DSLR oder spiegellose Kamera? – Was ergibt heutzutage mehr Sinn?

Tja, das ist eine der Gretchenfragen heutzutage, wenn man davor steht, sich eine neue Kamera zu kaufen.

Es gibt viele, die wollen unbedingt „etwas in der Hand“ haben und ziehen es vor, sich eine Spiegelreflex zu kaufen. Ein weiterer Vorteil ist, daß der Autofokus momentan noch schneller ist, als bei spiegellosen System – das aber auch nur manchmal und auch nur noch marginal. Kameras wie Fujifilms X-T1 oder Sonys A6000 stellen beinahe alles in den Schatten, wenn es um reine AF-Speed geht.

Auch ich wollte unbedingt eine große, schwere Kamera besitzen. Ich habe mir vor etwa eineinhalb Jahren noch eingebildet, man kann nur was sein, wenn man was zeigt… OK, ich hatte damals auch die A7 ins Auge gefaßt, aber: nur 1 Card-Slot und letztlich die Größe hatten mich tatsächlich abgeschreckt. Die Kamera war mir zu klein für meine Pranken.

Nach nun etwas über einem Jahr Nutzung meiner Sony A99V mitsamt den ganzen Objektiven muß ich sagen: das Ding wird mir zu schwer. Manchmal. Ich will nicht auf große, lichtstarke Objektive verzichten – ein weiterer Punkt, den viele noch anführen, wenn es um spiegellose geht, daß es da einfach zu wenig gibt, und wenn doch, dann sind die Dinger genauso riesig, wie bei einer DSLR und somit der Größen- und Gewichtsvorteil dahin – tja, aber man hat die Wahl!! Es gibt einigermaßen lichtstarke Objektive, die klein sind (bspw. mit f/1.8 oder f/2.8) – zugegeben, eine Festbrennweite mit 2.8 ist schon nicht so dolle, wenn es nicht gerade ein Makro ist. Aber: man hat die Wahl. Und mal ehrlich… meistens muß man eh abblenden.

Inzwischen überlege ich jeden Tag angestrengt, meine A99 zu verkaufen und mit einer A7s und/oder eine A7r zu kaufen (bzw. eine A7r II, wenn sie dann mal kommt und bezahlbar ist). Die Dinger sind leicht, können mit Batteriegriff vergrößert werden und haben im Grunde das mir ohne bekannte Format alter SLRs wie bspw. meiner Minolta X-700 – die Sonys sehen sogar fast genauso aus.

Wenn ich es möchte und brauche, kann ich große, lichtstarke Objektive kaufen, ich kann Fremdlinsen adaptieren, ich kann auch meine alten Linsen per Adapter dranpappen…

Meiner Ansicht nach, hat es inzwischen nur noch wenig Sinn, sich eine DSLR zu kaufen, denn die spiegellosen werden – vielleicht auf lange Sicht, aber sie werden – den markt übernehmen. Die beiden Systeme werden schon noch eine ganze Weile nebeneinander existieren, schon alleine deshalb, weil Nikon und Canon den Markt einfach verpennt haben und sich jetzt fast lächerlich machen, wenn sie mit spiegellosen angreifen und sich die Altkunden vergraulen – aber allzu lange warten sollten sie nicht mehr.

Wer das Geld in die Hand nimmt und in die Photographie mit Wechseloptik einsteigen will… der sollte wirklich keine DSLR mehr holen… Der sollte sich überlegen, was er machen will, denn da muß man aufpassen. Freilich kann man auch eine dicke Canon kaufen + Linsen und die Objekve später weiter verwenden, wenn Canon mal begriffen hat, wohin sich der Markt orientiert.
Aber ich würde momentan tatsächlich auf Sony setzen… Investiert man hier in Linsen höchster Güte (Sony und Zeiss und/oder auch Sigma und Tamron), dann ist man mit dem E-Bajonett auf der sicheren Seite und kann zudem noch allerlei anderes adaptieren: Canon, Leica, Minolta usw usw usw.

