Für absolute Anfänger: was ist was an der neuen Kamera?

Die Kamera
Ok, übertreiben wir es nicht, ich gehe davon aus, daß jeder, der sich eine Kamera kauft, auch weiß, daß er eine gekauft hat und in etwa weiß, was man damit so macht. 😀
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Das Objektiv
Das Objektiv ist das Auge der Kamera. Es fängt das Licht und bündelt es in mehreren Linsen, die es dann auf den lichtempfindlichen Bildsensor in der Kamera werfen und so das digitale Bild erzeugen, das vom Bildprozessor verarbeitet, im Sucher angezeigt und auf der Speicherkarte gesichert wird. Bei klassischen und digitalen Spiegelreflexkameras nimmt das Licht bzw. das Bild einen Umweg über ein Prisma, um im Sucher ein Bild zu erzeugen.
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Der Sucher
Der Sucher sitzt idR am hinteren oberen Ende der Kamera (das kleine „Fenster“ zun durchgucken). Es gibt elektronische und optische Sucher, und manchmal gar keine, sondern nur das Display auf der Rückseite der Kamera. Durch den Sucher betrachtet man das Bild, das von Objektiv, ggf Spiegel und/oder Sensor erzeugt wird.
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Die Brennweite
Als Brennweite bezeichnet man den Abstand zwischen einer Linse (im Objektiv) und dem Brennpunkt (ganz ähnlich wie bei einer Lupe und einem dem Feuertod geweihten Objekt am Boden). Die Brennweite wird auf dem Objektiv in mm angegben und zeigt einem, ob man ein Objekt nah heranholen kann oder eher von weiter weg photographiert. Kurze Brennweiten (z. B. 17mm, 24mm oder 35mm) bezeichnet man als Weitwinkel, man bekommt also viel auf das Bild. Lange Brennweiten (z. B. 100mm, 200mm oder 500mm) bezeichnet man als Teleobjektiv (wie beim Teleskop, was „fern sehen“ bedeutet); man holt mit einem Tele also Objekte näher heran, bekommt aber weniger auf das Bild (vom gleichen Standort aus). Als Standardbrennweite bezeichnet man die 50mm, denn bei diesem Bildwinkel entspricht die Aufnahme in etwa dem, was das menschliche Auge sieht. Die Brennweitenbezeichnungen gelten i.Ü. hauptsächlich für das sog. „Kleinbild“ bzw. „Vollformat“, also einer Sensorgröße, die in ihren Abmessungen etwa denen des alten 35mm-Films entspricht.

Focal-length“ von HenrikEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Die Blende
Wenn das Objektiv das Auge ist, ist die Blende die Iris. Mit ihr reguliert man den Lichteinfall, also die Menge an Licht, die auf den Sensor treffen soll. Die Blende wird in Zahlen und zusätzlich oft mit dem Buchstaben „f“ angegeben (z. B. f = 2.8 oder f/1.4, manchmal auch in der Form 1:2.8). Eine kleine Blendenzahl (z. B. f/2.8) gibt an, daß die Blende weit geöffnet ist und viel Licht durchläßt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer hohen Lichtstärke. Dementsprechend bezeichnet eine große Blendenzahl (z. B. 22) eine kleine Blendenöffnung. Es kommt also weniger Licht durch. Die Blende sitzt am hinteren Teil des Objektivs und besteht aus sog. Lamellen. Heute üblich ist die Angabe der Blendenreihe in Drittel-Blendenstufen; die ganzen Stufen sind: 1 – 1.4 – 2 – 2.8 – 4 – 5.6 – 8 – 11 – 16 – 22 – 32
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Lenses with different apetures“ von KoeppiKEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

