Photographie – Malen mit Licht: ist die Nachbearbeitung von Photos „erlaubt“?

Hallo zusammen,

in meinem zweiten Video geht es um das Wort „Photographie“, dessen Bedeutung und die Notwendigkeit, seine Aufnahmen nachträglich zu bearbeiten.

Sorry für den doch irgendwie miesen Ton – ist dieses Mal etwas leise geraten…

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Adobe Creative Cloud: heute habe ich gekündigt

Eigentlich war ich am Anfang ja noch von dem neuen Abo-Konzept der Adobe CC überzeugt. Lightroom und Photoshop für ca 12 Euro im Monat, statt über 1.000 Euro für eine lebenslange Lizenz? Immer fortlaufend kostenlose Updates? Das klang verlockend und durchaus einleuchtend.

Was ich bislang aber nicht wußte – ok, mag dämlich sein, daß mir diese Info bisher entgangen war – war, daß man im Falle einer Kündigung (sei es aus welchen Gründen auch immer) Dokumente, die man mit der CC erstellt hat danach nicht mehr benutzen kann. Es fehlt ja die Lizenz dazu. Man muß dann dafür nochmal Kohle an Adobe abdrücken.

Was also hat mich dazu bewogen, das Abo zu kündigen?
Nun zum einen hatte ich tatsächlich immer ein paar Bauchschmerzen, monatlich Geld an Adobe abzudrücken. Das hatte was von einem zinsfreien Darlehen für den Publisher; irgendwie hatte das einen faden Beigeschmack.
Auch fehlten mir dann doch InDesign und Illustrator – gut, die beiden habe ich noch seltener genutzt, aber bei meiner alten CS3, die ich immerhin als lebenslange Lizenz hatte, waren sie dabei; und das hat sich dann inkl. Acrobat doch irgendwie gerechnet, auch wenn die Programme allesamt in Jahre kamen und nicht mehr alles reibungslos funktionierte, so war doch InDesign immer noch nutzbar. Im Gegensatz zu meinem alten QuarkXpress 7.1.
Die beiden Programme (Lightroom und Photoshop) wurden immer auf dem Stand gehalten und funktionierten im Wesentlichen reibungslos, da gab es nichts zu meckern. Aber wie gesagt… irgendwie war mir nie wohl dabei.

Zum anderen habe ich Photoshop nie wirklich genutzt, bis auf eine einzige Funktion: Objekte entfernen mit dem Lasso und dem inhaltsbasierten Füllen der Fläche – nämlich immer dann, wenn Lightroom hier versagt hat.
Ich habe dann geschaut, ob Photoshop Express dann ggf kann – kann es, auch wenn ich mir einbilde, daß es das nicht gut genug kann.

Zwischendrin hat meine eigentlich schon immer bevorzugte DTP-Schmiede Quark sein neues Programm QuarkXpress 2017 (Version 13) auf den Markt gebracht und zwar mit einem befristeten Sonderangebot (Competitive Upgrade) für wechselwillige CC-Nutzer. Normalerweise kostet QuarkXpress in der Vollversion ca 1.000 Euro, nun bekommt es zum Upgrade-Preis von 400 Euro. Lange habe ich mir das auf der Zunge zergehen lassen. Eigentlich nutze ich das viel zu selten und außerdem als Nicht-Profi. Ist doch Schwachsinn, so viel Geld auszugeben… aber ich bin schwach geworden, weil das Programm einfach zu gut und in diesem Fall dann eben (für Quark-Verhältnisse) ziemlich günstig war; der Prozeß bis zum Bewilligen des Downloads war zwar etwas holprig (weil sie nicht verstanden haben, daß man für ein Abo bei Adobe keine Seriennummer bekommt, die man als Beweis hätte anführen können), aber letztlich hat alles geklappt und ich bin nun wieder Besitzer einer lebenslangen Lizenz für Quark, das ich seit 1997 so schätzen und lieben gelernt habe und das inzwischen auch Grafiken bearbeiten kann und zT sogar Illustrator zu ersetzen vermag!!

