Heute mittag auf dem Wachenberg in Weinheim

Heute mittag war ich endlich einmal wieder im Wald vor der Haustür. Die Aufnahmen möchte ich Euch nicht vorenthalten 🙂

The Fairy's Gate

O'zapft is

Dem Licht entgegen

Aus dem Dunkelwald hinaus

Stammpfad

Mit dabei waren die Sony A7 II, das 55er f/1.8 und das 16-35er f/4.
Einmal mehr hat sich das 55er als meine absolute Lieblings-Linse erwiesen. Dieses wunderbare Stück Glas ist einfach allem gewachsen und schlicht traumhaft.
Auch auch Lightroom hat einmal mehr gezeigt, wie EXTREM wichtig es ist, die RAWs zu entwickeln; ohne wären die Aufnahmen vielleicht ganz nett, aber doch auch recht fade. Nicht umsonst bedeutet „Photographie“ übersetzt „Malen mit Licht“ 😉 (aus dem Griechischen: phos, photos für „Licht“ und graphein für „schreiben, malen, zeichnen“).

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Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS („Weißer Riese“) – Erfahrungsbericht

Dieser Erfahrungsbericht kommt spät – ist aber deshalb hoffentlich einigermaßen fundiert. Das Minolta AF 80-200mm war (seit ich damals meine A99 gekauft hatte) schon länger ein kleiner Traum und vor nicht ganz 2 Jahren habe ich es mir dann zu einem Gebrauchtpreis von EUR 750,- gegönnt – leisten konnte ich es mir nicht direkt… aber was soll’s…
Neue Objektive vergleichbarer Qualität kosten gut und gerne zwischen 2.500 und 3.000 Euro.

70200G

Das Objektiv wurde ab 1993 gebaut und war eines der ersten echten AF-Profi-Zooms von Minolta, wenn ich mich nicht irre. Der Vor-Vorgänger war das AF 70-210mm f/4 (das so- „Ofenrohr“), der direkte Nachfolger war das 70-200mm f/2.8, das im Grunde bis heute von Sony so gebaut wird (heute ist es das SSM II).
Das 70-210mm war ein gutes Objektiv, allerdings hatte es kein besonders schönes Bokeh und hatte ziemlich mit chromatischen Aberrationen zu kämpfen – in kontrollierten Situationen aber war es herausragend.
Das weiße 80-200mm hatte einen direkten Vorgänger von 1987 in schwarzer Farbe mit langsameren Fokus. Das „HS“ beim weißen Riesen steht für „High Speed“, und der Fokus ist in der Tat extrem schnell und hämmert durch den Stangenantrieb rein wie Anker bei Vollgas.
An der Seite des Objektivs hilft ein „Focus Hold Button“ beim fokussieren und komponieren.

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Um die wenigen Nachteile gleich vorweg zu nehmen:
– es ist laut
– das Front-Element dreht sich beim fokussieren
– minimale Fokusdistanz: 1,8 Meter
– nicht spritzwassergeschützt
– schwer
– die Streulichtblende

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Es können Filter mit 72mm angebracht werden – der Polfilter ist durch das sich drehende vordere Glaselement leider irgendwie nutzlos…
Das Objektiv ist gebaut wie ein Panzer und auch genauso schwer; ich glaube, es wiegt irgendwas um die 1,3 kg.

Die Bildqualität ist, was die Schärfe anbelangt, absolut überragend – vor allem bei der sehr wichtigen Offenblende von f/2.8.
In puncto Farbwiedergabe und Kontrast ist es allerdings heutigen Top-Linsen deutlich unterlegen – mit einer RAW-Aufnahme bekommt man aber sehr viel aus den geschossenen Photos raus.

Betonkalypse

Walking in the Woods

Ich betreibe das Objektiv (da die A99 nicht mehr da ist) inzwischen mittels LA-EA4-Adapter hauptsächlich an der Sony A7 II, da mir dort der (stromfressende) Bildstabilisator zu Nutzen kommt, denn das Objektiv selbst ist natürlich aufgrund seines Alters intern nicht stabilisiert.

An der A99 war es irgendwann kaum noch auszuhalten, diese Kombi lange zu tragen – und auch an der A7 II merke ich es irgendwann deutlich. Das massive Gewicht ist sicher auch ein gewisser Nachteil, aber ich empfinde es als gerade noch akzeptabel in Anbetracht der Qualität dieser Linse.

