Warum ich meine A99 verkauft habe… und warum ich keine A7r II haben will

Erst vor ca. 1,5 Jahren habe ich mir die Sony Alpha A99V gekauft – für viel Geld. Dazu gab es ein Tamron SP 24-70mm Di USD und im Laufe des Jahres so einige alte Minolta-Linsen, von denen mittlerweile auch wieder einige verkauft wurden (50mm 1.4, 17-35mm 2.8-4).

Warum?

Nun, zum einen hatte ich ja im April dieses Jahres eine A7s erstanden. Ich muß gestehen, daß ich zwischendrin an meiner Entscheidung zweifelte, als die A7r II das Licht der Welt erblickte, denn auch ich bin nicht frei von Fehl und den (lügenbehafteten?) Werbeaussagen der Hersteller, sowie dem Internethype durchaus zugänglich und dafür empfänglich. Die Zweifel ließen mich dann tage- und wochenlang (wieder) Tests und Erfahrungsberichte über die A7s lesen… bis mir irgendwann ein Licht aufging: mach doch Deine eigenen Erfahrungen, Du Depp.

Ich schleppte also meistens zwei Kameras mit mir herum, denn das war es, was ich immer wollte: zwei Kameras und keine lästigen, zu häufigen Objektivwechsel mehr. Die A7s ist klein und handlich, hat aber (O GOTT) nur 12 Megapixel; die A99V ist groß und schwer und hat 24 Megapixel. A99V + Minolta AF 80-200 APO G HS bringen zusammen über 2 kg auf die Waage und ich kann Euch sagen: das nervt!! Wer hätte das gedacht… vor 1,5 Jahren wollte ich unbedingt „was in der Hand haben“, denn wer keine Kamera von den Ausmaßen eines Kleinwagens hat, der kann doch keine vernünftigen Photos schießen…

Nach Monaten des Hin- und Hergerissenseins (ich wollte schon ALLES, was ich habe an Equipment habe verkaufen, wegen der A7r II) wurde mir einiges klar:
a) das geringe Gewicht der A7s ist mir EXTREM wichtig.
b) 12 Megapixel reichen FÜR ALLES, was ich mache LOCKER aus

Verkauft habe ich die A99 dann, weil ich (endlich) ein Zeiss-Objektiv haben wollte und ich wollte mein Minolta 17-35mm mit dem Sony/Zeiss 16-35mm ersetzen – einmal wegen der Bildqualität und dann auch, weil ich endlich eine native E-Mount-Linse haben wollte und mir das Adapter-Gewechsel auf die Nerven ging – und ja: der LA-EA4 ist groß und unhandlich und häßlich nervt mich eigentlich nur nicht, solange er an einer Mammut-Linse klebt wie eben dem „Weißen Riesen“.

Mittlerweile wechsle ich also wieder mehr Objektive und möchte wieder eine zweite Kamera – die kann man sich aber – logischerweise – nicht einfach so kaufen, geschweigedenn aus den Rippen schneiden; manche vll schon, ich nicht.

Was also möchte ich als nächstes haben?
Etwa doch die A7r II?
Nein, auf keine Fall!! Aber warum nicht? (Notiz: klar: geschenkt schon, sie ist absolut eine der besten Kameras auf dem Markt…)
a) Ich croppe nicht – jedenfalls versuche ich es.
b) ich will nicht alle zwei Monate eine neue Festplatte kaufen, weil mir der Speicher ausgeht
c) ich sehe es nicht ein, so viel Geld für eine Kamera zu zahlen

Wegen Punkt c) fällt dann auch die A7s II aus – ein wirklich feines Gerät.
Ich arbeite jetzt schon eine ganze Weile mit der A7s und bin zu dem Schluß gelangt, daß ich mir für mich eine zweite A7s wünsche. Neulich habe ich 2 meiner Photos auf A2 drucken lassen und ich bin von den Ergebnissen absolut begeistert. Ich bezweifle stark, daß ich langfristig größere Drucke brauchen werde – und selbst dann bin ich mir (relativ) sicher, daß die 12 MP auch für A1 noch ausreichen.