Und dann bin ich noch auf Affinity von Serif gestoßen.
Eine professionelle Bildbearbeitungssoftware für 50 Euro? Never ever…
Tests gelesen… Videos geschaut. Gestaunt. Vor allem über deren Tool zum entfernen von störenden Objekten. Die Software ist wie immer am Anfang gewöhnungsbedürftig und da ich ohnehin von Photoshop nie viel Ahnung hatte (Asche auf mein Haupt), half es mir auch wenig, daß Serif für Affinity damit wirbt, daß vieles so funktioniert wie eben in PS. Aber: alles erlernbar.
Ich habe mich für den Kauf entschieden und nicht für den Kauf von Adobe Photoshop Elements. Und die ersten Gehversuche waren durchaus überzeugend – nunmehr habe ich wieder meine Programmriege und kann mich ohne laufende, monatliche Kosten entfalten.
Serif hat auch noch eine Illustrator-Alternative im Angebot und will dieses Jahr die erste Beta für eine DTP-Software veröffentlichen.

Zum Abschluß meines Bestrebens, wieder unabhängiger zu werden, habe ich mir wieder die normale Lizenz von Lightroom 6 gekauft. Die Gerüchteküche brodelt übrigens auch hier, daß Adobe plant, LR nicht mehr als „Stand Alone“-Version anzubieten, sondern ebenfalls nur noch im Abo. LR war für mich bislang ohne Alternative und einfach ein absolut geniales Programm – und ich bin gespannt, ob ich die Bibliotheken jetzt problemlos zusammenführen kann, oder ob mir Adobe durch die Kündigung hier Schwierigkeiten macht. Das wäre echt der Hammer.
Sicherlich gibt es noch einige andere Lösungen und gute RAW-Converter, die auch eine Bildverwaltung bieten, aber an Lightroom bin ich gewöhnt und ich liebe es. Also brauche ich hier momentan auch nicht zu wechseln, solange es nicht sein muß.
Und dieses mal habe ich das Ding bei Amazon als Download gekauft.

Mein Adobe CC-Abo habe ich heute morgen gekündigt. Und irgendwie… fühle ich mich jetzt deutlich besser, obgleich mich Adobe auch hier wieder abgezockt hat (es fühlt sich jedenfalls so an), denn wenn man kündigt, wird eine Kündigungsgebühr iH der Restlaufzeit für die Jahreslizenz fällig. Nix mit Erstattung oder sowas.
Ach Adobe… es ist schade, aber es tut mir irgendwie gut, mich von Dir getrennt zu haben. 😉

——–


Update vom 05.06.2017:
Heute hat mich eine eMail von Serif erreicht, in der sie offiziell die iPad-Version für Affinity Photo angekündigt haben. Der Plan sei es, eine vollständige, plattformübergreifende Grafiklösung anzubieten. Das dürfte viele freuen, die nach einem noch besseren Workflow gieren. 🙂

sfp-Video #001: Bildbesprechnung aus der Flickr-Gruppe

Hallo zusammen,

heute ist es soweit. Ich habe mich endlich getraut, mein erstes sfp-Video bei YouTube einzustellen. Das ganze ist noch etwas holprig, und natürlich hört man deutlich, woher ich komme 😀 – seid lieb und nachsichtig für den ersten Versuch ^_^

Der Sound ist noch etwas gewöhnungsbedürftig, weil ich (noch) kein Equipment besitze, um professionellere Aufnahmen zu machen – das ganze wurde am iMac mit dem internen Mikro und der Software Apowersoft Screen Recorder umgesetzt.

Thema des Videos ist die Bildkritik. Ich habe mir die zum Blog gehörende sfp Flickr-Gruppe vorgenommen und einfach mal drauflosgequatscht, was mir zu einigen Bildern einfällt.
Viel Spaß damit 😀

Wie sichert Ihr Eure Daten?

Derzeit beschäftigt mich wieder ein recht umfassendes Thema: die Datensicherung.

Bereits vor längerer Zeit habe ich mir eine DiskStation zugelegt, auf der all meine Photos gespeichert werden.
Ausgewählte Bilder und Ordner finden zusätzlich noch in Dropbox ihren Platz.
Meine Musik wächst und gedeiht zusammen mit all den Filmen, die ich bei iTunes kaufe, auf einer externen 3,5“ Festplatte von Western Digital.
Auch die Time Machine läuft über eine externe HDD via USB.
Zusätzlich nutze ich den Dienst „Livedrive“, einen externen Anbieter für unbegrenzten Speicherplatz im Vereinigten Königreich. Hoffentlich bleiben die auch nach dem Brexit bei den hohen Datenschutz-Standards. Hier war ich zuvor bei einem Anbieter in den USA, das wurde mir dann aber doch zu heikel, auch wenn ich nicht wirklich etwas zu verbergen oder große Geheimnisse habe.
Zur kurzfristigen Weitergabe von Photos nach Shootings oder dergleichen, nutze ich den Service box.com

