Was mich an der Photographie ganz allgemein stört

Die Photographie ist ein wahrlich schönes Hobby und für sehr viele auch der Traumberuf. In nur wenigen Dingen kann man sich gleichermaßen sportlich, künstlerisch und meditativ gleichermaßen betätigen. Die digitale Revolution hat dafür gesorgt, daß praktisch jeder eine Kamera entweder im Schrank oder sogar mittels Smartphone immer dabei hat.

Die (mehr oder weniger) sprunghaft angestiegene Nachfrage seit Einführung der Digitalphotographie hatte zur Folge, daß man einige Dinge ändern mußte, um rasch und günstig die Märkte bedienen zu können.

Und hier kommen wir zum ersten Punkt, der mich an der Photographie wirklich stört:

Zu viele verschiedene Sensorgrößen bei Kameras mit Wechselobjektiven.

Praktisch jeder hat hier das Rad für sich neu erfunden… Mittelformat, Vollformat, APS-H, APS-C, MFT…
Zu Zeiten der Kleinbild-Filmkameras gab es die Vielfalt zwar auch schon, aber hier wußte man: kaufe ich eine Film-Kamera, passen auch die Filme (idR) – natürlich gab es etliche Ausnahmen.

Aber heute… führt diese Vielfalt auch zum nächsten Punkt, der mir „stinkt“:

Zu viele eigene Bajonette.

Der eine oder andere mag sich vielleicht sogar noch erinnern, als es z.B. den M42-Schraubanschluß gab. Alle möglichen Hersteller haben diesen verwendet, sodaß es egal war, welche Kamera man hatte. Heute dagegen gibt es eine unüberschaubare Anzahl an Bajonetten für alle möglichen Formfaktoren und keine Linse des einen paßt auf die Kamera des anderen (von MFT mal abgesehen). Wie schön wäre es, wenn man hier einfach wieder einen Standard einführen könnte.

Dritter Punkt: Das Marketing und „mehr ist besser“:
„Meine Kamera hat mehr Megapixel als Deine und ist viel besser.“
„Dafür hat kann meine viel höhere ISOs fahren und auch besser.“
Gerade hat der Megapixelwahn wieder angefangen… 42 MP auf der Sony A7r II, 50 MP auf der Canon 5Dsr und bald sollen 120 Megapixel kommen… Gut, die Entwicklung bleibt nicht stehen und nicht jeder will sich für 30.000 Euro eine Mittelformatkamera kaufen – wobei die auch günstiger werden.

Ich würde mich freuen, wenn das irgendwann aufhört… wird es aber wohl nicht. Es wäre deutlich sinnvoller, wenn sich die Hersteller erst einmal auf die Bildqualität und die Rauschfreiheit konzentrieren, auf kleine Dateigrößen, schnelle und gute Bildverarbeitungsprozessoren, schnelle Bus-Systeme, drahtlose Kommunikation usw.

Punkt 4: Kosten
Mal ehrlich. Was der Krempel kostet, ist schon nicht mehr normal. Man sieht es doch, daß bspw. Sigma und Tamron fast gleich gutes Glas herstellen können, als die anderen, die Objektive aber oft gerade mal ein Drittel kosten. Auch die Kameras sind so immens teuer, daß man jahrelang nur von ihnen träumen kann. Klar, es gibt Einteigerkameras – und in den letzten Jahren haben die Hersteller auch endlich umgedacht und z.B. eine Canon 6D gebracht. Warum aber eine A7r II 3.500 Euro kosten muß und die Objektive beinahe alle über 1.000 Euro… so erobert man keine Märkte. Gut, man kann immer noch die erste Riege der 7er-Kameras kaufen, die sind deutlich günstiger – die Objektive aber immer noch zu teuer.

Was wirklich schön wäre:
Nur noch Vollformat-Kameras und ein einheitliches Bajonett (meinetwegen eines für spiegellose und eines für DSLRs). Dann noch eine Konzentration bei der Entwicklung auf Bildqualität und Rauschverhalten – dann wäre die Photowelt schon viel besser 🙂

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