Gastbeitrag: User-Review der Olympus OM-D E-M10

Heute gibt es einen Gastbeitrag meines geschätzten Amateur-Kollegen Jan Schodder – dessen Flickr-Profil findet Ihr hier

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Bildquelle: Olympus.de

Vor ca. einem Jahr hatte ich mich als Besitzer einer damaligen Canon EOS 450 entschieden, eine neue Kamera muss her!

Was für eine Kamera will ich haben vs. welche Kamera benötige ich wirklich?

Bekannterweise ist das Angebot auf dem Kameramarkt doch sehr groß. Jeder sagt etwas anderes und die Werbung rät unbewusst zu den größten und teuersten Modellen. Daher hatte ich, und das empfehle ich jedem, der sich eine neue Kamera zulegen will auch, erst einmal zu überlegen, was möchte ich fotografieren, wie oft möchte ich fotografieren, wie flexibel möchte ich sein, wie sieht das Angebot an Objektiven für das Kamerasystem aus und natürlich: Was gibt mein Budget her.

Folgende Kriterien waren für mich wichtig:
– Die Kamera sollte möglichst kompakt sein, da ich die Kamera gern auf Reisen mitnehmen will
– Große Auswahl an qualitativ guten Objektiven
– Hochwertiges Gehäuse
– Natürlich: Gute Bilder mit entsprechenden Einstellmöglichkeiten an der Kamera
– Investition in die Zukunft: Gute Perspektive für weitere Kameras, falls man seine doch mal verkaufen möchte und die Objektive behalten will. Angebot/ Entwicklung für zugehörige Objektive.

Erst danach hatte ich mich mit Tests und Rezensionen befasst, sowie angefangen Kameras auch anzufassen. Auch das Anfassen ist für mich ein ganz wesentlicher Entscheidungsfaktor, der aus meiner Sicht in keinem Test objektiv bewertet werden kann und jeder selber entscheiden muss, liegt die Kamera gut in der Hand / ist die Bedienführung für mich logisch angeordnet. Daher: Kontra Internetversandhandel.

Vorteile einer Systemkamera

Relativ schnell stand dann meine Entscheidung fest, es sollte eine Systemkamera sein. Meine Meinung: Diesem Markt gehört ganz klar die Zukunft!
Der entscheidendste Vorteil: Die Größe und das Gewicht der Kamera und der Objektive, da der Spiegel nicht mehr benötigt wird. Sicherlich: Mit einer Vollformatkamera kann ich noch einmal mehr an der Qualitätsschraube drehen. Doch sollte man sich ehrlich die Frage stellen: Reize ich dieses wirklich aus, sodass bspw. ein Tausender mehr gerechtfertigt ist?

Der nächste Schritt: Aufgrund des positiv ausgefallenen „Grabbelfaktors“ und der entsprechenden Tests: Es sollte es eine OMD von Olympus sein.

Die OMD Familie verfügt momentan über drei Modelle: Der EM 1, der Profikamera zum Profipreis, der EM 5, für passionierte Hobbyfotografen, die zum damaligen Zeitpunkt jedoch von der Ausstattung gleichwertig bzw. z.T. schlechter war, als die EM10 und das kleine Biest, die EM 10.

Ganz bewusst habe ich mich für das kleine Modell der OMD EM 10 entschieden. Warum?

⁃ Aufgrund ihrer Größe ist sie sehr flexibel: mit dem Kit Pancake Objektiv passt sie sogar in größere Hosentaschen. Setze ich den optional erhältlichen Handgriff an, ist sie aber auch für größere Hände und schwerere Objektive sehr gut handelbar (von der Größe dann vergleichbar mit einer EM 1).
⁃ Sie hat diverse, sehr gute Art- und Kreativprogramme und unendlich viele Einstellungsmöglichkeiten, die ich, wie ich anfangs dachte, häufig nutzen werde (nun spiele ich doch eher nur noch mit den Standardeinstellungen wie Blende, Zeit, Belichtung +RAW Modus)
⁃ Die Bildqualität ist zu den größeren OMD Modellen vergleichbar.
⁃ Sie hat einen eingebauten Blitz
⁃ Ein 3-Achsen Bildstabilisator, der für mich ausreicht
⁃ Spritzwasserschutz brauche ich auch nicht, da ich doch selten im strömenden Regen fotografiere.
⁃ Da ich doch ab und an meine Kinder gerne mal filme, der gute Videomodus.
⁃ Das Gehäuse ist sehr hochwertig -schicker Retro-Look, wenig Plastik wurde hier verbaut. Trotz der kompakten Bauweise bringt sie immerhin 400g auf die Waage.
⁃ Der elektronische Sucher ist super scharf und schnell
⁃ Sehr schneller und exakter Autofokus.
⁃ Ein schwenkbarer 3 Zoll Touchscreen, der sich gut und intuitiv bedienen lässt.
⁃ Die Live-Bulb Funktion, für lange Belichtungszeiten, bei denen man auf dem Touchscreen und Sucher sehen kann, wie sich das Bild aufbaut.
⁃ Ein nettes Zusatztool: Sie lässt sich über WiFi und optional erhältlicher App über das Handy fernsteuern und auslösen. Wirklich nett bei Außenlangzeitbelichtungen wenn es draußen kalt ist und man sich mit dem Handy ins Warme setzt. Speziell interessant mit der Bulb Funktion. Des weiteren spart man sich einen Fernauslöser.
⁃ Die Anzahl an Objektiven ist riesig, da auch die Objektive von Panasonic (ebenfalls MFT Format) verwendet werden können. Die Palette reicht von günstigen Objektiven bis hin zu Staub- und Spritzwassergeschützen Top-Modellen von Leica.