Die DiskStation von Synology funktioniert soweit eigentlich recht zufriedenstellend. In ihr sind zwei Festplatten mit je 3 TB Speicherplatz verbaut, die in einem RAID-System laufen. Der Vorteil ist: fällt eine Platte aus, kann sie im laufenden Betrieb einfach ausgetauscht werden. Der Nachteil ist, daß Fehler auf der einen Platte automatisch auf der anderen Platte gespiegelt werden.
Die Software des Servers ist eigentlich recht einfach zu bedienen, auch wenn es selbst für mich als gewohnten Nutzer (mit Rechnern) anfangs etwas ungewohnt war.
Man kann die Software so einstellen, daß sie sich von alleine immer wieder auf dem neuesten Stand hält; auf dem Mac ist es dann aber so, daß für den Installationsvorgang die Laufwerke ausgeworfen werden (also auf dem Schreibtisch am Rechner). Das Wiederverbinden der Laufwerke bzw. des Servers ist leider seit einigen Monaten nicht mehr ganz so einfach. Seit Apple auf Mavericks und Co umgestiegen ist, funktioniert das bei mir nicht mehr richtig und ich muß jedesmal über den Finder „Verbinden als“ wählen, um mich dann per Nutzername und Kennwort wieder am Server anzumelden.

Für den Betrieb der NAS ist es wichtig, entsprechende Laufwerke zu verwenden, die einen 24/7-Betrieb erlauben. In meinem Fall sind das Western Digital Red-Festplatten. Die Dinger sind inzwischen allerdings auch schon zu Dreiviertel voll. Was allerdings auch daran liegt, daß ich jede noch so verkackte Version eines Bildes abspeichere. Das muß ich mir dringend abgewöhnen.
Die Preise für die Erker sind eigentlich ok, und die für die Festplatten ändern sich ja auch ständig – aber ganz günstig ist das nicht; die Qualität stimmt aber vor allem bei Synology, wie mir scheint.
Wer es kapiert – also versiert genug ist – kann mit der Synology auch seine eigene Cloud einrichten, bzw. auf diesem Server seine eigene HP betreiben etc.

Die Dropbox bietet hier relative Sicherheit, ist aber vom Platz her recht begrenzt und der Service in meinen Augen auch nicht ganz günstig. Derzeit habe ich 1 TB Online-Spiecher dort gebucht. Dieses Modell nennen sich „Dropbox Plus“ und kostet 10 Euro pro Monat. Der nächsthöhere Tarif hieße dann „Dropbox Business“ und wird zusätzlich pro Nutzer entlohnt, bietet dafür dann aber 2 TB an Speicherplatz.
Dropbox belegt im Übrigen auf jedem Rechner Speicherplatz, sobald die Software installiert wurde – das ist Voraussetzung für das Synchronisationskonzept der Dropbox. Wer das nicht will, muß auf das Webinterface zurückgreifen.

Musik und Time Machine laufen, wie gesagt, ebenfalls auf je 3 TB Western Digital Festplatten via USB.

Livedrive macht einen sehr guten Eindruck. Die Anmeldung ist einfach und schnell durchgeführt und die Software sehr einfach zu bedienen. Der Upload eines Rechners dauert logischerweise seine Zeit – in meinem Fall wird das wohl mindestens 2 Wochen in Anspruch nehmen.

Die Preise sind fair und in Anbetracht des immensen Umfangs sehr gut. Um den einen PC/Mac zu sichern (mit unbegrenztem Speicherplatz) sind nur 6 Euro pro Monat fällig. Die sich ändernden Dateien werden dann immer auf dem aktuellen Stand gehalten. Was ich noch nicht rausbekommen habe ist, ob sich auch komplette Laufwerke sichern lassen, bislang habe ich es nur geschafft, einzelne Ordner in die Liste der zu sichernden Objekte aufzunehmen – das ist bei mehreren 1.000 Ordnern Musik und Photos natürlich ein No-go. Mal sehen, ich habe Livedrive heute angeschrieben, ob und wenn ja, wie das möglich ist – mal sehen, ob ich eine Antwort bekomme.

