Tipps für die Landschaftsphotographie

Zu Beginn eine kurze Rekapitulation einer kleiner Grundregel, die man immer zu hören bekommt, wenn man nach der richtigen Blendenöffnung für Landschaftsphotographie fragt: Immer die Blende schließen.

Ist das richtig?
Jein.

Zunächst kommt es einmal auf die Linse und dann auf das Motiv an.
Viele Objektive erreichen ihren optimalen Schärfegrad zwischen Blende 8 und Blende 13.
Die Blende für die größtmögliche Schärfentiefe komplett zu schließen (z. B. Blende 22 oder 32 etc., je nach Linse), ist… Schwachsinn. Bei diesen hohen Blendenzahlen kommt es idR zur sog. Beugungsunschärfe. Das sind Bildfehler am Rand der Aufnahme.

Kann man Landschaften auch mit Offenblende ablichten?
Natürlich!!
Aber: hier muß man aufpassen, was sich wo im Bildausschnitt befindet.
Denn: bei der Portraitphotographie nimmt idR offenere Blenden aufgrund der gewünschen geringen Schärfentiefe – aber auch hier nehmen Photographen oft Blenden zwischen 5.6 und 8, weil sie eben nicht nur ein einziges Auge scharf haben wollen, sondern den ganzen Kopf. Wollen sie dann den Hintergrund noch immer unscharf haben, müssen sie hierzu einerseits näher ans Motiv, andererseits müssen sie eine höhere Brennweite wählen und einen möglichst großen Sensor verwenden.

Analog dazu: wenn ich eine Landschaft mit offener Blende ablichten will brauche ich:
– ein Objektiv mit einer sehr guten Abbildungsleistung bei Blende 1.4 bis 2.8
– es dürfen sich keine Objekte im Vordergrund in unmittelbarer Nähe des Photographen befinden. Der Bildaufbau kann dennoch einen Vordergrund, eine Mitte und einen Hintergrund haben, solange sich der Vordergrund außerhalb des Bereiches befindet, in dem die Offenblende dafür sorgen würde, diesen Bereich aus der Schärfentiefe herauszunehmen, also unscharf abzubilden.

So kann man z. B. von einem weit erhöhten Punkt aus durchaus ein weites Tal oder eine Berglandschaft schön scharf aufnehmen, auch wenn die Blende geöffnet ist.
Es kommt immer darauf an, was man mit der Aufnahme erreichen möchte. Befinden sich bspw. im gewählten Ausschnitt/Motiv Dinge, die sich bewegen und die man regungslos einfangen möchte, dann benötigt man viel Licht und sehr kurze Belichtungszeiten. Also bspw. bei Skiläufern.
Also suche ich mir einen weit entfernten Punkt, passe auf, daß keine größeren Objekte zu nah im Vordergrund liegen, öffne die Blende soweit wie notwendig, um die gewünschte Belichtungszeit zu erreichen und schieße so ein scharfes Bild.

Sind die Lichtverhältnisse ohnehin optimal und man hat auch bei mittleren Blendenwerten eine gute Verschlußzeit, spricht nichts dagegen, mit f8 bis f13 zu photographieren, um bezüglich der Schärfentiefe auf der sicheren Seite zu sein. Gibt es auch dann noch kritische Objekte im Vordergrund, die zu unscharf sind, muß man entweder den Kompromiß über die Beugungsunschärfe gehen oder einen Bildausschnitt wählen, bei dem die Ränder ggf vernachlässigbar für den Bildaufbau sind.

Wichtig ist, daß die Belichtung stimmt, die Linse was kann und der Bildaufbau paßt.

Oft kann es nützlich sein, einfach dasselbe Motiv mit unterschiedlichen Einstellungen zu schießen, um zu sehen, wie diese sich auswirken. Hierzu kann man auch wunderbar die Abblendtaste nutzen. Sie sorgt für eine Bildvorschau im Sucher, weil Spiegelreflexkameras das Sucherbild immer mit offener Blende anzeigen, egal, was man einstellt. Die Abblendtaste regelt das dann.

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