Ein Tag in Paris – die Photostory

Hallo liebe Leser,

gestern hatte ich mir eine echte Mammut-Tour verpaßt. Es sollte nach Paris gehen.
Ich war vor ca. 25 Jahren schon einmal dort; die Erinnerungen waren zwar noch recht lebendig, aber es ist, wie es immer war: Erinnerungen verblassen und/oder werden mit anderen Eindrücken aufgehübscht. So kam es dann auch, daß ich natürlich Paris als Paris identifizieren konnte, aber nicht eine einzige Stelle so wieder erkannte, wie ich sie im Gedächtnis hatte.

Das ganze ging frühmorgens los. Um 4 Uhr früh war die Nacht vorbei und 5 Uhr holte ich Muttern ab – Madame Maman war noch nie dort gewesen.

Die Deutsche Bahn verlangte für das Ticket (morgens hin, abends zurück) für zwei Personen ca. EUR 300,- (ab Saarbrücken). Wir sind von SB aus gefahren, weil es insgesamt günstiger war – das Tagesticket für’s Parken gab es für lächerliche EUR 6,- (klasse!!).
Ca. um 7 waren wir also in Saarbrücken (Bahnhof ist häßlich und kalt, aber die Saarbrücker wie immer nett) und um 8 Uhr kam der ICE.

Solche eine Fahrt ist schon toll – ich war noch nie in einem ICE unterwegs – ist definitiv was anderes, als diese schrottigen Regionalbahnen. Nach 1:50 Std. waren wir in Paris und kamen am Gare de l’Est an.

Bahnhof

Unser erster Gang: Touristeninformation. Und das ist wirklich eine!! Der nette Herr hinter’m Schalter kann Französisch, Englisch und Deutsch; nach einer für mich selbstverständlichen Begrüßung meinerseits auf Französisch und der Entschuldigung, daß ich es nicht wirklich kann, war das Eis schnell gebrochen – funktionierte bei allen Parisern, die ich sämtlich als unglaublich freundlich, herzlich, hilfsbereit und multipel sprachbegabt erleben durfte. Paris – eine Weltstadt!!
Vom Touristenexperten bekamen wir gesagt, welche Tickets für den ÖPNV wir kaufen können und bekamen gleich einen kostenlosen Stadtplan, sowie einen Plan der Metro und der Busse. Sagenhaft!!
Wir haben uns für das Metro-Tagesticket „Mobilis“ entschieden – das sind schlappe 7 Euro pro Nase für die Zonen 1 und 2 – weiter muß niemand – das reicht für das ganze (riesige) Pariser Zentrum bis raus nach La Défense.

Zugegeben: im ersten Moment waren wir wie erschlagen. Metro, Massen, alles riesig, alles rennt und rast, viel, laut… aber die Unsicherheit verfliegt schnell, denn die Metro etc. ist recht logisch aufgebaut. Wir sind aber erst einmal aus dem Bahnhof raus und an einer anderen Metro-Station in der Nähe hinab in die Tunnel, weil am Bahnhof direkt wirklich ziemlicher Trubel herrschte.

Metro

Wir sind mit der Linie 4 Richtung Châtelet gefahren – leider wußten wir hier noch nicht, daß die Linie 4 zwischendrin unterbrochen war (wegen Bau- und/oder Renovierungsarbeiten); in einem Reiseführer wurde gewarnt, daß die Metrostation „Les Halles“ ziemlich chaotisch sei – dort mußten wir notgedrungen raus – und sie war in der Tat riesig und ziemlich verwirrend und auch eine Baustelle. Aber was soll’s…?

Les Halles

Leider hat es inkl. Orientierungsschwierigkeiten fast eine Stunde gedauert, bis wir endlich unser ersten Ziel erreichten.

Metro 2

Dieses erste Ziel war „La Défense“. Ich wollte unbedingt La Grand Arche wiedersehen und den dahinter liegenden Friedhof Cimetière Nouveau de Neuilly. Damals – vor 25 Jahren – war ich nachts an der Grand Arche und das ganze Viertel war noch im Aufbau. Das Gebäude war spärlich beleuchtet. Wir sind die Treppen hoch… und sahen dahinter diesen Friedhof… gespenstisch. Jetzt aber: völlig harmlos und unspektakulär.

Panor Neuilly

Ansonsten beeindruckt die Szenerie durchaus – in Deutschland haben wir ja keinerlei echte Geschäftsviertel mit Hochhäusern und dergleichen (von Frankfurt am Main vll einmal abgesehen). Insgesamt hat dieser Aufenthalt aber auch zu lange gedauert – die Kaufhäuser rechts und links des großen Platzes sind ebenfalls beeindruckend.

La Défense

Besonders schön und imponierend zugleich: man kann von dort hinten bis in die Innenstadt schauen, denn die gigantische Allee führt sechsspurig über etliche Kilometer direkt zum Arc de Triomphe.