Update:
Das nenne ich eine schnelle Reaktionszeit. Livedrive hat mir heute noch per eMail geantwortet – die Antwort ist leider nicht befriedigend, leuchtet aber dennoch ein.

Hier der Original-Text:

Hi,

Thank you for contacting Livedrive Technical Support.

The client does not allow you to backup the root of a drive as this usually contains hidden system files that we do not recommend to be uploaded. As a workaround so that any new folder you create gets uploaded without having to manually select it again is that you create a new folder at the root of the drive and then move all other folders into this newly created folder, then once you’ve done that you mark this folder for backup.

Hopefully we have answered everything you needed, if you need further information please do let us know.

Regards

Livedrive Support

Auf Deutsch heißt das in etwa, daß man diese Art der Speicherung (komplettes Laufwerk) aus Sicherheitsgründen nicht anbietet, da sich oft versteckte, nicht sichtbare Systemdateien auf den Festplatten befinden. Man empfiehlt, die Ordner auf den externen Laufwerken in einen einzigen zu verschieben und diesen dann zu sichern.
Nun, das ist für mich derzeit nicht praktikabel, da das einen doch recht pfriemeligen Aufwand bedeuten würde, gerade bei iTunes und Lightroom die Bibliotheken zu verschieben, abzuändern oder dergleichen mehr. Da muß ich mir was anderes einfallen lassen bzw. wenigstens für die Sicherung der Photos weiterhin auf die Dropbox setzen und den Dropbox-Ordner dann in Livedrive zu sichern.

Nebenher benutze ich, wie gesagt, noch box.com, um für einen gewissen Zeitraum Bildordner freigeben zu können. Gerade den Freigabemodus bei box.com finde ich sehr komfortabel und einfach gelöst. Zwar gibt es hier in der kostenlosen Variante nur 50 GB Speicherplatz, dieser reicht aber für das, was ich damit machen will, mehr als aus. Die maximale Dateigröße beträgt hier 250 MB – wer also auf mehr angewiesen ist, muß einen Premiumtarif buchen oder eben auf andere Dienste oder die eigene Cloud ausweichen. Wie auch bei eigentlich allen anderen Anbietern, gibt es bei box.com Apps für alle gängigen mobilen Endgeräte.

So, das war es erst einmal von meiner Seite. 🙂
Wie löst Ihr das ganze?

Warum die Sony A7r II für die meisten Anwender keinen Sinn ergibt

Tja, ein reißerisches Thema zum Wochenende, wo doch so viele der Meinung sind, daß diese Kamera einfach die „besten Bilder macht“. 😉
Also erstens macht hauptsächlich der Photograph das Bild und nicht die Kamera und zum zweiten ist das schlicht und ergreifend falsch.

Warum?

Eine hochauflösende Kamera ist ein auf einen bestimmten Bereich spezialisiertes Werkzeug bzw. Instrument. Wer seine Bilder idR im Netz veröffentlicht (bei max 72 dpi Bildschirmauflösung, denn mehr stellen Monitore idR nicht dar) oder einfache Photobücher druckt bis DIN A3 oder auch mal ein Poster in DIN A2 oder A1, dem genügen 24 Megapixel locker!! Meistens sogar noch deutlich weniger.

Eine solch hochauflösende Kamera hat im Gegenteil durchaus für die meisten Anwender mehr Nachteile als Vorteile:
– 42 MP verwackeln leichter (ja auch mit SteadyShot)
– 42 MP verbrauchen enorm viel Speicherplatz pro Bild (ca. 80 MB, unkomprimiert RAW)
– 42 MP schaffen die allermeisten Objektive nicht, die Bildqualität leidet ggf eher unter der hohen MP-Zahl (https://www.dxomark.com/best-sony-lenses-under-13000-dollars)

Jetzt mögen einige einwerfen: „Ja, aber dann kann ich besser „croppen“ – dem kann ich eigentlich nur entgegnen: wer seine Bilder dauernd nachträglich beschneiden muß, der kann nicht photographieren. Tschuldigung, aber meistens ist das so. Es gibt freilich Momente, in denen man darauf angewiesen sein kann, das Bild mittels Beschnitt „ranzuzoomen“ oder dergleichen, aber bei den allermeisten wird das nicht der Fall sein. Und kleinere Bildkorrekturen kann man auch bei 12, 16, 20 oder 24 MP machen, ohne daß es gleich undruckbar wird.

