Objektstudie: Bahnhof Ludwigshafen Mitte

Meine letzte Photo-Tour ist zwar schon eine Woche her, aber jetzt ist endlich Zeit vorhanden, das ganze hier zu veröffentlichen. Da die vergangenen Wochen wettertechnisch wieder im Reich der Extreme angesiedelt waren, wollte ich am vergangenen Wochenende bei den zig 30 Grad (und mehr) eigentlich gar nicht vor die Türe. Sonntags ist mir am späten Nachmittag dann aber doch die Decke auf den Kopf gefallen, und so habe ich mich (nach langem Ringen mit mir selbst) doch noch dazu entschlossen, mich auf den Weg nach „Lumpehafe“ zu machen. Bereits bei Amateur-Kollegen im Netz aber auch bei der Vorüberfahrt am Bahnhof LU Mitte war mir klar, daß ich dieses scheußlich-schöne Bauwerk einmal besichtigen möchte.

Ich bin kein Fan von Ludwigshafen, da mache ich keinen Hehl draus, ich vermeide es, dorthin zu fahren, wenn es irgendwie geht, denn Ludwigshafen ist das perfekte und perfide Beispiel des Zer- und Verfalls einer Region.

Wenn man sich überlegt, was das Ziel des Umbaus der Walzmühle und des Neubaus dieses Bahnhofs war… und wie es dort jetzt schon aussieht…Auf diesen Bildern ist der Verfall nicht wirklich zu sehen, aber drumherum spielt sich der typische Ludwigshafener Morast ab – ein Gemisch aus verrottender Architektur, Betonwüste und sozio-kultureller Dystopie-Vorschau.

Der Bahnhof entstand 20003 im Zuge des Umbaus des alten Fabrikgeländes „Walzmühle“ zum Einkaufszentrum. Früher gab es in den verlassenen Industriekomplexen noch diverse Parties (vor allem Techno) und nebendran noch einen Rockerclub – insgesamt war das Areal eher berüchtigt, als berühmt.
In Ludwigshafen ist es aber fast schon egal, was man wo wie macht, man kann sich beinahe sicher sein, daß es ohnehin vor die Hunde geht.

Ludwigshafen entstand einst aus der sog. Mannheimer Rheinschanze bzw. aus einem Handelsposten auf der ggü.-liegenden Rheinseite von Mannheim und wurde erst 1859 zur Stadt erhoben. Mannheims Schwesterstadt ist vor allem bekannt durch den Hauptsitz der BASF – das größte Chemieunternehmen der Welt wollte ursprünglich in Mannheim siedeln, Mannheim befürchtete aber einen hohen Grad an Verschmutzung und lehnte ab. Also baute man in Ludwigshafen. Den Dreck hat Mannheim dennoch geerbt.

Daß Ludwigshafen nie wirklich zu Mannheim gehörte, dürfte an den vielen Gebietsänderungen nach dem Ende der Kurpfalz liegen. Nach dem Tod des letzten bayrischen Wittelsbacher Fürsten, fiel Bayern damals an die Kurpfalz und der Mannheimer Herrscher Carl Theodor verlagerte durch die Erbfolge seinen Sitz nach München (der Legende nach nahm er dabei seinen Hofbäcker mit, der in München dann den Leberkäs erfand). Es entstand 1777 Pfalz-Baiern.
Der Handelsposten Ludwigshafen war ab da bayrisch und fiel, nachdem die Franzosen eingefallen waren, an das Landkommissariat Speyer. Mannheim wurde badisch, als die Kurpfalz aufgelöst wurde. Damals wurden durch den Wiener Kongreß die „Bundesländer“ neu geordnet und „Baden“ eigentlich erst erschaffen. Auch deshalb sehen sich fast alle heute noch eher als Kurpfälzer, denn als Badener. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Kluft dann noch tiefer, als Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zwangsgebildet wurden durch die Besatzungstruppen.

So. Kommen wir nun zu den Bildern 🙂

Bahnhof Ludwigshafen Mitte

Haltestelle LU Mitte

Betonschichten

Gleis 3

Tunnelaussicht

Bend Over

Downwards

Way Down

The Sneaky House

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Im Einsatz waren:
Sony A7s & Sony A7 II
Sony Zeiss FE 16-35mm f/4 und Sony/Zeiss FE 55mm f/1.8

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Zwei sachliche Kirchen in Käfertal

Heute hatte ich Lust auf Architektur, nahm aber – eigentlich untypisch – nur mein Minolta 45mm und mein Samyang 85mm mit.
In Mannheim-Käfertal gibt es ein „nettes“ Viertel zwischen Mannheimer Straße und Aubuckel, in welchem ein paar häßliche, aber interessante Gebäude stehen. Einige davon sind wohl der „Neuen Sachlichkeit“ zuzuordnen. Nachdem ich ein wenig umhergestreunt war, habe ich mich vor allem mit zwei Kirchen beschäftigt: St. Hildegard & Philippuskirche.