ISO
Das Kürzel steht eigentlich für „International Organization for Standardization“ (Internationale Organisation für Normung). Mit dem Kürzel meint der Photograph die Angabe der Filmempfindlichkeit nach der ISO-Norm 5800. Zu analogen Filmzeiten gab dieser Wert auf einer Filmrolle an, ob bei gleichen Einstellungen kürzer belichtet werden kann. Die Werte für die Lichtempfindlichkeit bei Film wurden bei digitalen Sensoren übernommen; die chemischen und elektronischen Prozesse haben aber nichts miteinander zu tun. Man kann sich folgendes merken: kleine ISO-Zahl = geringe Lichtempfindlichkeit = geringe Bildfehler (sog. „Rauschen“); hohe ISO-Zahl = hohe Lichtempfindlichkeit = viele Bildfehler. Man kann sich auch merken: eine volle ISO-Stufe entspricht einer kompletten Blendenstufe. Bsp.: benötigt man für eine Aufnahme eine Blende größer als f/4, weil man mehr Licht für eine korrekte Belichtung der Aufnahme braucht, kann man (zB) die ISO-Empfindlichkeit von 200 auf 400 erhöhen, was einer Blende von 2.8 entspricht. Dies bedeutet, daß man bei gleicher Lichtmenge und gleicher Blendenöffnung nicht länger belichten muß. Heute übliche ISO-Werte sind: 50, 100, 200, 400, 800, 1600, 3200, 6400, 12800, 25600, 51200, 102400, 204800, 409600.

Die Belichtungszeit
Neben ISO und Blende entscheidet als drittes Element die Belichtungszeit über das Ergebnis unseres Lichtbildes. Je länger wir belichten, desto mehr Licht wird gesammelt. Auch hier gilt: eine Verdoppelung der Belichtungszeit entspricht einer kompletten Blende bzw einer kompletten ISO-Stufe. 1/30 Sekunde läßt doppelt so viel Licht rein, wie eine 1/60 Sekunde. Die Belichtungszeit gibt also an, wie lange der Kameraverschluß offen bleiben soll.

Bildrauschen
Als Bildrauschen (oder auch Farbrauschen oder nur Rauschen, manchmal auch Körnung oder nur Korn) bezeichnet man eine bestimmte Art von Bildstörung. Sie kann bspw. bei langen Belichtungszeiten oder vor allem auch bei der Wahl von sehr hohen ISO-Werten auftreten.
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Der Auslöser
Nun, der Auslöser ist schlicht und ergreifend der kleine Knopf, der beim Drücken das Bild schießt, die Aufnahme also auslöst und damit den Belichtungsvorgang startet.

Der Verschluß/-vorhang
Man kann sich das ganze wie ein Theaterstück vorstellen. Zuerst ist der Vorhang offen und die Bühne leer. Das Skript sagt, was passieren und wie das Bühenbild aussehen soll. Man zieht an den Seilen… der Vorhang fällt, die Bühne wird mit Personen befüllt, der Vorhang hebt sich, alles erstrahlt im Licht, der Vorhang fällt wieder. Das Bild ist im Kopf. So ähnlich funktioniert auch der Kameraberschluß: man wählt einen Bildausschnitt, legt ISO, Blende und Belichtungszeit fest und drückt den Auslöser. Der Verschluß gibt den Sensor frei, Licht fällt, der Verschluß schließt sich, das Bild ist gemacht.
Interessant dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlitzverschluss

Das Bajonett
Das Bajonett ist die Verbindung zwischen Objektiv und Kamera, also quasi das Schraubgewinde (Mutter und Schraube – wobei die Kamera die Mutter und das Objektiv die Schraube ist… oder so) – jeder Hersteller hat hier sein eigenes Bajonett (oder gleich mehrere pro Hersteller), was ziemlich schade ist. Eine Normierung wäre hier gar nicht mal blöd – würde aber vielleicht auch der einen oder anderen Entwicklung im Wege stehen. Auf jeden Fall hat das Kochen der eigenen Süppchen zur Folge, daß man vor allem beim Kauf von Objektiven eines Dritthersteller ganz besonders aufpassen muß, auch dasjenige mit dem korrekten Anschluß zu kaufen – also bspw. ein Tamron mit einem Anschluß für Canon, Nikon oder Sony etc.; Bekannte Bajonette (oder auch enlg.: Mounts) sind bspw.: Canon EF & EF-S, Nikon F, Sony A & E, Fujifilm X, Leica M

Das Zoomobjektiv
Ein Zoom-Objektiv zoomt… überrascht nicht wirklich, eh? Man kann mit einem Zoomobjektiv also mehrere Brennweiten auf einmal abdecken (bspw. 24mm bis 70mm oder 70mm bis 200mm).

Das Teleobjektiv
Ein Teleobjektiv ist ein Objektiv mit einer festen Brennweite, die dazu da ist, weiter entfernt Objekte näher abzubilden. Man spricht hier von kleinen, mittleren und großen Telebrennweiten, als z. B. 70mm, 135mm und 300mm.