Le Parvis de la Défense III

Nachdem La Défense dann abgeschlossen war, ging es zurück Richtung Innenstadt zum Triumphbogen.

L’arc de triomphe de l’Étoile

Ich hatte beschlossen, mich in die Schlange zu stellen, denn man kann – wußte ich gar nicht – auch bis auf das Dach des ca. 50m hohen Gebäudes (zum Vergleich: das Brandenburger Tor ist 26m hoch). Und was soll ich sagen…? Die Aussicht ist atemberaubend. Doof nur, daß ich meinen Atem beim Aufstieg schon verloren hatte 😀 – Die Karte nach oben kostet übrigens stolze EUR 9,50. Aber man steht nicht lange an und der Ausblick ist jeden Cent wert.

Pano Arc

Avenue de la Grande Armée & Palais des congrès de Paris

Eiffelturm

Ab da wurde dann irgendwann tatsächlich schon die Zeit knapp. Also rasch zum Eiffelturm. Aber vorher mußte endlich etwas gegessen werden (seit 4 Uhr auf den Beinen, seit 10 Uhr in Paris, mittlerweile war es 15 Uhr… kurz vor dem Tour Eiffel machten wir Rast in einem Café bzw. Bistro namens „Iolanda“.

Iolanda

Ich war dermaßen ausgedörrt, daß es mir völlig egal war, was es kosten würde. Paris soll ja die zweitteuerste Stadt der Welt sein – scheint zu stimmen: 1 l Wasser kostet 8 Euro. Der Milchshake 7 Euro. Ein Rührei von der Größe eines kleinen Frühstückstellers kostet 8 Euro 50 und eine kleine Portion Spaghetti mit Putenstreifen schlug mit satten EUR 15,50 zu buche. Vier Snacks und 40 Euro später… ab zum Eiffelturm.

Der Eiffelturm ist übrigens 324,82 m hoch und deutlich über 10.000 Tonnen schwer; ein beeindruckendes Bauwerk der Jahrhundertwende mit vielen schönen verzierten Elementen. Hier war mir die Schlange dann doch zu lange… schade, ich wäre gerne auf dieser durchsichtigen Glasplattform gestanden. Aber nu ja. War vor 25 Jahren auch schon zu voll.

La Tour Eiffel

10.000 Tonnen Stahl

Als wir genug Impressionen gesammelt hatten, entschlossen wir uns, einen Spaziergang entlang der Seine zu machen. Es war ein traumhaft schöner Tag, der die Pracht dieser Stadt eindrucksvoll in Szene setzte. Hier erkennt man, wie ganz Europa vor dem 2. Weltkrieg ausgesehen haben muß. Ich selbst kenne Städte wie bspw. Mannheim (früher eines von Europas Kulturzentren) in seiner ursprünglichen Form nur von alten Photos und könnte bisweilen heulen, was in unserem Land alles an Pracht und Prunk verloren gegangen ist und aufgrund fragwürdiger politischer Entscheidungen auch heute noch verloren geht.

DSC09511

Unser beider Fitneß über- und das Alter meiner Mutter unterschätzend, war die Zeit für das letzte Ziel leider zu knapp (Kathedrale Nôtre-Dame). Wir mußten dringend einen Weg finden, zum Bahnhof zu kommen, denn es war bereits kurz vor 18 Uhr, und der Zug sollte um 19 Uhr abfahren.

Ab da begann eine quälerische Hatz über die Pont de la Concorde zum Place de la Concorde und die verzweifelte Suche nach der dortigen Metro-Station. Diese war zwischen Bauarbeiten versteckt und nicht beschildert. Irrig ging ich davon aus, daß wir von dort mit der Linie 1 wieder zu Châtelet kommen – leider nein, das blöde Ding hielt nicht überall und ich konnte die Zeichen auf der Karte nicht mehr deuten. Von da an mußten wir mehrfach hin und her eilen und fahren – keine einzige Bahn fuhr in die Richtung, die wir brauchten… kurz vor dem Kollaps (ernstlich) bestiegen wir ein Taxi und waren einige wenige Minuten vor Abfahrt unseres Zuges am Gleis. Völlig entkräftet.

Zwei Stunden später waren wir wieder Saarbrücken und weitere knappe 2 Stunden später – um 23 Uhr – wieder in heimischen Gefilden.

Kaputt, Schmerzen am ganzen Leib, ausgedörrt, aber vom Glück dieser einmaligen Erfahrung beseelt.

Paris… ich komme wieder!! 🙂

PS:

Und als nächstes kaufe ich mir ein Reisezoom. Diese beschissene Objektivwechslerei und -schlepperei tue ich mir auf solch einem Trip nie wieder an. Und das Stativ hätte ich bei dem Wetter auch zuhause lassen können 😉

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Eine Antwort zu “Ein Tag in Paris – die Photostory

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