Für wen ist dann solch eine Kamera?
Nun, gute Frage. Meistens für Landschaftsphotographen (wobei auch hier die meisten immer noch mit deutlich weniger arbeiten), für Fashion, weil man dort immer mehr will und meist auf dem Stativ arbeitet und riesige Billboards druckt etc pp, für Produktphotographen, Makros usw – eine Sony A7r II ist für die allermeistens Anwender einfach schwachsinnig!!
Aber hey! Ich weiß wie das ist. Man bekommt vom Marketing und allen möglichen anderen Leuten immer wieder vorgekaukelt, daß das einfach die Non-Plus-Ultra-Kamera ist, die wirklich JEDER braucht, weil sie einfach ALLES schlägt.
Nein. Tut sie nicht. Es kommt immer drauf an, was ich damit erreichen möchte.

Wer jetzt meint, er braucht trotzdem „die beste Kamera“, der hat nicht begriffen, worum es geht (sorry). Sony bietet im Vollformat aktuell 4 Kameras an, die speziell für 4 Kundenkreise gedacht sind – es handelt sich um spezialisierte Systeme (so in etwa):
A7s (Journalismus, Low Light, Video, Astro, Hochzeiten etc)
A7r (Landschaft, Fashion, Produkte, Makro usw)
A7 II (Allrounder, kein Sport etc., Low Light nur bedingt)
A9 (Sport, Journalismus, Wild Life, Hochzeiten etc)
A6500 (Sport, Wildlife, Casual)
A99 II (Sport, Portrait, Makro, Landschaft etc.)

Das soll jetzt nicht heißen, daß man nicht auch mit jedem der Modelle alle Anwendungen abdecken kann – das geht durchaus. Ich habe auch mit der A7s schon Makros und Landschaften geschossen und war außerordentlich zufrieden damit. Mittlerweile kommt sie aber nur noch sporadisch zum Einsatz, wenn ich geräuschlos aufnehmen will (kann die A7 II nicht) oder eben wirklich noch die Farbkontraste bei wenig Licht haben will (rauschen tut es trotzdem!!). So spielt sie vor allem bei mir in der Street Photography und bei der Astrophotographie eine Rolle – alles andere mache ich inzwischen eher mit der A7 II und bin sehr zufrieden damit, auch wenn mir hier die RAWs fast auch schon zu groß sind (unkomprimiert).

Daher noch einmal mein dringender Appell: bitte fallt nicht drauf rein, was andere behaupten, machen, wollen, wünschen etc. Überlegt Euch lieber genau, was Ihr wirklich wollt und dann auch tatsächlich braucht. 😉
Und natürlich gilt das oben gesagte auch für andere Kameras mit entsprechenden Leistungsdaten.

Update vom 22.05.2017:
Hier habe ich bei YouTube ein gutes Video von Krolop&Gerst gefunden, welches diesen Artikel ganz gut ergänzt:

Lektion: Immer wieder dasselbe. Nur anders.

Neulich habe ich etwas gelernt. Da ich derzeit – aus persönlichen Gründen – ziemlich eingeschränkt bin, konnte ich in den vergangenen Monaten nicht wirklich viel in Sachen Photographie unternehmen. Da ich also auf die nächste Umgebung eingeschränkt bin, ergab es sich, daß ich eine wichtige photographische Lektion erproben konnte. Bei mir in Weinheim gibt es den botansichen Garten Hermannshof. Eine wirklich sehr schöne Gartenanlage, die ganzjährig gepflegt wird und vor allem im Frühling und im Sommer eine fast wöchentlich wechselnde Bepflanzung bietet, d. h. es blüht, wächst und gedeiht in den unterschiedlichsten Formen und Farben. Ein perfektes Ziel. 

Die Lektion besteht darin, nicht immer an allem vorbei zu rennen und nach dem nächsten, offensichtlichen Motiv Ausschau zu halten, sondern an mehreren Tagen ein- und denselben Ort wieder zu besuchen, um neue Perspektiven zu erforschen.

