DPI & PPI, DIN-Formate und Druckgrößen

Es ist soweit, es gibt einen weiteren kleinen Artikel zum Thema Photos drucken. 🙂

Viele sind sicherlich das eine oder andere Mal verwirrt, wenn es um die sog. „DPI“ geht und können damit nicht wirklich etwas anfangen. Druckereien und viele andere (selbsternannte) Experten kommen, wenn es darum geht, ein Poster zu drucken idR mit dem Satz daher: „Bitte liefere mir eine druckfähige Datei mit 300 DPI.“

Hä?

Genau.

Also: „DPI“ bedeutet „Dots per Inch“ oder auf Deutsch „Punkte pro Zoll“ und beschreibt nichts anderes als eben die gedruckten Farbpunkte pro Zoll auf einem Blatt Papier. Je mehr Punkte pro Zoll, desto hochauflösender ist der Druck, desto weniger sieht man vom Druckraster.
Ähnlich sieht es dann bei den sog. „PPI“ aus – das sind die „Pixel per Inch“ oder eben die „Pixel pro Zoll“. Auch hier gilt: je mehr Pixel, desto höher die Auflösung.

Der Unterschied liegt darin: Pixel sind es auf dem Monitor/in der Kamera, und Punkte auf dem Drucker/dem Blatt Papier.


(Bildquelle: Wikipedia.de)

1:1 umrechnen kann man das eigentlich nicht, der Unterschied ist aber für hier uns heute marginal und soll uns nicht weiter verwirren. Wir nehmen jetzt einfach mal an, daß DPI und PPI im Grunde dasselbe sind.

Die Anzahl an DPI/PPI läßt keine dezidierten Rückschlüsse auf irgendeine Qualität zu, wir können damit lediglich bestimmen, wie groß wir drucken können, respektive wie weit wir vom Bild entfernt sein müssen, um das Pixel- oder Druckraster nicht mehr erkennen zu können.

Wikipixel
(Bildquelle: Wikipedia.de)

Man kann auch niedriger aufgelöste Motive größer drucken mittels sog. Skalierung, wobei dann eine Interpolation stattfindet. Will ich ein Bild vergrößern, muß ich die Anzahl der Punkte evtl. ebenfalls erhöhen – Programme wie Photoshop können hier benachbarte Pixel klonen. Das funktioniert ggf im kleinen Rahmen ganz gut, stößt aber echt schnell an seine Grenzen.
Beim skalieren/vergrößern verringert sich die Anzahl der DPI/PPI!!
Soll heißen: vergrößere ich ein Bild das bei A4 300 PPI hat auf A1 kommen am Ende vll. 120 PPI raus. Umgekehrt verkleinert sich das Bild, wenn ich aus 300 DPI 400 DPI mache, weil mehr Pixel auf einem Zoll untergebracht werden müssen.

Dpi_ppi
(Bildquelle: Wikipedia.de)

Wenn wir ein Photo aufgenommen haben und bearbeiten es anschließend zB in Lightroom oder Capture One, dann wollen wir es irgendwann exportieren. Druckereien sagen zwar oft, sie wollen PDFs oder TIFFs, eine JPEG genügt aber idR völlig. Ich drucke alle meine Bilder als hochauflösende JPEG und habe keinerlei Probleme damit.

Hochauflösend? Ja, da sind wir wieder beim Thema: beim Export stelle ich in Lightroom & Co. dann ein, mit viel DPI/PPI das Bild gespeichert werden soll. Wie groß das Bild dann letztlich ist (also von der cm-Abmessung her), wird durch die Anzahl der Pixel des Bildes bestimmt (Megapixel).

Interessant ist hierbei, sich einmal zu vergegenwärtigen, welche Blattformate es gibt.
Hier einmal die gängigen DIN-Formate bei einem Bildverhältnis von 4:3

Dabei ist DIN A0 das größte – die Fläche eines solchen Posters beträgt ca. 1 Quadratmeter oder 9933 x 14043 Pixel bei 300 DPI/PPI.
Daraus folgt: wenn Ihr ein Photo in der Größe von ca. A0 bei 300 DPI ausdrucken wollt, braucht Ihr eine Kamera mit einem Sensor, der 139.489.119 Pixel liefert oder eben knapp 140 Megapixel.

Bei der Berechnung braucht Ihr also nur die Kantenlängen und die PPI. Bitte dabei nicht vergessen, daß es weitere Bildformate gibt, wie:
3:2
16:9
usw.