Das Objektiv hat freilich eine eigene Stativschelle und auch einen frei beweglichen Ring, um das Objektiv samt Kamera zu drehen. Der Ring/die Schelle läßt sich allerdings nicht abnehmen. Einen Wetterschutz gibt es auch nicht – dessen Fehlen sich bei mir aber auch noch nie negativ bemerkbar gemacht hat. Bis jetzt.
Beim zoomen dreht sich der ggf angebrachte Filter übrigens nicht – das Objektiv ist nicht wirklich innenfokussiert, es fährt leicht aus. Beim zoomen ändert sich die Größe aber nicht.

Die Streulichtblende ist leider – obwohl aus Metall und innen schön matt schwarz beschichtet – eine Katastrophe. Nicht genug damit, daß es keine Markierungen zum Anbringen des fummeligen Dings gibt, nein, das fummelige Dings löst sich auch gerne mal einfach ab. Es kann seine Zeit dauern, bis man das Teil auf das Objektiv bekommt – steckt man die Kamera samt Linse dann in eine Tasche, kann es schonmal passieren, daß sie ohne Blende wieder rauskommt. Sie rastet also nicht ein.

Twin Walk

Frida & Timo

Das Bokeh des Objektivs empfinde ich persönlich als wunderschön und butterweich.

Mooslandschaft

Bei der einen Hochzeit, die ich bislang photographiert habe und bei den Aufnahmen in der Stadtbibliothek ist mir der laute Fokus sehr unangenehm aufgefallen. An besonders ruhigen Orten kommt man um das manuelle fokussieren nicht herum. Der Zoomring (liegt hinten) ist angenehm groß und betätigt sich auch angenehm schwer; der Fokusring sitzt vorne und ist ebenfalls schwergängig, aber leicht genug, allerdings vielleicht für Filmer nicht geeignet, da die Drehung doch recht knapp ist. Das kann ich aber nicht wirklich beurteilen, weil ich nie filme…

The Reader

Graffiti-Mädchen I

Alles in allem – auch wenn mich vor allem die geringe Fokusdistanz und der Geräuschpegel stören – bin ich in diesen weißen Klotz richtig verliebt. Ich habe zwar schon das eine oder andere Mal darüber nachgedacht, das Objektiv zu verkaufen und das Geld in ein FE 70-200mm f/4 zu investieren, kann mich aber von diesem „kleinen“ Prachtstück nicht trennen. Solange die neuen und modernen Objektive so abartig teuer sind (vor allem auch das neue G Master – das ja auch über 3.000 Euro kosten soll) und Sigma/Tamron & Co sich nicht trauen, endlich FE-Objektive zu bauen, bleibt dieses Baby in meiner Tasche und liefert schön scharfe Aufnahmen.
Auch das 70-210mm werde ich – vor allem als Backup – behalten. Es ist in keiner Hinsicht auch nur annähernd so gut wie das 80-200mm, besitzt aber auch seine Qualitäten.

Maison Kammerzell & Staßburger Münster

Wer also auf der Suche nach einer „preisgünstigen“ Alternative zu den neuen teuren Modellen ist, dem kann ich dieses Teil nur wärmstens empfehlen, solange man nicht auf absolute Stille angewiesen ist. Bei eBay sollte man allerdings erst gar nicht anfangen zu suchen – dort bieten nur fadenscheinige Händler und Preistreiber ihre Ware an; dieses Objektiv kauft man sich am besten über Kontakte in Online-Foren. Die Preise dürften, je nach Zustand, zwischen 600 und 1.000 variieren, wobei 1.000 Euro in meinen Augen schon zuviel sind.

Zum Abschluß noch einige Aufnahmen meiner beiden Telezooms.

——–

Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS:

Banana Waves

Schwarzwald

Planken

Mann & Ente

Rapsodie in Gelb

Burg Windeck im Nebel

Burg Hohenzollern

Fasan

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Minolta AF 70-210mm f/4:

Brückenrad

Martin

Spooky Wanderer

Eichhörnchen

abstellen und anschließen

Roofwalker

Wildschwein

Lotus Elan S2

Kläranlage

Spiel-Platz

Heiliggeistkirche Heidelberg

Sony A7s vs. Sony A7 II: ein Vergleich der Auflösung

Einige meiner Leser wissen ja vielleicht inzwischen, daß ich von dem allgemein vorherrschenden Megapixelwahn nicht viel halte.
Auch aus diesem Grund habe ich mich kürzlich bewußt für eine A7 II als Zweitkamera statt für eine A7r II entschieden.

