Sony-Kameras: eine Übersicht der Modelle

Es ist noch gar sooo lange her, da habe ich mich das erste Mal für Sonys Kameras näher interessiert, nämlich als ich vor ca. 1,5 Jahren den Wechsel von Canon vollzogen habe.

Von den „großen Drei“ ist Sony definitiv derjenige Hersteller, der die unlogischste Nomenklatur bei seinen Modellen verwendet. Bei Canon und Nikon kann man die Systematik relativ schnell durchblicken: Canons einstellige Kameras wenden sich eher an den hochambitionierten Amateur bzw. Profi, die zweistelligen bilden die Mittelklasse, die dreistelligen dann die Einsteigerklasse (1D, 5D, 70D, 750D, 1100D). Bei Nikon sind viele vierstellig, aber dort sind die mit den höheren Zahlen die Einteiger und die Mittelklasse (D4s, D810, D7200, D5300 usw), Nikon ist aber schon verwirrender als Canon.

Sony hingegen hat hier eigentlich nur Chaos am Start. Zwar sind die Kameras anderen oft überlegen, diese aber finden oder erkennen zu können, ist eine echte Herausforderung, wenn man sich das erste Mal damit beschäftigt. Zunächst einmal gibt es die Kameras mit Spiegel (SLT, feststehender Spiegel, halbdurchlässig), die Kompaktmodelle und die spiegellosen Systemkameras. Früher war es einfacher, denn es gab Alphas und NEX-Kameras. Alphas waren die Spiegelreflex-Modelle und SLT-Kameras, und die NEXen waren die speigellosen mit neuem E-Bajonett.

Und dann kam die A7…

Eines vorweg: bei Sony kann man erst einmal nicht anhand der Zahl erkennen, in welcher Liga die Kamera spielt – man muß es wissen.
Beginnen wir mit den derzeit verfügbaren SLT-Modellen (Exkurs: SLT = Single Lens Translucent = feststehender Spiegel = eig. keine Spiegelreflex).

Sony Alpha A58
Sony Alpha A68 (Artikel-Update am 07.11.2015)
Sony Alpha A77 II
Sony Alpha A99

Richtig, es gibt aktuell nur 3 Kameras mit feststehendem Spiegel, auf die man (nativ) die Objektive mit A-Bajonett (Sony, Minolta) schrauben kann. Die A65 wird nicht mehr produziert, lebt aber in Form des Autofokus im LA-EA4-Adapter weiter. (nach dem Update gibt es jetzt wieder 4 SLT-Kameras)

Die A58 ist an Einsteiger gerichtet. Sie hat das kleinste Gehäuse und ist am günstigsten, bietet aber bereits einen recht beachtlichen Funktionsumfang; diese Kamera hat einen APS-C-Sensor.
Die A77 II hat ebenfalls einen APS-C-Sensor, ansonsten aber einen ähnliche oder gar überlegenen Funktionsumfang im Vergleich zur großen Schwester A99. Die Kamera richtet sich also an ambitionierte Amateure und Profis.
Gleiches gilt für die A99 mit Vollformatsensor.

Man kann die vier also wie folgt einteilen:
A58 = Einsteiger
A68 = Aufsteiger
A77 II = Mittelklasse
A99 = Oberklasse

2015 soll ein Nachfolger der A99 vorgestellt werden.

Hierbei wird auch deutlich, da Sony dem A-Bajonett (engl. A-Mount) eigentlich keine große Beachtung mehr schenkt.

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Bei den Systemkameras ohne Spiegel (mit E-Bajonett) sieht es anders aus. Ich liste hier nicht die Kameras auf, die vielleicht noch erhältlich sind, sondern diejenigen, die auch noch produziert werden oder auf Lager liegen, also de facto aktuell sind.

Sony Alpha A3000
Sony Alpha A5000
Sony Alpha A5100
Sony Alpha A6000
Sony Alpha A7
Sony Alpha A7r
Sony Alpha A7 II
Sony Alpha A7r II
Sony Alpha A7s
Sony Alpha A7s II

Die dreistelligen Kameras sind die Kompaktmodelle mit APS-C-Sensor. Die A3000 + A5000 bilden die Einsteigermodelle, A5100 und A6000 die Mittelklasse.
Die einstelligen Kameras bilden die Oberklasse mit Vollformatsensor, wobei die A7 und die A7r Auslaufmodelle sind, da es bereits Nachfolger gibt. Die A7 wird meines Wissens auch nicht mehr produziert und befindet sich preislich im freien Fall. Wer also günstig ins Vollformat einsteigen will, kann hier bedenkenlos zuschlagen.
Die A7 II ist hierbei der Allrounder, die A7s richtet sich an Low-Light-Enthusiasten und Videographen, die ganz neue A7r II (ab August erhältlich) ist Sonys neues Flaggschiff.
Auch hier kann damit gerechnet werden, daß Sony 2015/2016 einen Nachfolger der A7s bringt. Auch eine A6100 oder A7000 (mit APS-C-Sensor) tummelt sich seit langem als Gerücht im Netz und soll noch 2015 vorgestellt werden.

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Neben den Kameras mit Wechseloptik bietet Sony auch noch Kompaktmodelle mit fest installiertem Objektiv (Festbrennweite) an:
Sony RX100 IV
Sony RX 10 II
Sony RX1
Sony RX1RII

RX10 II und RX100 IV sind ganz neu (hier dürfte es für eine Weile die Vorgänger noch immer günstigeren Preisen geben. Die beiden Kameras haben einen sehr kleinen Sensor, aber einen monströsen Funktionsumfang.

Die RX1 ist das Wunderkind der drei – in einem extrem kleinen Gehäuse steckt ein Vollformatsensor. Für eine sog. „Point & Shoot“-Kamera eine tolle Sache… die ziemlich teuer ist.

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Das sind also die („ernst zu nehmenden“) Modelle von Sony – natürlich hat der Konzern auch noch Superzooms und Kompaktknipsen im Angebot, die gleichfalls ein fest installiertes Objektiv haben (Zoom). Das sind dann die DSC-Modelle (HX400, HX90, HX60 usw.).

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3 Antworten zu “Sony-Kameras: eine Übersicht der Modelle

  1. Vielen Dank für diese ausführliche Info!

    Da ich wohl demnächst mir eine neue Sony besorgen welche, habe ich hier ja schon mal einen ganz guten Überblick bekommen.

    Mein Favorit ist die Alpha 77 II, Dein Satz „Hierbei wird auch deutlich, da Sony dem A-Bajonett (engl. A-Mount) eigentlich keine große Beachtung mehr schenkt“ stört mich dabei allerdings ein wenig.

    Ich selber arbeite noch mit der Alpha 200 (ja richtig gelesen) und würde gerne bei dem A-Bajonett bleiben.

    Aber man wird noch sehen, werde mich erst nochmal etwas schlauer machen müssen, vielleicht kommt es ja auch noch anders.

    Gruß, Andreas

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  2. Pingback: A-Mount-Lebenszeichen: Sony A68 vorgestellt | sebastian fischer photography

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