absolut keinen Sinn.
Klare Empfehlung: Lightroom

Aperture von Apple gibt es nur für Mac OS für ca. EUR 70,- und auch nur als Download via MacAppStore. Zudem ist Aperture seit langem in der Version 3 verfügbar und es scheint seitens Apple keine Plände zu geben, bald die Version zu bringen.
Als Lightversion kann man noch Apples iPhoto nennen.

Ach so, ja, von Google gibt es noch Picasa, das aber, trotz des geringen Preises von 0 Euro wegen der AGB und der selbst eingeräumten Nutzungsrechte in der Kritik steht. Kann ich nicht empfehlen.

DxO Optics Pro/Elite ist die einsteigerfreundlichste Variante (evtl.), aber mitt 200 bzw 300 Euro nicht gerade günstig. Die Ergebnisse sind schnell erreicht vor allem wegen einer gigantischen Anzahlt von Profilkorrekturen für Kamera-Objektivkombinationen.

RAW-Converter ansich gibt es idR von jedem Kamerahersteller kostenlos entweder auf CD zur Kamera dazu oder als Download (Canon EOS Utility oder Sony Image Data Converter).

Es gibt nich das Programm Capture NX, das ich aber leider nicht kenne und nie benutzt habe.

Ich habe einige Jahre mit Aperture gearbeitet, bis ich doch auf Lightroom umgestiegen bin. Die Bildverwaltung ist einfacher und irgendwie weniger restriktiv. Aperture ist dennoch ein sehr gutes Programm, das sich vor allem in das Look-and-Feel von MacOS sehr gut mit seinem Workflow integriert. Mir haben am Ende aber einige Funktionen gefehlt, die Lightroom detaillierter bietet, wie bspw. bei der Farbverwaltung-/bearbeitung.
Auch die Bearbeitung in Schwarz-Weiß ist in Lightroom besser gelungen, bzw. die Handhabung des Kontrastumfangs etc pp.
Aperture war anfangs übersichtlicher, aber hat man sich mit Lightroom vertraut gemacht, kann man schnell umsteigen. Ich finde LR inzwischen leichter und intuitiver zu bedienen als Aperture.

Neben der Bildbearbeitung ist vor allem die Bildverwaltung das große Plus der RAW-Converter. Denn mit diesen Programmen kann man sich endlich von der mühsamen Suche in Ordnern verabschieden und kann seine Bilder mit Schlagworten versehen, sortieren, filtern uvm.

Meine Kaufempfehlung geht daher klar an Adobe Photoshop Lightroom, trotz der für andere Programme aus deren Portfolio fragwürdig eingeführten Abopolitik, weil Umfang, Zugang und Handhabung zu diesem Preis einfach das beste Gesamtpaket bilden.
Wer Anfänger ist und das nötige Kleingeld hat, sollte zu DxO Optics Elite greifen.
Wer sich nicht in weitere Kosten stürzen möchte, nachdem die Kamera bereits das Budget aufgefressen hat, sollte zur Bearbeitung den herstellereigenen RAW-Converter nutzen und die Bildverwaltung eigenhändig übernehmen oder über Drittprogramme realisieren, wie bspw. iPhoto oder ggf ACDSee oder ähnliches; hier dürfte man im Netz rasch fündig werden.

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