Heute habe ich einen kleinen Vergleichs-„Test“ für Euch. Ich habe das selbe Motiv mit beiden Kameras abgelichtet. Bei beiden Kameras kam das Sony/Zeiss FE 16-35mm f/4 zum Einsatz. Belichtet wurde mit einer 1/60s bei f/8. ISO wurde auf Auto gestellt – denn es war frühmorgens und die Lichtverhältnisse wechselten schnell – so wurde das eine Bild mit ISO100 und das andere mit ISO125 aufgenommen – ein absolut vernachlässigbarer Unterschied.

Die ersten beiden Aufnahmen sind direkt und ohne jede weitere Bearbeitung aus der RAW-Datei entwickelt worden; die anderen beiden wurden mit folgenden Werten „aufgehübscht“, um mehr Bilddetails erkennen zu können:
Lichter: -100
Tiefen: +68
Klarheit: +22

Mehr ist es nicht.

Zur Erinnerung: die Sony A7s löst mit 12 Megapixeln auf, die Sony A7 II mit 24 Megapixeln.

Hier nun die beiden JPEGs in unbearbeiteter Form:

Sony A7 II

Sony A7 II

Sony A7s

Sony A7s

Und hier nun die leicht bearbeiteten Versionen:

Sony A7 II

Sony A7 II

Sony A7s

Sony A7s

Nun beginnt der zum Teil rein subjektive Teil der Betrachtung:
meiner Ansicht nach ist die Bildqualität – trotz lossy RAW – der A7s wirklich überragend. In diesen zu heutigen Zeiten relativ kleinen Dateien lassen irrwitzig viele Details einfangen. Ich finde, daß die vermeintlich deutlich höhere Auflösung der A7 II hier keinen wirklichen Benefit bringt. Jedenfalls bis zu einem gewissen Punkt keinen allzu großen.
Eine gute Kamera (heutzutage ist eig jede Kamera gut) und ein sehr gutes Objektiv (es gibt heutzutage eig kaum noch schlechte Objektive) können auch mit niedrigen Auflösungen herausragende Ergebnisse liefern, die 99% all unserer Ansprüche genügen sollten.

Sony fehlt ein Allrounder…

… im Kleinbildformat.

Guten Morgen allerseits. 🙂

Seit einigen Monden mache ich mir sehr intensive Gedanken darüber, welche meine nächste Kamera sein soll. Als Sony-User sollte das doch eigentlich ob der Fülle an Modellen, mit denen der Markt überflutet wurde, kein Problem sein… richtig? Nun ja, nicht ganz, wie ich finde.

Ich nutze das Kleinbild-Format und dazu passende Objektive. Und ich habe mich vor einiger Zeit vom A-Bajonett verabschiedet und nutze nur noch das E-Bajonett (bzw. A-Objektive über Adapter). E-Kameras mit Vollformat-Sensor hat Sony insg. 6 Stück im Angebot. Die alte A7-Reihe mit A7, A7r und A7s und deren Mark II-Vertreter.

Ich suche eine Allrounder-Kamera.

Eine A7s nutze ich bereits, möchte aber wieder eine zweite Kamera in der Tasche – aus vielerlei Gründen. Die 12 Megapixel der A7s reichen für sehr viel, aber nicht für alles – hinzu kommt, daß die A7s nicht in den Genuß eines Firmware-Updates gekommen ist, welches unkomprimierte RAW-Files freischaltet.
Eine A7r II ist sicher eine ganz wundervolle Kamera, bringt mit seinem 42MP-Sensor aber immense Folgekosten mit sich: mehr Speicherkarten, schnellere Speicherkarten, mehr Festplatten, größere Festplatten, neuer Rechner… die extremen Kosten für den Body mit EUR 3.300,- werden also locker nochmal mit 2.000 oder 3.000 Euro aufgeblasen durch die Folgeanschaffungen.

Eine A7r fällt aus. Kein Silent Shooting Mode, nur Kontrast AF, zu langsamer AF, kein verstärktes Bajonett, zu laut, zu heftige Vibrationen beim auslösen und 36MP stellen mich vor ähnliche Probleme wie 42MP.

