Apple… wir müssen reden.

Ein kleiner Blick über den Tellerrand der Photographie.

Ich arbeite seit ca 8 Jahren mit meinem Apple Macbook Alu Late 2008. Als ich es gekauft hatte, war noch OSX Leopard installiert. Im Prinzip… im Prinzip läuft das Ding seither wie ein VW Käfer. Im Prinzip.
Daneben nutze ich ein iPhone 5 (davor ein 4er), ein iPad 3, ein Apple TV und ein Apple Airport Extreme. Beruflich nutze ich noch ein iPhone 6.
Ich glaube, damit kann man sagen, ich bin Apple-User. Früher auch aus Überzeugung. Aber seit einiger Zeit gibt es ein paar Dinge, die mich sukzessive immer mehr an Apple stören.

Nun. Apple war immer hochpreisiger, als die Konkurrenz, aber in meinen Augen auch immer qualitativ hochwertiger, innovativer, langlebiger, benutzerfreundlicher. Das war mir den Mehrpreis absolut wert. Qualität kostet. Auch wenn sie von zarten Kinderhänden in China zusammengebastelt worden ist… oder so… ist ein anderes Thema.
Mit den neuen Produktreihen bei Apples Macbooks und iPhones hat sich aber so einiges eingeschlichen, das mir nicht gefällt. Zum einen ist das der exorbinant gestiegene Preis. Früher war vor allem das Speicheraupdate etc eine Frechheit – und ist es immer noch, vor allem, weil man den Speicher bei vielen Produkten nicht (mehr) selbst upgraden kann (das geht, glaube ich, nur noch beim 27“ iMac – ein Speicherupgrade von 8 auf 32 GB kostet hier 600 Euro); nein, jetzt ballert Apple den Preis für seine Produkte in Regionen, bei denen man sich durchaus fragt: geht’s noch? Denn vergleichbare Produkte der Konkurrenz, die idR auch leistungsfähiger waren (zumindest auf dem Papier), kosten da weniger als die Hälfte…

Beispiele:
Ein Macbook mit popligen 13“, 2 GHz und 8 GB RAM kostet inzwischen 1.700 Euro. Und da ist die neue, tolle Touch Bar noch nicht mal mit dabei. Die gibt es erst ab 2.000 Euro. Mal abgesehen davon, daß das jenseits von Gut und Böse ist – Apple Qualität hin oder her – kämpfen die neuen Modelle wohl extrem mit Grafikfehlern.
Ein halbwegs brauchbar ausgestattetes Laptop von Apple geht bei 2.700 Euro los. Ja… 2.700 Euro. Und da fehlt dann sogar der Kartenslot/CardReader, weil Apple ja seinen Kunden gerne erzählt, was sie brauchen und was nicht. Gut, ich selbst nutze einen solchen nie, weil ich die Kamera immer direkt verbinde – aber… ey… also, mal ehrlich…
Ein Laufwerk ist da natürlich nicht drin, denn das braucht niemand… und selbst wenn, könnte es keine BDs abspielen, denn die hat ja eh niemand…

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Mein Macbook ist immer noch OK – bis auf den Akku, der ist inzwischen am Ende; und diesen nun auszutauschen wäre wohl unwirtschaftlich; und ehrlich gesagt, ich weiß gar nicht, was das kostet und ob das überhaupt noch möglich ist. Das Gerät hatte ganz am Anfang nur 2 GB RAM; dieses konnte ich irgendwann auf 8 GB upgraden, nachdem Apple dem kleinen grauen Wunderding ein BIOS-Update verpaßt hatte. Nur… war die Freude über den Geschwindigkeitszuwachs von nicht allzu langer Dauer. Denn – so löblich die kostenlosen OS-Updates auch sind – man wird ständig mit Nachrichten genervt, daß man sein Betriebssystem upgraden soll, ganz egal, ob das für die alte Kiste einen Sinn ergibt oder nicht. Dann wird vollmundig behauptet, die Geschwindigkeit würde sich sogar verbessern, was absoluter Käse ist. Und seit einiger Zeit funktionieren nicht einmal mehr die Updates – auch der Apple Support weiß keinen Rat, denn es sollte eigentlich funktionieren, aber es gibt irgendeinen Konflikt mit der Time Machine. Daß das OS (früher?) über jeden Zweifel erhaben war, steht für mich außer Frage. Aber so allmählich schleichen sich hier auch immer mehr Kleinigkeiten ein – habe ich das Gefühl, ich kann es aber nicht an etwas Bestimmtem festmachen.

