Canon oder Nikon? – Welche Kamera soll ich mir kaufen?

Antwort: Sony 😀

Nein, Spaß beiseite.
Weihnachten steht vor der Tür und viele Amateure oder solche, die es werden wollen, stehen vor dieser Frage – oder „zwingen“ ihren Angehörigen die Frage vielleicht auf, die sie beschenken sollen…

Und weil nunmal Canon der größte und Nikon der zweitgrößte Hersteller auf dem Markt ist, kennt man vor allem diese und stellt irgendwann die o. g. obligatorische Frage.

Nun, diese Frage läßt sich leicht beantworten: es ist scheißegal.
Meistens jedenfalls.

Wer sich eine Kamera kaufen (lassen) möchte, weil er sich mit dem Hobby beschäftigt hat oder mehr beschäftigen will, steht irgendwann vor der ersten Entscheidung: DSLR oder Systemkamera und von wem…?

Hier erst einmal die gängigen Hersteller, von denen man guten Gewissens eine Kamera mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten und Wechselobjektiven kaufen kann, ohne anschließend „Schrott“ in der Hand zu halten – wobei auch hier wieder der erste aller Merksätze in der Photographie gilt: Nicht die Kamera macht das Photo, sondern der Photograph!! – Ist gibt Profis, die zaubern mit einem Smartphone bessere Bilder auf den Schirm, als jeder Amateur mit einer 20.000 Euro-MIttelformatkamera.

Hersteller:
Canon
Nikon
Sony
Olympus
Pentax
Fujifilm
Leica
Sigma
Samsung
u.a.

Um dem geneigten Käufer gleich ersten und wichtigsten Rat zu geben: Gehe er hin, besuche er ein Fachgeschäft seiner Wahl und nehme er die verschiedenen Kameras in die Hand. Denn eines muß als ersten passen: man muß gut mit ihr zurecht kommen und dazu gehört eben zunächst einmal, ob sie gut in der Hand liegt, ob man alle Knöpfe bequem erreichen kann, ob das Gewicht paßt etc.
Erst danach sollte man sich um Funktionen und Fakten kümmern. Denn: praktisch jeder der o. g. Hersteller bietet ein breites Portfolio für beinahe jedes Marktsegment an (Anfänger bis Profi, wobei auch hier wieder die o.g . Grundregel greift). Leica muß man hier ein wenig rausnehmen – die sind für den beginnenden oder aufsteigenden Enthusiasten idR schlicht und ergreifend zu teuer.

An dieser Stelle möchte ich einen kurzen Exkurs starten, um zu erzählen, wie diese und jene Entscheidung bei mir selbst abgelaufen war:
Als Kind habe ich mit einer analogen Minolta begonnen, aber nie ernsthaft photographiert oder auch nur erwogen, dies alles als Hobby in Betracht zu ziehen.
2005 habe ich mit einer Kompaktknipse von Canon wieder angefangen, mich mehr für die Photographie zu interessieren – ich habe tonnenweise Zeitschriften gebunkert und mich informiert und bin immer wieder selbst auf die eine oder andere Marketinglüge (mehr Megapixel = bessere Kamera; teurer = besser; meistgekauft = gut) reingefallen. Ich habe – weil ich die Canon-Knipse eben mochte – mir zwei Jahre später eine Canon EOS 400D gekauft mit Kit-Linse – später noch mit einem Tamron 70-300mm nachgerüstet. Die Canon war eine tolle Kamera und für mich als Anfänger absolut ausreichend. Nach heutigen Maßstäben hat sie freilich einige Eigenschaften (oder hat sie eben nicht), die sie für mich unbrauchbar machten (zu geringe Leistung bei hohen ISO-Werten bspw.).

Als die Canon kaputt ging habe ich beschlossen, ins Vollformat-Lager zu wechseln – ich habe monatelang wieder Tests und Videos konsultiert und bin irgendwann zwischen einigen Kameras immer wieder hin und her gewechselt in meiner Entscheidung, welche es denn nun werden sollte: Canon 6D, Nikon D610, Nikon D800, Sony A99.
Letztlich ist es die Sony A99V geworden.
Warum?
Nun, für MICH persönlich war ausschlaggebend:
– höhere Auflösung
– Design
– viele Minolta-Linsen auf dem Markt (und auch in der Familie)
– Funkions-Vielfalt
– starke Low-Light-Performance
– schwenk- und drehbarer Monitor
– genialer elektronischer Sucher
– und noch ein paar andere Dinge

Ich hatte die Kamera damals nicht begrabbelt. Sie kam und ich liebte sie. Glück gehabt…? Nö, ich hätte sie ja wieder zurückschicken können.