Die A7 fällt auch raus – aus ähnlichen Gründen wie die A7r.

Die A7s II fällt ebenfalls aus: zu teuer und wieder nur 12MP – ich verstehe nicht, warum Sony hier nicht auch einen BSI-Sensor entwickelt hat, um dafür die MP leicht zu erhöhen.

Die A7 II. Nein, auch diese nicht. Sie ist zwar weniger als halb so teuer, wie die beiden Schwestermodelle, verfügt aber nicht über einen Silent Shooting Mode, die Phasen-AF-Felder sind zu sehr mittig angelegt und die Low Light Performance ist nicht wirklich der Hit. Daß es viel besser geht auch bei viel kleineren Pixeln, zeigt die A7r II. Die 24 MP wären eigentlich perfekt, denn mehr Auflösung schafft so gut wie kein gängiges Objektiv; nur die brutal teuren Zeiss Otus oder die irrwitzig teuren neuen GM-Objektive von Sony.

Was ich eigentlich will ist:
Eine Kamera mit BSI-Sensor mit ca. 18 bis 24 Megapixel und ähnlicher AF-Abdeckung wie die A7r II oder die A6300. Silent Shooting Mode, Wetterschutz, etc. 4K und anderes Video-Gedöns interessieren mich nicht. – Das wäre eine echte Allround-Kamera, die dann auch gerne 2.000 oder 2.500 Euro kosten dürfte und genau die Lücke zwischen der A7 II und den anderen beiden füllt.

Es wird ja immer noch geunkt, daß es eine A5 oder eine A6 geben soll – eine Kleinbild-Kamera im Gehäuse einer A6000… ich glaube da aber nicht dran.

Eine A6000 oder A6300 fällt für mich ebenfalls aus, denn diese haben einen zu kleinen Sensor und eine sehr spärliche Objektivauswahl, vor allem an gutem Glas. Ich halte nicht viel davon, Vollformat-Objektive an diesen Kameras zu betreiben… einmal muß man immer umrechnen wegen des Crop-Faktors und zum anderen erreichen die Linsen nie die gleiche Qualität, weil sie eben für einen anderen Bildkreis gerechnet wurden. Die A6300 ansich ist aber eine sehr interessante Kamera, wenngleich auch hier beim Low Light keine Wunderdinge zu erwarten sein dürften. Von den Fähigkeiten her sind diese Kameras allerdings Allrounder, jedenfalls in ihrer Sensorklasse.

Nun mögen einige einwenden: auch andere Mütter haben schöne Töchter. Das stimmt grundsätzlich. Und ich bin absolut begeistert davon, was zB Fujifilm mit der X-Pro2 geleistet hat: 24 MP-Sensor, überragende Low-Light-Performance, ultimative Schärfe, geniale Bedienung… zwar nur APS-C, aber immerhin. Nur auch hier sind die Folgekosten immens, da ich natürlich keinerlei Objektive habe für das X-System. Auch paßt die X_Pro2 nicht zu mir und wie ich gewohnt bin zu arbeiten – im Juni jedoch soll die X-T2 das Licht der Welt erblicken mit dem neuen Interieur der X-Pro2. Da könnte ich ggf schwach werden… aber auch dann: das Glas, das Glas, das Glas… Fujinon-Objektive sind für ihre überragende Qualität bekannt, kosten aber auch entsprechendes Geld. Und wenn man noch kein Objektiv hat… wird es schwierig.

Olympus scheidet aus – von diesen Mini-Sensoren halte ich einfach nichts.

Und eine SLR will ich nicht mehr haben, die sind mir zu groß und zu schwer, auch wenn sie viele Direktknöpfe haben und schnell sind und und und… für mich persönlich und bei der Art, wie ich es gewohnt bin zu arbeiten, überwiegen die Vorteile einer spiegellosen Systemkamera bei weitem.

Nur leider… gibt es die genau für mich passende Kamera irgendwie nicht…
Hätte die A7s II 16, 18 oder 20 MP würde ich ggf sogar die über 3.000 Euro ausgeben… aber so…

Wahrscheinlich wird es eine A7 II… oder, falls die Kohle reicht, eben doch eine A7r II und dann ein Spar-Marathon für die übrige Hardware.