Die Festbrennweite
Die Festbrennweite ist, wie der Name schon sagt, ein Objektiv mit einer festgelegten Brennweite – man kann also nicht zoomen. Übliche Festbrennweiten sind z.B.: 24mm, 35mm, 50mm, 70mm, 100mm, 135mm, 200mm, 300mm, 400mm, 500mm

Das Weitwinkelobjektiv
Das Weitwinkelobjektiv ist ebenfalls wie das Teleobjektiv eine Festbrennweite, bildet aber einen weiteren Bereich ab, man bekommt also mehr auf das Bild. Man benutzt diese Objektive üblicherweise in der Landschafts- und Architekturphotographie. Klassische Weitwinkelbrennweiten sind demnach z.B. 24mm, 28mm, 35mm

Das Ultraweitwinkelobjektiv
Ein Ultraweitwinkel bildet noch weiter ab und ist manchmal auch als Fisheye erhältlich.

Das Makroobjektiv
Makroobjektive sind für Nahaufnahmen gedacht und sind idR in Brennweiten um die 100mm erhältlich – es gibt auch welche mit 50mm und 180mm etc.

Das Normalobjektiv
Das Normalobjektiv bzw die Standardbrennweite bildet in etwa das Sichtfeld des menschlichen Auges ab und hat ca. 50mm.

Kombinationen
Aus den o. g. Beispielen lassen sich z.B. Kombinationen bilden:
Weitwinkel-Zoom (z.B. 16-24mm), Standard-Zoom (24-70mm), Tele-Zoom (70-200mm)

Die Schärfentiefe
Die Schärfentiefe beschreibt, von wo bis wo ein Objekt auf dem Bild scharf abgebildet wird. Nimmt man bspw. ein Portrait auf (also z.B. den Kopf eines Modells), dann möchte man idR, daß der Kopf scharf, der Hintergrund aber unscharf abgebildet wird. Dieses Verhältnis von Schärfe und Unschärfe bezeichnet man als Schärfentiefe, also von wo bis wo beim Blick in die Tiefe des Bildes scharf abgebildet wird – wenn sich das Objekt vom Hintergrund durch seine Schärfe abhebt, spricht vom „Freistellen“ des Objekts und einer geringen Schärfentiefe. Soll dagegen möglichst alles auf einem Bild scharf sein, also Vorder- und Hintergrund (so, wie man es üblicherweise bei Landschaften haben möchte), spricht man von einer großen Schärfentiefe. Der oftmals ebenfalls verwendete Begriff „Tiefenschärfe“ meint das gleiche, ist aber falsch.
Bild 1 zeigt eine geringe Schärfentiefe, Bild 2 eine große Schärfentiefe:
Gras

Schöne Aussicht III

Bild 1 wurde aufgenommen mit einer 100mm Festbrennweite (einem Makro-Objektiv); Bild 2 wurde aufgenommen mit einem Weitwinkel-Zoom-Objektiv (17-35mm).

Grundsätzlich erzielt man eine geringe Schärfentiefe mit offener Blende (also kleiner Blendenzahl) und/oder einer geringen Entfernung zum Objekt. Eine höhere Schärfentiefe wird idR erreicht durch ein (schrittweises) schließen der Blende (z.B. „abblenden“ auf f/8, f/11 oder f/16). Lesenswert hierzu: https://de.wikipedia.org/wiki/Schärfentiefe

Und wie hängt das alles nun zusammen?
Tja, das ist der Gag bei der Sache 😀
Und das würde jetzt auch ausarten… aber kurz soviel:
Wer schnelle Objekte einfangen und deren Bewegung einfrieren möchte, der braucht sehr kurze Belichtungszeiten (zB 1/4000 Sekunde). Um solche Belichtungszeiten zu ermöglichen, muß man idR die Blende öffnen, damit genug Licht einfällt. Und hier kommen wir zu einem der wichtigsten Dinge in der Photographie: dem Belichtungsdreieck.

Diese drei Dinge hängen bei der korrekten Belichtung eines Bildes zusammen:
ISO
Brennweite
Belichtungszeit

Beispiele:
Schließe ich die Blende, verlängert sich die Belichtungszeit – ich muß dann den ISO-Wert erhöhen.
Verkürze ich die Belichtungszeit, muß ich ggf die Blende öffnen oder den ISO erhöhen.
Öffne ich die Blende, kann ich die Belichtungszeit verkürzen oder den ISO-Wert verringern.
usw.