Eines meiner weiteren Sorgenkinder ist iTunes. Mal abgesehen davon, daß ich noch immer nicht einfach mein iPhone anschließen und die Bilder manuell in den Finder ziehen kann (auf Windows geht das… Apple… Ihr Deppen…), iTunes ist seit einigen Versionen in seiner Bedienung einfach nur noch absolute Oberscheiße. Da ist nichts mehr intuitiv, logisch und einfach, es ist überladen mit Blödsinn und hat seine „Usability“ eigentlich komplett eingebüßt. Statt sich hier auf die gute alte Zeit zu besinnen, verschlimmbessert Apple alle Nase lang und immer weiter das Programm. Und mal ehrlich… die Synchronisation mit iPhone & Co ist sowas von schlecht beschrieben…

Und damit kommen wir zum neuen iOS 10. Das hat mein iPhone 5 erstmal deutlich langsamer gemacht. Davon aber abgesehen… wurde die Funktion „Slide to unlock“ abgeschafft. Eine Funktion, die einem inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen ist seit dem ersten iPhone – und derentwegen Apple andere Hersteller mit Patentrechtsklagen überhäuft hat ohne Ende. Jetzt muß ich zweimal den Home-Button drücken… Apple… MANN!! GEHT’S EIGENTLICH NOCH??!! Steve Jobs rotiert seit einigen Monaten in seinem Grab, da wette ich drauf…

Mein iPhone 6. Gemessen am Apple-Standard ist das wohl das verkackteste Smartphone des Herstellers (6s etc habe ich noch nie in der Hand gehabt). Mal abgesehen, daß das OS darauf dauernd ruckelt und das blöde Ding dauernd abstürzt… es ist (für mich) zu groß und ich finde die seitliche Button-Anordnung einfach nur noch deplatziert. Jedesmal, wenn ich den rechten Knopf mit einer Hand bedienen will, verstelle ich links die Lautstärke…
Wenigstens hat man hier auf die eigenen Kunden gehört und das iPhone SE gebracht, denn – ja Apple – das iPhone 4 und das iPhone 5 sind Legenden und sind vom Design her die besten, sowie auch von der Größe. Uns was soll das bitte, den Kopfhörer-Stecker abzuschaffen…?! Da wollt Ihr wieder einmal den Kunden vorgaukeln, was sie zu benötigen haben und was nicht. Apple… ich möchte Dich jetzt gerne ein wenig beleidigen. Fühl Dich einfach beleidigt.

Momentan habe ich einfach das Gefühl, daß Apple immer teuerer wird, dafür aber immer schlechter. Eigentlich spiele ich mit dem Gedanken, mir evtl. im Frühjahr 2017 (so die Kohle reicht) einen iMac 27“ 5K Dingsbums zu kaufen. Momentan nutze ich ja mein 8 Jahre altes Macbook zusammen mit einem 24“ ASUS-Bildschirm (weil die Screens bei Apple einfach blödsinnig teuer sind/waren), aber ich habe allmählich größte Bedenken, ob sich das noch lohnt…
Ich muß ehrlicherweise zugeben: ich hasse Windows. Und ich kann Microsoft nicht leiden. Im Job muß ich Windows 7 nutzen… es ist ok, leidet aber immer noch an seiner total beknackten Struktur, müllt sich laufend selbst zu und läuft einfach nicht rund – gut, kann auch an unserer beschissenen IT liegen… und die neuesten Windows-Versionen kenne ich gar nicht, darüber kann ich mir kein Urteil erlauben. Aber ich bekomme einfach bei Microsoft immer Bauchschmerzen. Ich habe Windows und PCs bis 2008 genutzt und immer selbst gebaut und genau aufeinander abgestimmt… und fand es irgendwann nur noch zum kotzen. Schon die ersten Tage mit meinem Macbook waren eine Offenbarung – und von da an hatte mich Apple. Aber so allmählich… ärgere ich mich immer öfter, und wer ärgert sich schon gerne?