Ich habe festgestellt, daß ich – zumindest bilde ich mir das ein – von Jahr zu Jahr besser werde und auch beim Bildaufbau weniger Fehler mache, als früher – wenn ich croppe, dann meistens, um ein Bild in einem anderen Format darstellen zu können, also bspw. 1:1, 16:9 oder auch 4:3 (hochkant). Mir geht es dabei eigentlich nie darum, bestimmte Bildausschnitte herauszuschneiden, weil ich nur diese brauche… Und die 12 Megapixel-RAWs sind extrem ressourcen-schonend, was Speicherplatz und Datentransfer-Rate anbelangt.

Das neue Zeiss 16-35mm f/4 ist übrigens ein tolles Objektiv, auch wenn ich in dieser Preisklasse definitiv ein oder zwei Dinge vermisse:
a) einen manuellen Fokus-Umschalter von manuell auf Autofokus
b) einen manuellen Umschalter für den Steady-Shot
c) einen manuellen Blendenring
d) einen echten AF-Ring und nicht dieses Fly-by-Wire oder wie das heißt.
Immerhin kostet das Ding (bei nur f/4) noch 1.200 Euro – da darf man eigentlich wirklich etwas mehr erwarten. Aber insgesamt ist das ein tolles Objektiv, wenn auch optisch nicht ganz frei von Fehlern, wie bspw. chromatische Aberrationen und krasse Lens-Flares (je nach Aufnahmesituation).

Jedenfalls: überlegt Euch mal – die meisten von uns drucken mal ein Buch oder ein kleineres Poster. Die meisten Bilder wandern als JPEG ins Netz und dort ist die Auflösung scheißgeal. Was will ein normaler Amateur mit einer A7r II??!! Eine RAW dieser Kamera verschlingt über 80 MB – bei nur 10 Aufnahmen sind das schon 800 MB. Und auch die SD-Karten müssen immer schneller und besser und größer sein.
Mit meiner A7s komme ich mit einer 32 MB-Karte sehr lange aus.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: wer eine A7r II will und sie sich leisten kann: nur zu und viel Spaß damit. Jedem das seine.

Und das Gewicht einer DSLR/SLT will ich – ehrlich gesagt – nie wieder mit mir rumtragen. Ich finde auch den Handgriff der „normalen“ A7s sehr gut und ich kann die Kamera extrem gut bedienen. Auch der Auslöseknopf liegt (für mich) perfekt.
5-Achsen-Bildstabilisierung und dergleichen wären eine feine Sache – die paar Gimmicks ändern aber nichts an der Art, wie ich photographiere und ich sehe nicht ein, fast den doppelten Preis für ein oder zwei Features mehr zu zahlen. Ja, der Fokus bei A7r II und A7s II ist besser – so what? Ich bin kein Sportphotograph. Und wenn ich das doch mal machen will, kaufe ich mir eine alte A6000. Ja, die A7s soll Low Light noch besser können – und die A7s III, die, wenn Sony so weiter macht, 2016/2017 kommt, wird das noch besser können… so what?

Also wird meine nächste Zweitkamera – so das nötige Kleingeld denn irgendwann ggf. verfügbar sein sollte – wahrscheinlich wieder eine A7s werden. Dieses kleine, charmante Werkzeug ist mir inzwischen doch ans Herz gewachsen, auch wenn ein zweiter Card-Slot vll noch fehlt…
Übrigens komme ich mit der Akku-Laufzeit bestens aus – ich habe einen Akku auf meinen Touren (glaube ich) noch nie leer gemacht – aber der zweite Akku ist eh Pflicht, egal ob DSLM oder DSLR…

In diesem Sinne: schönen Sonntag noch und immer gutes Licht 🙂

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