Natürlich ist nach dem Betatschen letztlich auch der Preis kaufentscheidend. Und: man muß sich der Tatsache bewußt sein, daß ein späterer Systemwechsel mit ziemlich hohen Kosten einhergehen kann. Denn die Wechselobjektive passen idR nur auf ein bestimmtes Bajonett (bei Systemkameras kann man ggf viele – auch anderer Hersteller – adaptieren).

Um auf die Eingangsfrage zurück zu kommen: Es ist wirklich pupsegal (von bestimmten persönlichen Kriterien einmal abgesehen), welche Kamera man nimmt, denn in Funktion und Ausstattung gleichen sich diese alle wie ein Ei dem anderem. Es kommt darauf an, was man mit der Kamera anstellt und ob man in gutes Glas, also gute Objektive investiert. Nicht die Kamera macht das Bild…
Wenn jemand sagt: „Boah, die Kamera voll geile Bilder.“ – dann ist das idR auch jemand, der die Streulichtblende falsch herum auf dem Objektiv hat und im Automatikmodus unterwegs ist; sprich: keinen Plan hat vom Photographieren.

Einige wenige Dinge sind dennoch zu beachten, wenn man ggf schon Erfahrung hat und seine Kreativität auf das nächste Level hieven möchte:
Bestimmte Sensoren sind ggf zu klein, um ein gutes Rauschverhalten oder eine gute High-ISO-Perfomance oder auch einen guten Dynamikumfang zu bieten. Ich möchte dem geneigten Käufen daher raten, keine Kamera zu kaufen, die einen kleineren Sensor als Micro Four Thirds (4:3) hat, wobei dieser vielleicht „zu klein“ sein kann. Je nachdem…
Bei der Sensorgröße spielt auch das Freistellungspotenzial ggf eine Rolle bei verschiedenen Brennweiten.

Systemkameras nun haben ggü den DSLRs den Vorteil, daß sie klein und leicht sind. Hier haben sich besonders die Hersteller Sony, Fujifilm, Leica, Olympus hervorgetan, wobei ich, denke ich, guten Gewissens sagen kann, daß vor allem Sony und Fuji hier ziemlich gute Qualität abliefern. Ja, ich bin Sony-affin, aber diese sind momentan wirklich in einer Vorreiterrolle auf dem spiegellosen Markt.

Bei den DSLRs ist es wirklich fast egal, was man kauft. Man muß eigentlich nur darauf achten: will ich eine besonders hohe Bildserienrate und/oder gute High-ISO-Fähigkeiten oder auch noch sehr gute Videofunktionen. Hier gibt es Nuancen, die ggf entscheidend sein können – rein funktionell geben sich die ganzen Hersteller absolut nichts mehr.

Wenn also einer daherkommt und sagt: „Ey, kauf Dir eine Canon, die ist viel besser, als die anderen.“ Und ein zweiter kommt hinzu und sagt: „Quatsch: Nikon hat bewiesen, daß sie das Non-Plus-Ultra sind.“ Und ein dritter kommt daher und schreit dazwischen: „Ihr Trottel: Sony ist die Macht!“ – dann zeigt das genau, wie es ist: keiner hat recht; und alles zugleich.

Wenn man schon Objektive eines bestimmten Herstellers hat und sich diese an einem Nachfolger verwenden lassen, sollte die Entscheidung ohnehin leicht fallen, sofern man mit dem Hersteller ansich nicht vielleicht unzufrieden ist und einen Systemwechsel wagen möchte.

Ansonsten: ab in den Laden, sich alles zeigen lassen, anschauen, in die Hand nehmen… und bitte VORSICHT bei MediaMarkt und Co.: das sind idR keine Fachverkäufer – mir sträuben sich mir jedes Mal die Haare, wenn ich dort auf einen Sprung vorbeigehe, um vielleicht eine Speicherkarte zu kaufen, und muß dann dem Unsinn zuhören, dem ein armer, ahnungsloser Käufer ausgesetzt wird, nur um den nächsten Verkauf verbuchen zu können.
Bitte geht lieber in ein Fotofachgeschäft und gebt nötigenfalls ein oder zwei Euro mehr aus, dafür wird man aber idR kompetent beraten.

So. Abschließend hier noch einmal ein paar Einsteigerkameras:

DSLR:

Canon:
EOS 100D
EOS 1200D

Nikon:
D3300

Sony:
A58

Fuji:
ääh, die machen, glaube ich, sogar gar keine DSLRs mehr…

Olympus:
ööh, auch hier gibt es, glaube ich, keine DSLR mehr…

Pentax:
K-30

Systemkameras (spiegellos):
Nikon:
Nikon 1-Serie

Sony:
Sämtliche Kameras der NEX-Reihe (Nex 3, Nex 5, Nex 7), bzw. die A3000, A5000, A5100, A6000 (wobei die 5000 und die 6000 schon in höheren Preisregionen liegen)

Fujifilm:
X-A1 und X-M1

Olympus:
PEN-E-PL-Serie; die OM-D-Serie bildet die nächsthöhere Preisstufe.