Vielleicht liegt der Fehler ja auch bei mir und ich bin inzwischen einfach zu doof, Apples Produkte richtig zu nutzen… mag sein. Aber mir gefällt die Entwicklung nicht. Da läuft was nicht rund. Das ist jedenfalls mein Eindruck.

Auch Steve Jobs hatte nicht immer recht… er fand ein iPad mini immer unsinnig. Und es hat sich doch gut verkauft. Vielleicht auch nur deswegen, weil es von Apple war, keine Ahnung.
Ach, Apropos iPad… ich habe ja das iPad 3 – das eigentlich nicht „3“ heißt (auch hier rolle ich mit den Augen). Das Ding ging in die Geschichte ein als schlechtestes iPad aller Zeiten. Das Ding ruckelt, muckt und kackt eigentlich bei allem ab. Und dennoch sollte ich dauernd neue Software draufknallen, um es noch langsamer zu machen. Prall. Das Ding wird hoffentlich auch bald ersetzt – aber so leicht trennt man sich nicht von solch einer Menge Geld. Das Ding muß noch eine Weile seinen kläglichen Dienst tun.

Über die Apple Watch vermag ich nichts zu sagen. Ich habe mal in einem Apple Store damit rumgespielt, aber für mich is das nix. Ich trage sowieso nie Uhren.

So. Genug gejammert für einen Morgen. 😀
Aber das mußte einfach mal raus.
Und ich sehe es kommen… natürlich bleibe ich bei Apple – aber… vielleicht kommt demnächst ein Windows-Laptop dazu… ich spiele schon länger mit dem Gedanken, eben weil mich die Preise bei Apple einfach abnerven – ob ich es mir nun leisten kann oder nicht, ich bin nicht bereit für solche Produkte derart viel Geld auszugeben – weil sie es irgendwann einfach nicht mehr wert sind. Auch nicht beim Wiederverkauf.

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8 Antworten zu “Apple… wir müssen reden.

  1. DAS IST EIN KLASSE ARTIKEL!! Mit Deinen Erlebnissen kann ich mich 1:1 identifizieren. Mein 2011er Macbook Pro hat ja im Oktober die Grätsche gemacht und ich musste es durch ein neues MBP ersetzen. Inzwischen bin ich froh das ich noch die alte Version bekommen habe mit Card Reader, USB Slots etc etc.. Aber wie Du bin ich genervt von Apples Gängelei und schaue inzwischen auch mal etwas intensiver nach Smartphones anderer Hersteller und nach attraktiv aussehenden Windows 10 Netbooks. Na ja, allerdings bin ich eigentlich komplett in den Fängen von Apple und von der völligen Durchgängigkeit seiner Systemlandschaft abhängig, und das meine ich durchaus auch im negativen Sinn, bei allen Vorteilen.

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  2. * konnte an vielen Stellen zustimmend nicken

    Ich hoffe mein MBP aus 2011 hält noch sehr lange. Den neuen MacBookPros verweigere ich aus ähnlichen Gründen die Begeisterung. Mögliche Neuanschaffungen werden auf Basis von Linux getätigt werden. Hoffentlich.

    IPhone und Fotos auf den Mac als Datei: Du kennst das Tool ‚digitale Bilder, dass es zumindest noch standardmäßig auf jedem Mac gibt?

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  3. Dad Tool stammt aus urigen AppleZeiten, es kümmert sich auch um die ScannerSchnittstellen. Einfach im Spotlight Digitale Bilder eingeben, iPhone anstecken und Du hast Zugriff auf die BildDateien auf dem iPhone oder anderen Medien die erkannt werden.

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  4. Wirklich wahre Worte. Leider hänge ich auch immer noch beim iPad 3 fest. Ruckeln ist gar kein Ausdruck, weshalb ich mich auch lange Zeit mit dem Nutzen schwer getan habe. Deshalb muss ich jetzt auch zweimal überlegen ob ich das System überhaupt weiter nutze. Noch mehr regt mich aber wirklich die MacBook Pro Reihe auf. Was ist an diesem anschlusslosem Notebook, bei dem die Touchbar auf dem Bildschirm blendet und das Trackpad so riesig ist das man beim Tippen immer drauf kommt denn noch „Pro“? Ach ja, der Preis.

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