Ein paar Tipps für Anfänger

Nachfolgend ein paar Tipps für Anfänger, die sich neu oder mehr mit der Photographie beschäftigen möchten:

1)
Nicht die Kamera macht das Bild, sondern der Photograph.
Soll heißen: wenn man nicht weiß, was man mit der Ausrüstung anfangen kann, kann man sich Know How nicht kaufen. Eine bessere oder teurere Kamera macht nur dann bessere Bilder, wenn der Photograph dazulernt.
Davon abgesehen spricht nichts dagegen, sich gutes und teures Equipment zu kaufen, um damit zu lernen; man darf aber nicht entäuscht sein, wenn die ersten Ergebnisse nicht gleich so aussehen wie die vom Profi.

2)
Eine Kamera mit Wechselobjektiv kaufen.
Nun gut, will man nur ab und zu auf Feten Erinnerungen im Suff knipsen, reicht eine billige Kompaktkamera oder das Handy.
Hat man aber ein ernsthaftes Interesse an der Photographie, dann muß eine Kamera mit Bajonett her, um möglichst vielseitig zu bleiben.

3)
Ein 50mm Objektiv kaufen.
Meistens ist bei einer Kamera mit Bajonett (DSLR, SLT oder spiegellose Systemkamera) ein Kitobjekt dabei, daß den Standardzoom-Bereich von (ggf umgerechnet) 24-70mm abdeckt. Damit kann man erst einmal loslegen.
Die Brennweite von 50mm entspricht ca. dem menschlichen Blickfeld und ist damit natürlich auch abgedeckt, man gerät aber dennoch in Versuchung, für das eine bestimmte Bild nicht seine Füße zu benutzen, sondern zu zoomen. Richtig komponieren lernt man vor allem mit der 50mm Festbrennweite und seinen Füßen.

4)
Eine Fototasche kaufen. Nichts ist ärgerlicher, als sein Equipment einfach in eine normale Tasche oder einen normalen Rucksack zu packen, wo sie drin rumfliegt und Schaden nimmt.
Es gibt eigens Fototaschen und Rucksäcke, die durchaus erschwinglich und dem teuren Equipment angemessen sind.
Und kauft lieber eine, die etwas größer ist. Beim Spaß am Hobby kommen schnell mehrere Objektive, Kabel, Auslöser, Handgriffe, Putzzeug und anderes hinzu, was verstaut werden will.
Achtet dabei auf Taschen und Rucksäcke, die ggf wetterfest und diebstahlsicher sind.

5)
„Lieber Geld für Linsen, als für Kameras ausgeben.“
So sagen viele. Stimmt auch. Aber nicht jedes günstiges Objektiv muß gleich schlecht sein. Schließlich gibt bei den meisten ein Budget, das nicht gesprengt werden kann.
Und oft will man eben erst einmal die Kamera XY haben und sich später um Zubehör kümmern.
Wer bspw. unbedingt eine Vollformatkamera haben will, wird nicht gleich die teuersten Linsen dazu kaufen. Es hat aber auch wenig Sinn, auf eine Vollformatkamera eine Schrottlinse zu schrauben. Da ist es dann in der Tat sinnvoller, eine günstige Kamera zu kaufen und dazu vielleicht bessere Objektive. Man muß aber den Cropfaktor im Auge behalten.

6)
Photographiert im RAW-Modus.
Erstens kann man nur da Fehler gut korrigieren und so auch was über sich lernen. Zweitens kann man nur im RAW-Format hochwertig exportieren, damit man halbwegs druckfähige Dateien erhält.

7)
Laßt Euch Zeit.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Gut Ding will Weile haben. Usw usw usw.
Photographiert soviel es geht. Workshops besuchen hilf auch. Lest Euch ein im Netz, schaut Tutorials usw. Mit etwas Glück findet Ihr Gleichgesinnte und könnt Wissen und Erfahrungen austauschen und voneinander lernen.
Und lernt vor allem Eure Kamera kennen. Dazu lest das Handbuch und testet alle Funktionen. Sinnvollerweise ladet Euch das Handbuch vom Netz auf’s Mobiltelefon, so habt Ihr es immer dabei. Entweder direkt auf dem Handy oder auch in einer Cloud wie zB Evernote oder Dropbox.

8)
Nur gutes Zubehör kaufen, vor allem bei Speicherkarten. Nichts ist ärgerlicher, als daß man auf Billigschrott setzt und dann über Verluste klagt.
Speicherkarten sollten von Sandisk oder ähnlich guten Herstellern sein. Wer billig kauft, kauft zweimal oder noch öfter.
Das gilt für alles, auch für Stative und…:

9)
Kein Witz: nur die besten Schuhe und Jacken sind sinnvoll. Photographieren heißt: laufen. Für Landschaften kann auch mal ein Hocker sinnvoll sein.

10)
Bevor Ihr kauft: gehet hin und begrabbelt. Das Internet ist bequem und die Tests können noch toll ausfallen. Ihr müßt die Kamera und das Equipment außenrum live sehen und fühlen und ausprobieren.

11)
Ganz wichtig: macht Eure eigenen Erfahrungen!!
Fernab von allen Tipps, Tricks und Ratschlägen müßt Ihr Euch mit Eurer Ausrüstung auseinandersetzen. Habt keine Angst vor dem manuellen Modus und hört vor allem nicht zu sehr auf das Gesabbel von allen möglichen selbsternannten Profis in allen möglichen Foren. Ihr kennt die Leute nicht und könnt im schlimmsten Fall am Anfang wirklich nicht beurteilen, ob die Euch nun Käse erzählen oder nicht – und wenn Ihr vielleicht dem (noch nicht einmal gut gemeinten, sondern nur schlecht geblökten) Rat folgt, macht Ihr am Ende mehr falsch als vorher. Geht lieber zu Workshops und unterhaltet Euch mit echten Berufsphotographen, wie z.B. Martin Krolop, Alexander Heinrichs, Michael Müller oder vielen anderen.
Ich selbst habe in den einschlägigen Communities ziemlich schlechte Erfahrungen gemacht. Nur wenige verstehen wirklich etwas von ihrem Hobby und können sinnvolle Tipps geben und dabei noch freundlich bleiben. IdR sind es tatsächlich die freundlichsten und Geduldigsten, die einen Plan haben – der Rest will sich nur wichtig machen.

Auch ich bin nur als ambitionierter und enthusiastischer Amateur unterwegs – ich lerne jeden Tag etwas dazu und so kann es sein, daß auch hier ältere Beiträge vielleicht grobe Schnitzer enthalten, die noch auszubügeln sind 😉 – ich hoffe nicht…, aber wer weiß…?

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