Ich war insgesamt 6 oder 7 Mal innerhalb von 3 bis 5 Wochen dort; und nicht immer hatte ich (vom iPhone abgesehen) eine Kamera dabei. Und was soll ich sagen? Ich war bestimmt schon dutzende Male in der Vergangenheit dort, aber jetzt, da ich mal richtig um diesen Ort gekümmert habe, hatten sich tatsächlich immer neue Blickwinkel und Motive in verschiedensten Perspektiven gezeigt, die mir auf einmal nie aufgefallen wären. Und sobald ich wieder die Möglichkeit dazu habe, werde ich mit dieser Methode genau dort weiter an meinen Fertigkeiten arbeiten. Eine Idee habe ich schon, die ich umsetzen möchte.

Unterwegs war ich mit der Sony A7 II, dem Sony/Zeiss FE 55mm f/1.8, dem Minolta AF 100mm f/2.8 und dem Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS.

Hier nun einige Eindrücke:

Schneeglöckchen

Japanische Schweifähre

Gemeinsames Erblühen

Vor der Blüte

Park-Platz Nr. X

Am Mammutbaum

Kleine Pfade, große Wirkung

Blütenbrandung

Frühlingskrokus

Osterglocken

Frühlingsfrühstück

Das Erwachen der Tulpen

Welcome to the Jungle

Deep Purple

Sicher mag der eine oder andere nun denken: „Jo, sind halt n paar Blumenbilder.“ Die Herausforderung bestand jedoch darin, in den teilweise noch sehr kahlen Beeten die richtige Perspektive und den richtigen Hintergrund zu finden bzw. nicht einfach den offensichtlichen Magnolienbaum in der Mitte zum 100. Mal zu photographieren. Einige Motive hatte ich früher schonmal erfaßt, teils mit mäßigem Erfolg, und ich war sehr glücklich darüber, daß es mir dieses Mal gelungen ist.

Leider konnte ich in den vergangenen Wochen die sich bildende Blütenpracht nicht einfangen, hoffe aber, daß ich diesem Artikel bald ein Update schenken kann. 😊

Zoom oder Festbrennweite? – Da scheiden sich die Geister…

… und das, obwohl sie das gar nicht müßten.

Foren, Blogs und Magazine sind voll davon. Jeder meint, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und postuliert ein ums andere Mal, welches Objektiv auf jeden Fall das bessere sei. Dabei macht man hier ein Faß auf, das gut und gerne im Keller vergessen werden kann.
Vor allem werden dabei sogenannte „Superzooms“ immer wieder gerne verbal zerrissen; und das oft völlig zu unrecht.

Bevor wir fortfahren, soll ein kleiner Exkurs den Anfängern unseres Hobbys helfen, die Begrifflichkeiten einzuordnen.
Also, Objektive werden – ganz grob – in Festbrennweiten und Zooms, sowie in Weitwinkel- und Tele-Objektive untergliedert.
Mit einem Zoom kann man die Brennweite verändern (als zB ein Motiv näher heranholen, ohne sich zu bewegen), mit einer Festbrennweite geht das nicht, da muß man laufen. Weitwinkel bannen viel aufs Bild, Tele wenig; es gibt also Weitwinkel- und Tele-Festbrennweiten, sowie Weitwinkel- und Tele-Zooms; Superzooms decken beides ab – jetzt wirklich nur ganz grob und kurz.

Ich selbst war lange Zeit ein Verfechter der beliebten und höchst nützlichen Zoom-Kombination 24-70mm und 70-200mm. Damit kann man in der Tat fast alles machen und man ist flexibel. Wenn dann auch noch eine gute Lichtstärke vorhanden ist von Blende 2.8, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Ist eigentlich auch so.

Und dann hatte ich das 55mm f/1.8.
Ein Traumobjektiv.
Und ganz ehrlich… da ist mir aufgefallen, daß ich auch bei meinen Zooms eigentlich immer entweder bei 24mm, 70mm oder 200mm photographiere, laufe und eben nicht zoome. Vielleicht mal bei 135mm oder 35/50mm in Ausnahmefällen. Wenn keine Hindernisse im Weg waren, habe ich die Brennweite eingestellt, die mir gefällt – oder auch nicht – und habe mich bewegt, um den richtigen Bildausschnitt zu bekommen. Wie gesagt: solange kein Hindernis im Weg war. Und ich muß zugeben… seit ich die Blende 1.4 meines Samyang 85mm einmal genossen habe… bin ich süchtig nach der Offenblende.