Olympus und andere Hersteller nutzen das sog. mFT-Format (Micro Four Thirds); hier ist das Bildformat im Namen schon enthalten: 4:3. Vollformatkameras und solche mit APS-C-Sensor haben idR ein Bildformat von 3:2.
16:9 ist bspw. ein Breitbild-TV.
Natürlich kann man im Bildbearbeitungsprogramm oder RAW-Konverter seine Aufnahmen auf jedes beliebige Format zuschneiden (croppen).

Ausgehen von den o. g. Beispiel mit 140 Megapixel schauen wir jetzt mal, was heutige Kameras so alles an Auflösung liefern. Die 140 Megapixel sind derzeit eigentlich nur im Mittelformat anzutreffen, weil die extrem großen Sensoren eine solche Pixelanzahl eher zulassen, als kleinere Sensoren. Denn je größer die Pixeldichte wird, desto eher muß man mit Verlusten bei der Bildqualität rechnen (Bildrauschen etc.) – die Kameras und Sensoren werden aber diesbezüglich immer besser.

Eine Canon EOS 5Ds(r) hat 50 Megapixel. Die Bildgröße beträgt 8.688 Pixel x 5.792 Pixel.
Bei 300 DPI wäre DIN A1 7016 x 9933 und DIN A2 4961 x 7016. Die Canon mit ihren 50 Megapixel liegt also irgendwo dazwischen.
DIN A1 entspricht von der Größe her übrigens einem Standard-Großformat-Poster (meistens mit einer Kantenlänge von 90×60 cm).

Eine Sony A7r II löst mit 42 Megapixeln auf. Das sind 7.952 × 5.304 Pixel. Das liegt zwischen A2+ und A3 bei 300 DPI (4961 x 7016 bzw. 3508 x 4961).

Eine Kamera mit 24 Megapixeln produziert Dateien mit 6000 x 4000 Pixeln. Geht immer noch für A3+.

Eine Kamera mit 12,2 Megapixeln (Sony A7s) hat 4240 x 2832 Pixel. Bei 300 DPI ist das ca. DIN A4.

Kommen wir nun wieder zur spannenden Frage: muß ich dann eine Kamera haben, die 50 Megapixel hat, um DIN A1 drucken können?
NEIN!!
Es ist so: je mehr Pixel auf dem Sensor sitzen und je besser das Objektiv ist, das auf der Kamera sitzt, desto besser und hochauflösender sind die Dateien, desto weiter kann ich skalieren und interpolieren ohne Verluste und desto detailreicher ist das Motiv (nicht notwendigerweise besser). Dabei sollte der Sensor möglichst groß sein. Also erst einmal nicht die Auflösung, sondern tatsächlich die physikalische Größe. Aus einem winzigen 1“-Sensor mit 50 Megapixel (nur ein Bsp., ich glaube, das geht gar nicht) kommt mit ziemlicher Sicherheit nur Matsch raus.

Wie ich an anderer Stelle schon einmal beschrieben habe, habe ich auch schon 12 Megapixel bei 300 DPI auf ca. A1 gedruckt und das Ergebnis sieht super aus. Eben weil man vor einem solch großen Bild nicht mit der Nase dranpappt und Pixel zählt – man will das Motiv auf sich wirken lassen und dazu braucht man Abstand. Es gibt freilich Motive und Photos auf denen es ggf bestimmte Dinge zu entdecken gibt, da ist es durchaus hilfreich, wenn man viele MP hat, weil man dann nah ans Bild ran möchte. Das ist aber sehr selten der Fall.

Wer über typische Photos für ein Album oder Photobücher bis A3 nicht hinauskommt, der braucht so etwas überhaupt nicht, weil man die feinen Details selbst bei minimalem Betrachtungsabstand von nur einigen cm gar nicht erkennen kann. Egal, ob nun mit 1.000 Megapixeln oder mit 3 Megapixeln aufgenommen (übertrieben dargestellt).

Wer sich normale Photoabzüge macht, dem reichen in der Tat wenige Megapixel. Und selbst A4-Photobücher verlangen nach wenig mehr als 10 MP. Wer also meint, er braucht unbedingt eine Kamera mit 40, 50 oder noch mehr Pixeln, der braucht das evtl. zum croppen, weil das Motiv es verlangt (oder er kann nicht photographieren und versaut immer wieder den Bildausschnitt), oder eben, weil er montrös groß drucken will, nämlich jenseits von A1 und A0.
Bedenket: selbst sog. Billboards an Häuserwänden haben oft nicht mehr als ein paar MP bzw. nur 72 DPI. Weil es auf die Entfernung einfach scheißegal ist. Wer sich 50 MP kauft, um die Photos im Netz zu posten oder um die Bilder in kleine Alben zu pappen, hat Geld verschwendet. Und zwar nicht zu knapp.

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2 Antworten zu “DPI & PPI, DIN-Formate und Druckgrößen

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