Auch Fuji ist extrem interessant: die gehen ja scheinbar bald auf APS-X und man kann wohl die neueren Objektive dafür verwenden.
Olympus ist so eine Sache – wer hier heimisch wird, ist auf Teufel komm raus an MFT gebunden.

Lange Rede… ich bin der Ansicht, daß den spiegellosen die Zukunft gehört – sie sind kleiner, leichter, könne – wenn man das will – auch groß und schwer sein; ein mechanisches Teil fällt weg (Spiegel), man ist flexibler und schaut nicht allzu bange in die zeitliche Ferne. Die Entwicklung zeigt deutlich in Richtung innovativen Unternehmen namens Sony, Fujifilm, Olympus, Panasonic & Co. – viele Profis wechseln schon…

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9 Antworten zu “DSLR oder spiegellose Kamera? – Was ergibt heutzutage mehr Sinn?

  1. Mach es , ich habe es jedenfalls nicht bereut . Viele Einsteiger denken sich Spiegelreflex = Profi und hängen sich dann tonnenweise Technik um den Hals . Meine Fuji X-T1 mit dem Fujinon 56/1.2 bringt es auf ca. 900 Gramm , Canon EF 85/1.2 ll bringt es auf 1025 Gramm + Kamera .

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  2. Ich habe vor etwas mehr als drei Jahren mit der NEX-7 meine erste E-Mount gekauft – als Reisekamera, denn für Hochzeiten, Shootings, etc. war ich weiterhin mit A99 und A77 unterwegs. So nach und nach habe ich mich aus der kommerziellen Fotografie zurückgezogen – die Gründe sind eine andere Geschichte – und habe irgendwann gemerkt, dass mir das ganze Geraffel einfach zu schwer wurde. Die A77 musste als Erste gehen inkl. der APS-C Objektive – sie war ohnehin nur Backup-Body bzw. Kamera mit zweiter Brennweite wenn es schnell gehen musste. Dann kam die A7 und bald die A6000 für die NEX-7 und bis auf 70-300 G, 70-400 G und mein heiß geliebtes Sony 135 STF ist nichts mehr geblieben. Ich habe den Schritt nie bereut – im Gegenteil: Fotografieren macht immer häufiger immer mehr Spaß, denn die Kamera ist immer dabei. Für die Reise habe ich nun eine A6000 mit 10-18 und 16-70 und für das alltägliche die A7 mit FE 35F2.8. Das FE-Objektivangebot ist mittlerweile groß genug und man findet für vieles das richtig Material – auch wenn es hin und wieder etwas an der Lichtstärke fehlt. Tatsächlich macht es aber keinen großen Unterschiede, ob ich ein A-Mount 16-35 F2.8 auf Blende 4 abblenden muss oder ein FE 16-35 F4 bei Offenblende nutzen kann, oder?

    Also trau‘ Dich, Du wirst es nicht bereuen. Die Frage ist eben nur, ab eine A7-II nicht genug Megapixel sind? Diese Frage habe ich für mich beantwortet: 24 Megapixel reichen vollkommen – 16 MPx wären mir eigentlich lieber. 🙂

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    • Ich habe das vor allem bei meinem Paris-Trip vor 2 Wochen gemerkt – was hätte ich für eine A6000 mit Superzoom gegeben!!

      24 MP reichen natürlich völlig – die habe ich jetzt bei der A99 ja auch. 🙂

      Ich überlege viel mehr, ob ich nicht einfach die A7s kaufe.
      Irgendwann möchte ich eine Kamera für Low-Light haben, eine für Landschaften mit viel Auflösung und eine Immerdabei.

      Geplant sind (ob sich das irgendwann umsetzen läßt ist die andere Frage – kostet immerhin einen Haufen Geld):
      A7s
      A7r II (so sie mal kommt)
      A6000

      Meine A99 werde ich wohl verkaufen. Es ist eine tolle Kamera, aber wenn ich ehrlich sein soll: daß sie immerzu ⅓-Blende Licht schluckt durch den SLT-Spiegel, nervt mich schon.