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So. Ich hoffe, der Beitrag hilft einigen, die zum ersten Mal die Kamera in die Hand nehmen. Wichtig ist, daß man sich intensiv mit dem Handbuch seiner Kamera beschäftigt und natürlich diesen Blog liest 😀
Wenn irgendwo Fehler im Text sind: einfach einen Kommentar abgeben – nobody’s perfect 😉

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Was ist der T-Stop?

T-Stop ist eine englische Bezeichnung und wird manchmal auch im Zusammenhang mit dem f-Stop genannt. f-Stop ist schlicht und ergreifend die Lichtstärke (maximale Blendenöffnung). Der T-Stop hingegen betrifft die sog. Transmission, sprich: wie viel Licht kommt tatsächlich am Sensor an?

Entsprechend dem f-Stop (Lichtstärke), der mit sagt: Bei einer Blendenöffnung von f/1.4 habe eben diese Lichtstärke, sagt mir der T-Stop, wie viel Licht durch die Transmission tatsächlich noch da ist, wenn es durch alle Linsen durch ist – der T-Stop beschreibt also die tatsächliche Lichtstärke von dann bspw. T/1.8

Besonders bei Objektiven für die Videographie wird die Lichtstärke in T-Stops angegeben.

Was ist der Weißabgleich?

Der Weißabgleich dient zur Bestimmung der korrekten Farbtemperatur der Aufnahme.

Das menschliche Auge macht das automatisch; die Bezeichnung hierfür ist chromatische Adaption.

Was passiert nun beim Weißabgleich?
Beim automatischen Weißabgleich sucht sich die Kamera die größten hellen Flächen und nimmt an, daß diese neutralgrau oder weiß sind. Sie mißt dann diesen Wert und legt somit die Farbtemperatur für den Rest des Bildes fest. Sind weiße Flächen zum messen vorhanden, funktioniert das idR auch recht gut.

Macht man aber bspw eine Aufnahme, auf welcher keinerlei weiße oder neutralgraue Flächen zu erkennen sind, wählt das Programm die hellsten verfügbaren Flächen und legt diese als weiß fest. Das Bild wird dann eingefärbt, weil die Kamera einen falschen Wert als Grundlage hat und folglich auch die anderen Farben falsch bestimmt. Das Bild ist dann nicht mehr farbtreu.

Photographiert man in RAW, kann man das gut in einem RAW-Converter nachträglich korrigieren.
Man kann aber auch entweder aus einer der meistens verfügbaren Vorlagen wählen (Nacht, Kunstlicht, Glühbirne usw.) oder eben die Farbtemperatur manuell festlegen, sofern die Kamera diese Funktion besitzt.
Zusätzlich kann man eine sog. Graukarte verwenden. Das kann auch ein Blatt Papier sein, das in neutralem Grau gehalten ist. Damit führt man nun den Weißabgleich durch, speichert den Wert und mach anschließend die eihentliche Aufnahme.
Ein weißes Blatt sollte man nicht verwenden, da diese produktionsbedingt ggf optische Aufheller enthalten, die im UV-Spektrum dann den Abgleich wieder verfälschen. Nimmt man ein weißes Blatt, muß man ggf erst wieder die Temperatur bzw die Belichtung manuell korrigieren.

Auf nachfolgendem Bild ist der Weißabgleich vorher und nachher gut zu erkennen:

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Bildquelle: Wikipedia
Erstes Bild: automatischer WA, Mitte: Graukarte, rechts: gleiche Lichtsituation mit korrektem WA.

Was sind Lens Flares?

Die sog. Lens Flares sind Linsenlichtreflexionen. Sie entstehen durch Lichtstreuung in einem Linsensystem (Objektiv).
Eine andere gängige Bezeichnung ist Blendenflecke.

Je nach eingesetztem Objektiv/eingesetzter Blende und Winkel zur Sonne oder einer anderen Lichtquelle, können diese Flares sehr unterschiedlich in Form und Farbe (Lichtbrechung und -beugung).

Vermieden werden können sie ggf durch Polfilter und/oder Streulichtblenden, vor allem aber auch die im Objektiv verwendeten Linsen, der Konstruktion/Vergütung und Anordnung.