Die Vorteile von Festbrennweiten:
– ggf kleiner
– ggf leichter
– idR lichtstärker
– idR schärfer

Die Nachteile von Festbrennweiten:
– weniger flexibel
– man schleppt mehr rum
– muß öfter wechseln

Analog kann man bei den Zooms vorgehen:
– flexibler, aber weniger lichtstark
– größer und schwerer, aber man schleppt weniger mit rum
– nicht ganz so scharf wie eine FB, aber muß nicht so oft wechseln

Ein Superzoom freilich ist dann etwas ganz anderes…
– man muß ggf gar nichts wechseln
– man schleppt fast nix mit sich rum
– extrem flexibel

aber:
– geringe Lichtstärke
– oft erhebliche Abstriche bei der Abbildungsleistung

So, und nun? Was soll man sich nun kaufen? Ha! Nun, das, was man für seine eigenen Zwecke möchte, für richtig und für notwendig hält. Ganz einfach.
Wenn ich auf Reisen gehe und mit meinen Klamotten schon genug zu schleppen habe, will ich möglichst wenig Gewicht mit mir rumtragen und die Aussichten genießen. Dann nehme ich ggf 1 Kamera und 2 Festbrennweiten, oder 1 Kamera und 2 Zooms oder eben 1 Kamera und 1 Superzoom mit. Eine kleine, leichte Kamera mit festem Objektiv kann hier viel Spaß machen, man ist aber auch sehr limitiert.

Wenn ich dagegen zB raus gehe, um gezielt Landschaften abzulichten… kann ich fast alles mitnehmen. Je nachdem, was ich vorhabe, und wenn die Tour richtig geplant ist, kann ich mich aber auch hier einschränken.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß ein Objektiv um die 50mm nie falsch ist. Denn da das ca den menschlichen Bild-/Blickwinkel abbildet, ist es oft so, daß die Brennweite paßt, wenn man sich denkt „ooh, das ist aber schön hier“.
Steht man aber auf einem Berg… können Zooms hilfreich sein. Hier kann man ggf nicht einfach seinen Standort ändern. Oder man steht am Fuß des Berges… da kann es ein Problem darstellen, mal „schnell“ weiter weg zu gehen oder näher ran.

Hohenzollern
Panorama – aufgenommen mit einem 24-70mm Zoom von Tamron

Burg Hohenzollern
Aufgenommen mit dem Telezoom 80-200mm von Minolta.

Wie weiter oben bereits angedeutet, sind die Superzooms (oder wie sie oft abschätzig genannt werden: „Suppenzooms“) nicht immer schlecht. Auch hier gibt es, wie immer, eine sehr große Qualitätsspanne. Nicht jede Festbrennweite ist super und nicht jedes Superzoom schlecht. Gerade Tamron und Sony, aber auch Canon und andere haben hier sehr gute Teile im Angebot, wie bspw. das Sony FE 24-240mm oder das Canon EF 28-300mm L. Man muß aber bei diesen enormen Reichweiten in der Tat Abstriche machen. Es ist klar, daß bei so viel Glas und so vielen verschiedenen Möglichkeiten, die Elementgruppen im Tubus anzuordnen, nicht durchgehend eine herausragende Bildqualität erreicht werden kann.
Aber… am Ende gilt immer: der Photograph macht das Bild, nicht das Equipment und: Schärfe ist nicht alles.

In der Tat aber, haben Festbrennweiten einen weiteren unschätzbaren Vorteil: man lernt damit besser.
Man muß sich bewegen und Gedanken über den Bildausschnitt machen, sein Auge schulen und sich mit seiner Ausrüstung ganz anders vertraut machen. So liegt den meisten Kameras ein Kit-Objektiv bei (das idR gar nicht so schlecht ist), das aber jeden Anfänger gleich zu Beginn ggf faul werden läßt, denn es sind immer Zooms.
Ich rate hier: kauft Euch nur den Body und eine Festbrennweite um die 45, 50 oder 55mm – oder setzt auf eine Kompaktkamera mit Festbrennweite wie bspw. die Fuji X-100T. Die hat zwar 35mm (umgerechnet – wie die meistens Smartphones), aber daß es eben eine Festbrennweite ist, ist ein unschätzbarer Vorteil, der einige Nachteile deutlich überwiegen kann.

Am Ende spricht absolut nichts dagegen, einfach alles zu nutzen. Ich selbst allerdings… habe inzwischen selbst 2 Festbrennweiten, denen ich immer öfter den Vorzug gebe (solange ich kein Zoom brauche). Hätte ich von mir selbst nie gedacht…