Der für mich mit entscheidendste Faktor auf das günstigere Modell zu setzen: Den Fokus auf gute / sehr gute Objektive setzen und das eingesparte Geld in entsprechende Linsen investieren!

Was fehlt / was könnte besser sein?

⁃ Der Akku ist doch relativ schnell leer (250 Bilder). Statt eines optional erhältlichen Handgriffes wäre ein Batteriegriff für mehr Leistung und sicheres Handling doch sinnvoll gewesen.
⁃ Ein zweites Fach für SD Karten wäre schön
⁃ niedrigere Serienbildrate
⁃ kein Accessory-Port zum Anschluss diverser Extras (Mikrofoneingang, Makrolicht,…)

Doch hier hat Olympus auch verstanden und zugehört. Diese Punkte findet man in der neuen OMD EM5.

Anmerkung zu den Objektiven

Die Bilddiagonale von Micro-Four-Thirds-Sensoren ist gleich derer des Four-Thirs Standards und beträgt mit 21,63 Millimetern exakt die Hälfte der Diagonale des Kleinbildformates (43,267 mm), was einem Formfaktor von 2,0 entspricht. Somit ist die Brennweite des Objektives x2 zu rechnen, um einen Vergleich zu Standardobjektiven zu bekommen (also: ein MFT 12-40 entspricht einer herkömmlichen Brennweite von 24-80)
Reviews der OMD EM10 – meistens mit Testbildern – findet man bei dpreview.com, thephoblographer,com, trustedreviews.com, cnet.com, ralfs-foto-bude.de etc.
 Interessant ist, dass die Bildqualität mit dem Kitobjektiv 14-42mm als „good, not great“ beurteilt wird. Das ändert sich wenn das 12-40 f/2.8 Objektiv an die Kamera geschraubt wird und bestätigt meine Empfehlung lieber die preiswertere EM10 Kamera zu nehmen und das gesparte Geld in das teuere 12-40mm PRO-Objektiv zu stecken.
Was Olympus aus meiner Sicht sehr clever gemacht hat, der Bildstabilisator ist in der Kamera verbaut und nicht in den Objektiven, sodass diese nochmals günstiger (er wird nur einmal gekauft und das in der Kamera) und vom Gewicht leichter gebaut werden können.

Fazit:
Die EM 10 ist eine wirklich tolle kompakte, qualitativ hochwertige und flexible Kamera, die klasse Bilder liefert und mit der man wenig verkehrt macht. Die Auswahl an erhältlichen Objektiven (die Zuiko Objektive sprechen für sich) ist groß. Wie auch die Systemkameras sind die Objektive klein und kompakt und somit einfach und schnell mitzunehmen.
Daher: Ein verlässlicher Partner, den man immer dabeihaben kann.
Als Alternative:
Mit der neuen Schwester, der EM 5 Mark 2 hat Olympus jetzt eine neue Kamera herausgebracht, die zwar etwas teurer ist, aber speziell auf Hobbyfotografen abgestimmt ist, die entsprechendes Zusatzequipment verwenden wollen.

Die Spezifikationen der Kamera bei Olympus.de

Beispielaufnahmen aus Jans Profil bei Flickr:

Hanging on a small rope...

What happens without using wrinkle-cream

P2050896b

P2200007

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2 Antworten zu “Gastbeitrag: User-Review der Olympus OM-D E-M10

    • Freut mich, wenn der Beitrag hilft.
      Ich kann auch empfehlen, bei Flickr das Profil von Thomas Leuthardt anzuschauen. Er ist ein recht bekannter Street Photographer aus der Schweiz und nutzt diese Olympus.

      Gefällt mir

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