IdR sind Blendenflecke unerwünscht; sie können aber auch bewußt als Stilmittel eingesetzt werden.
In Film und Fernsehen ist vor allem der amerikanische Regisseur J. J. Abrams dafür berühmt und berüchtigt, diese Lens Flares absichtlich herbeizuführen und mitunter ziemlich exzessiv einzusetzen (bspw. in der Serie Fringe oder in den Star Trek-Reboots im Kino oder auch in dem Film Super 8).

Bsp. für Lens Flares bei Lichtbrechung im Sonnenlicht trotz verwendeter Streulichtblende (Objektiv: Minolta AF 70-210mm Ofenrohr, Kamera: Sony SLT A99V)

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Was ist ein Skylight-Filter

Ein Skylightfilter ist wie der UV-Filter ein Sperrfilter. Er ist leicht rot eingefärbt und soll so für eine wärmere Tönung der Aufnahme sorgen.

IdR wird ein Skylight-Filter in der Landschaftsphotographie benutzt, da weit entfernte Objekte oft mit einem Blauschleiher versehen darstellen (Lichtbrechung in der Atmosphäre).

Auch dieser Filter wird oft als Objektivschutz verwendet, wie auch der UV-Filter; Probleme sind dann auch hier die herabgesetzte Transmission und unerwünschte Reflexionen. Da in den meisten RAW-Konvertern Farben, Kontraste und Lichtbrechungen idR sehr gut bearbeitet werden können, ist der sinnvolle Einsatz dieses Filters gleichsam umstritten und ggf nur dann gerechtfertigt, wenn einerseits keine Streulichtblende verfügbar ist und/oder nur in JPEG aufgenommen wird.

Was ist ein UV-Filter?

Wie der Name es schon vermuten läßt, ist der UV-Filter dafür da, ultraviolettes Licht aus dem in das Objektiv einfallenden Licht herauszufiltern.

Das uns idR als weiß erscheinende Licht setzt aus elektromagnetischer Strahlung verschiedener Wellenlängen zusammen.
Die einzelnen Spektren des Lichts (von sehr kurzwellig bis sehr langwellig) erscheinen in verschiedenen Farben.
Alle zusammen ergeben Weiß. Im nichtsichtbaren Bereich sind das bspw. Infrarotlicht (sehr langwellig) und ultraviolettes Licht (sehr kurzwellig).

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Bildquelle: Wikipedia

UV-Licht kann zu Bildfehlern, den sog. Chromatischen Aberrationen führen. Das sind Farbsäume an relativ kontrastreichen Rändern.
Ein UV-Sperrfilter wird daher vor das Objektiv geschraubt, um den hierfür verantwortlichen Lichtanteil herauszufiltern.

Sinvoll ist das im Grunde nur bei wenig oder gar nicht vergüteten Linsen, da jeder Filter auch die Transmission beeinflußt. Daher ist insb. dann auf einen UV-Filter zu verzichten, wenn bspw. bereits ein Polfilter oder ein Graufilter im Einsatz sind. Moderne Objektive bieten durch das idR zahlreich verbaute, dicke und vergütete Glas bereits genügend Schutz vor Aberrationen.

Viele benutzen einen UV-Filter, auch bei hochwertigen Objektiven, als Schutz für die Frontlinse ein, was wiederum zu unerwünschten Reflexionen führen kann. Als Schutz der Frontlinse sollte man daher besser eine Streulichtblende verwenden.

UV-Filter sind entw. komplett farblos oder leicht gelb eingefärbt.

Was ist ein Polfilter?

Ein sog. Polarisationsfilter wird in der Photographie eingesetzt, um bspw. Reflexionen auf glatten, spiegelnden Oberflächen zu vermeiden (Fensterscheiben, Autos) oder auch um Farben und Kontraste zu verstärken.

Es gibt zirkulare und lineare Pol(arisations)filter.
Auf die physikalischen Funktionen möchte ich hier nicht zu sehr eingehen; hierzu empfehle ich einen Artikel bei der Wikipedia; auf dieser Seite gibt es auch viele sehr gute Bildbeispiele.

Im Zusammenhang mit dem Einsatz eines Polfilters kann es wichtig sein, darauf zu achten, daß man Objektive einsetzt, deren Frontlinse sich beim Zoomen nicht mitdreht, da sonst der aufgeschraubte Filter gleichfalls wieder seine Wirkungsweise ändert.