Bericht von der Oehling-Fotomesse in Worms 2014

Guten Morgen allerseits 🙂

Gestern hat es mich auf die von Oehling organisierte Fotomesse in Worms verschlagen. Und ich muß sagen: alleine die Idee ist klasse. Zur Photokina konnte ich dieses Jahr nicht und ich bezweifle, daß ich ob des extremen Andrangs meinen Spaß gehabt hätte.

In Worms fand gestern also die kleine, aber feine Nachschau statt und es waren alle wichtigen Aussteller da und hatten auch alle neuen Produkte dabei: Sony, Nikon, Canon, Lowepro, Benro, Manfrotto, Tamron, Sigma, Zeiss, Fujifilm, Olympus, Leica und noch ein paar andere.

Leica war schön anzusehen. Der Standmensch aber so reserviert, nicht begeistert und kontraproduktiv, daß ich dachte, er holt gleich ein Schild raus auf dem steht „Hau ab!“. Zum reden hatte er auch nicht wirklich Lust.

Viel Spaß hatte ich bei Tamron. Der Linsenproduzent gehört ja zu 20% dem Sony-Konzern. So habe ich erfahren (ich wußte das so noch nicht), daß Tamron für Sony Linsen und Linsenelemente bzw -gruppen entwirft und fertigt. – Nur frage ich mich dann, warum es dann bspw. noch immer keine 24mm Festbrennweite für APS-C/E-Mount gibt. Nun ja. Das wirklich spannende war aber, daß mir der Herr Tamron gesagt hat, daß das neue Ultra-Weitwinkel für Januar/Februar erwartet wird. Ich habe schmunzelnd eingeworfen: „Für Sonys neue Megakamera eben, ne?“ – Da mußte er lachen: „Kann schon sein.“ Der Jahresanfang 2015 scheint für Sonyaner spannend zu werden.

Bei Zeiss konnte ich das neue Otus 85mm begrabbeln. Tja Leute, was soll ich sagen. Das ist Objektiv-Pornographie. Das Ding ist riesig, es ist schwer, es fühlt sich einfach nur geil an, der Fokusring ist der Hammer und es ist abartig teuer. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Ja, es ist wirklich ein Erlebnis das Ding. Aber ist es DAS wert? Für manche sicher ja – vor allem für solche, die damit ihr Geld verdienen und meinetwegen bei Portraits auch wirklich jede Pore sehen müssen. Aber die 4.000 Euro (oder was es auch immer kostet – ich hab es vergessen) sind es – klasse Produktion hin oder her – einfach nicht wert in meinen Augen.

IMG_1530

Aber hey… scheiße, sind die geil. Aber eben nur manuell…
Der Zeiss-Mann war übrigens sehr mitteilsam, super drauf und ganz insgesamt ein sehr netter und kompetenter Gesprächspartner.

Bei Sigma konnte ich dann auch gleich vergleichsweise die Art-Serie beschnuppern. Das 50er 1.4 fühlt sich wirklich absolut klasse an. Doof nur, daß ich vor die beiden Otus (Otusse? Oti? Otessen?) in der Hand hatte. Ich hätte es anders herum machen sollen.
Nicht, daß wir uns nun mißverstehen: Diese neue Sigma Art-Serie ist der Hammer. Sieht geil aus, fühlt sich geil an und macht geile Photos (mußte auch Herr Tamron zugeben :D). Aber gegen ein Otus stinken sie haptisch und optisch (von außen) schon ziemlich ab.Egal. Ich hatte sie „plastikmäßiger“ erwartet, das ist aber gar nicht der Fall. Sie wirken extrem hochwertig mit ordentlich Metall dran.
Der Standmann war so la la. Der rechte. Von mir aus gesehen… 😀 Er war aber sehr redselig, was gut ist.

Sony hatte einen Mann und ein Mädel da. Nö, zwei Mann und ein Mädel…? Egal. Die waren OK. Linsen und Kameras gab es haufenweise zum Antatschen, was ich auch gemacht habe. Die A6000 ist kleiner, als ich dachte, liegt aber super in der Hand. Es gibt ja eine APS-C/E-Mount-Festbrennweite… die ist aber von Zeiss – und irgendwie wieder zu lang, als daß man sie für Street Photography sinnvoll nutzen könnte und außerdem kostet sie 1.000 Euro… typisch Zeiss eben. Die Linse selbst fühlt sich an wie ein… äääh, kleines, leichtes Plastikdingsi… nicht schlecht insgesamt, aber nicht nach 1.000 Euro. Never.
Das 70-200mm für das Vollformat habe ich dann auch einmal gehalten, um es mit meinem Minolta 80-200mm vergleichen zu können; ist noch einmal ein Stück größer, aber etwas leichter, habe ich mir eingebildet.

Danach bin ich direkt zu Fujifilm und habe einen der beiden Männekens (dieses Mal den linken, man muß ja flexibel bleiben) nach der Fujifilm-Alternative zu Sonys A6000 gefragt. Blöd nur, daß der nicht wußte, welche die A6000 ist. Also erklärte ich kurz: APS-C-Systemkamera, superschneller Fokus.
Er hat mir dann zwei Kameras rausgeholt (bei Fuji lagen die verschlossen unter dem Tresen, was dazu führte, daß am Anfang erstmal keiner an den Stand wollte…), die ich testen durfte. Beide sind größer als die A6000, aber schön nostalgisch und haben sogar ein 23mm mit manuellem Blendenring (warum ausgerechnet 23? keine Ahnung, aber der Blendenring ist echt geil).
Einmal die X-T1: die ist mir zu groß für Street. Und mit gut 1.200 Euro auch zu teuer. Die tritt in meinen Augen eher gegen Sonys A7 an, nur daß sie eben kein Vollformat bietet.
Dann hatte ich die X-Pro1 in der Hand. Die war schon besser, aber ohne (zusätzlich erhältlichen) Handgriff irgendwie schwer zu halten. Mit 900 Euro immer noch kein Schnäppchen, aber diesselbe Technik wie in der X-T1. Scheint eine tolle Kamera zu sein, aber ich bin mir nicht wirklich sicher, ob sie gegen die A6000 ankommt.
Die X-E2 war dann sinnlos – die kann ein Mann nicht vernünftig halten. Finde ich.

Bei Olympus war ich nicht, ‚tschuldigung.

Und bei Nikon und Canon auch nicht… :/

Was ich aber noch gemacht habe war, an einem Portrait-Workshop teilzunehmen. Der Herr Lehrer war Michael Müller und das Modell war Denise Schu. Hat viel Spaß gemacht – der gute Michael ist allerdings technikverliebt, was er gleich zu Anfang auch gesagt hatte. Ich persönlich hätte mir mehr über Bildaufbau und Handwerkszeug gewünscht, war aber auch mit der Masse an Lichttechnik sehr zufrieden und durchaus beeindruckt. Ich selbst bin ja eigentlich eher der Available Light-Typ, kann mir aufgrund des Workshops nun aber mehr als nur vorstellen, mir mal ein Licht-Set zu kaufen.
Danke an Denise, die durch ihr sehr professionellen Arbeiten einem Amateur wie mir sehr die Scheu genommen hat, mit einem Modell zu arbeiten. Es hat mich tief beeindruckt, wie selbstverständlich Denise mit den Bewegungen des Photographen mitgeht und ganz automatisch Gesichtsausdrücke beherrscht. Absolut phantastisch.

Denise II

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2 Antworten zu “Bericht von der Oehling-Fotomesse in Worms 2014

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