____________________________________________________
Amazon-Produkt-Links:

Olympus PEN E-PM2 Systemkamera (16 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) Touchscreen, bildstabilisiert) Kit inkl. 14-42mm Objektiv schwarz

Canon EOS 1200D SLR-Digitalkamera (18 Megapixel APS-C CMOS-Sensor, 7,5 cm (3 Zoll) LCD-Display, Full HD) Kit inkl. 18-55mm IS Objektiv schwarz

Nikon D3300 SLR-Digitalkamera Kit (24 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) TFT-LCD-Display, Live View, Full-HD) inkl. AF-S DX 18-55 VR II Objektiv schwarz

Sony SLT-A58K SLR-Digitalkamera (20,1 Megapixel, 6,7 cm (2,7 Zoll) LCD-Display, APS HD CMOS-Sensor, HDMI, USB 2.0) inkl. SAL 18-55mm Objektiv schwarz

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2 Antworten zu “Canon oder Nikon? – Welche Kamera soll ich mir kaufen?

  1. Du musst mächtig dicke Finger haben, wenn bei Dir Systemkameras überhaupt nicht in Betracht kommen. 🙂
    Ich komme eigentlich aus dem Nikon Lager: FE,F90,D90 das waren meine Kameras. Dann hat mich Sony mit der A77 sehr überzeugt. Dann wieder Nikon mit der ersten einigermassen günstigen Vollformatkamera (D600). Wobei mich das Handling ziemlich genervt hatte. Das fand ich bei Sony viel besser.

    Jetzt habe ich die Sony A7 und bin sowas von begeistert. Vorteil der richtigen DSLRs ist meiner Meinung nach nur noch der günstigere Preis, vor allen für Objektive. Größter Nachteil ist der optische Sucher. Der elektronische hat meiner Meinung nach mehr Vor- als Nachteile gegenüber dem elektronischen Sucher. Da bist du mit der A99 natürlich gut dran.

    Als die raus kam, war sie mir zu teuer, aber jetzt ist sie wirklich eine ernsthafte Alternative zu den spiegellosen Kameras. Wenn es die A7 und A6000 nicht gäbe, hätte ich eine Fuji oder auch die A99.

    Letztendlich ist es aber wirklich Unsinn eine Kamera als „Die Beste“ zu empfehlen. Jeder hat andere Absichten und was auch immer man sich holt, es ist einfach immer ein Kompromiss. Und vor dem Kauf zu wissen, was man bekommt und worauf man verzichtet, das ist schon nicht einfach.

    Mein Rat an alle, die Empfehlungen hinsichtlich Kamerakauf abgeben: Immer zuerst fragen: „Was willst du damit (hauptsächlich) machen?“ Und die Antwort darauf ist meist nicht einfach.
    Und mein Rat an alle, die Rat hinsichtlich Kamerakauf suchen: Immer fragen: „Und warum empfiehlst Du mir die Kamera?“ Und nicht nur „Was empfiehlst Du mir?“

    Und eins garantiere ich: Mit gutem Glas hat man mehr Freude als mit einer Kamera, die als eine „für Profis“ angepriesen wird!

    Aber ein sehr schöner Artikel!

    Viele Grüße, Dietmar

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    • Vielen Dank für den Kommentar 🙂

      Systemkameras sind definitiv eine Alternativ für mich 😉
      Die A7 war für mich bisher aber eher ein Beta-Test – derzeit warte ich noch, was die kommende A9 bzw A9r können wird und wo sie preislich liegen wird; die A6000 will ich auch schon die ganze Zeit haben, aber auch hier kommt wohl im Januar/Februar die Ankündigung der A7000. Sonys Kameras sind in meinen Augen schlicht und ergreifend genial. Eine irrsinnig gute Bildqualität, ein fantastisches Handling, vernünftige Preise.

      Es stimmt: beim Kamerakauf gibt es eine Reihenfolge von Fragen, die letztlich die finale Auswahl bestimmen:
      – Wie fühlt sich die Kamera in meinen Händen an?
      – Was möchte ich damit machen?
      – Was kostet sie?
      – Gibt es ausreichend gutes Glas dafür?

      Sony hat hervorragendes Glas – und zum Glück inzwischen auch beim E-Bajonett nachgerüstet (sowohl bei Vollformat, als auch bei APS-C) – nur schade, daß die FE- und E-Linsen bislang oft noch relativ lichtschwach sind – aber man kann ja alles möglichen anderen Objektive adaptieren.

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