      Und da liegt eben auch der Hase im Pfeffer. Ob ich nun eine A99 und ein Objektiv mit 2.8 nehme, bei dem effektiv hinten 3.5 rauskommt, oder ob ich ein 4er nativ nutze, ist auch schon egal – wobei es letztlich noch um das Freistellungspotenzial geht… ich kann meine 2.8er aber weiterhin benutzen mittels Adapter – so what?!

      Den Griff zur A7II hätte ich fast schon getan – ist eine tolle Allround-Kamera. Aber ich möchte schon eine für spezielle Situationen – und da ergeben dann 2 Bodies für mich mehr Sinn.

      Allerdings… gestern gerade habe ich Aufnahmen von A7s und A7r verglichen… wenn ich Zeit finde, schreibe ich dazu noch einen Blogartikel heute – die Unterschiede waren bis ISO 6400 marginal.

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      • Dein letzter Satz deckt sich mit meinen Erkenntnissen. Ich mache hin und wieder auch mit der A7 Aufnahmen bis ISO 6400 und es ist schon erstaunlich zu sehen was da rauskommt. Das ist alles bis A2 druckbar ohne erkennbares Rauschen – mehr brauche ich nicht, dann wären mir die 12 MPx zu wenig. Wenn ich jedoch mehr Video machen würde wäre die A7s unumgänglich.
        Spannend zu sehen wie andere darüber denken….

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      • Das mit den 12 MP ist ein wenig der Knackpunkt.
        Auch 12 Megapixel genügen eigentlich, um noch auf A2 drucken zu können, wenn Kamera und Objektiv einen guten Job machen und der JPEG- oder TIFF-Export druckfähig ist.

        Aber gestern in Lightroom… ich habe die A7s- und die A7r-Dateien nebeneinander verglichen.
        Aufgrund der dreifachen Auflösung der A7r habe ich die Datei der A7s auf 2:1 vergrößert… und sah dann schon Randartefakte/Treppenbildung und es wurde also pixelig. Das hatte ich so nicht erwartet.

        Es kommt aber wirklich darauf an, was man mit der Kamera machen möchte – sie ist in der Tat schon ziemlich auf das Filmen/den Videodreh ausgelegt und damit habe ich nun gar nichts am Hut.
        Aber: wenn ich bspw. in Zukunft doch weiter Konzertphotographie machen sollte oder eben doch mal auf bestimmten Events solche LowLight-Fähigkeiten brauche, dann kommt man an solch einer Kamera eig nicht mehr vorbei. Für normale Abzüge genügen die MP sowieso.

        Ich glaube, man ist heutzutage auch einfach dramatisch verwöhnt, was die Auflösung angeht.

        Es gibt Profis, die machen damit Fashion-Portraits für Magazine – scheint also zu genügen.

        Ich habe für mich beschlossen, daß ich auf jeden Fall eine neue haben möchte, denn die A99 kackt ab ISO 3200 deutlich ab. Da macht sich das Upgrade von BIONZ- auf BIONZ X-Prozessor wohl doch deutlich bemerkbar.

        Auch eine Canon 5D III spielt bis 6400 und 12800 noch gut mit, was mich für deren Alter und Auflösung dann doch überrascht hat. Aber gegen die beiden Sonys kommt sie nicht an. Die A7r ist natürlich ab 6400 schon aufgrund der Pixeldichte nicht mehr wirklich zu empfehlen – dafür ist sie aber auch nicht gemacht. Das kann dann wiederum die A7 II besser aufgrund der geringeren MP.

        6400 sind aber schon weit jenseits dessen, was man vor z.B. 5 gewohnt war. Wenn ich da an meine alte Canon 400D denke… die hat bei 1600 derart gerauscht, daß ich dachte, die Kamera ist kaputt. In dieser Form rauscht die A7s erst bei ISO 200.000 und darüber. Das ist dann schon krass.

        Ich für mich habe leider öfter festgestellt, daß ich diversen Situationen dachte: bäh, das rauscht zu arg.
        Und das sogar schon bei ISO 400 oder 800 bei der A99 – klar, das is dann Pixelpeeping… aber in dunklen Bereichen war mir das streckenweise echt zu arg.

        Die A7s sieht bei ISO 1600 aus, wie die A99 bei ISO 200 oder ISO 400. Das beeindruckt mich schon.

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