Ich habe mit der Neuen Sachlichkeit der 20er bis 40er Jahre oft eigentlich kein Problem, da gibt es durchaus schöne Gebäude – genauso oft aber in den Folgejahren (50er und 60er – sofern das noch dazugehört…) aber die üblichen extremen Bausünden, nachdem auch Art Deco nicht mehr „in“ war.

https://www.flickr.com/photos/seelenpfluecker/26698464883/in/dateposted/

Stairway to Heaven?

Wachturm

Neue Sachlichkeit

Und zum Abschluß gibt es noch ein Gedicht von mir, daß dazu paßt 🙂

Ein Mensch, der starb heut am Tag
Und ein Mensch, der starb in der Nacht
Über beide Menschen, so sagte man mir
Habe der Herr im Himmel gewacht

Wenn aber doch die Wacht war da
So hat der Herr wohl nur zugesehen
Ein kleines Kind mit brennendem Glas
Voll Neugier, was würd wohl geschehen.

Ein Auge, das blicket am Tag
Und eines, das schaut durch die Nacht
Und beide sich fragen im Schein:
Hat dies denn einen Sinn gehabt?

Es reicht der purpurne Mantel
Der Wahrheit die knöcherne Hand
Und salbt das grinsende Märchen
So albern und schrecklich wortgewandt.

Es ringen Vernunft und Tücke
Wahrheit, Macht und Gier
Um Tag und Nacht und Erleuchtung
Während wir den Verstand verliern.

http://seelenpfluecker.blogspot.de

Das Beste aus 2015 – ein photographischer Jahresrückblick

Das Jahr neigt sich allmählich dem Ende zu und so habe ich eine kleine Retrospektive vorgenommen; im vergangenen Jahr hat mich mein Hobby an allerlei interessante Orte geführt, und so findet Ihr im nun folgenden Beitrag meine persönlichen Favoriten kalendarisch aufgeführt:

Januar:

„Carlo“
Carlo
Das erste Portrait des Jahres und eigentlich, wenn ich ehrlich sein soll, fast ein Schnappschuß. Ich wurde gebeten, das eine oder andere Bewerbungs- und Paßphoto zu machen und als diese im Kasten waren, habe ich nur mal eben gesagt: „schau mal kurz hoch ins Licht…“ eine auch für mich interessante Erfahrung. Ein winziger Moment, ungezwungen… und es hat gepaßt.

„Bridge Walk“
Bridge Walk
An diesem Tag konnte ich zuhause nicht viel mit mir anfangen und wollte einfach nur raus. Und so habe ich mich ins Auto gesetzt und nach Motiven Ausschau gehalten; ich bin quer durch die Stadt gefahren, raus über die Felder… und war nach gut zwei Stunden völlig entnervt, weil einfach nichts klappen wollte oder sich mir nichts gezeigt hatte. Schließlich habe ich kurzerhand auf einem Parkplatz halt gemacht, weil ich mich beruhigen mußte – ich nahm mir vor, ganz banal darüber zu sinnieren, was es denn abends zu essen geben sollte… Motor aus, Augen zu, durchatmen. Augen auf, Blick aus dem Fenster… „woistdieverdammtekamera??!!“

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Februar:

„Hinter dem Horizont“
Hinter dem Horizont
Ja, nicht das Bild der Bilder – aber eine wunderbare Erinnerung. Zu dieser Zeit war der Luisenpark in Mannheim anläßlich seines 40. Geburtstages Platz einer wunderbaren Kunstschau mitsamt Illumination. Es war bitterkalt, aber schlicht wunderschön.

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März:

„Imperia“
Imperia
Die ersten Sonnenstrahlen in Konstanz am Bodensee – ein Tagestrip an die schweizer Grenze und ein ganz wundervoller Ausflug. Konstanz hat in der Tat einiges zu bieten und die Landschaft rund um den gigantischen See ist traumhaft schön. An diesem Tag hat der Frühling sein erstes Lid gehoben.

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April:

„Bienenhochzeit“
Bienenhochzeit
Ein Erlebnis der besonderen Art. Mitten im Mannheimer Industriehafen und ganz ungeschützt haben sich hunderte von Bienen ihrem Liebesspiel hingegeben. Auf der Straße, auf dem Gehsteig… hin- und hergerissen zwischen Faszination und Angst um die Tiere, bin ich eine recht lange Zeit bei ihnen geblieben, auf dem Asphalt liegend und habe mich voyeuristisch am Treiben der Natur ergötzt.

„Eifelturm III“
Eiffelturm III
Mir ist kein besserer Titel eingefallen und mittlerweile hatte ich keine Lust mehr, mir einen auszudenken. Ein Tag in Paris. Was für eine Stadt!! Ein Tagestrip von Weinheim nach Paris – eine echte Ochsentour, die es in sich hatte und mich geradezu beseelt hat. Paris ist ein kleiner Traum. So hat Europa vor dem Krieg fast überall ausgesehen… ein kleiner, feiner Blick zurück zu den Zeiten, in denen Kunst, Kultur und Schaffenskraft noch im Vordergrund standen, bevor Krieg und anschließende Zweckdienlichkeit alledem den Garaus machten.

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Mai:

„Stephan & Martin“
Stephan & Martin
Aus der Serie „Twin Turbo“, die – so hoffe ich – an diesem Wochenende erfolgreich in die vierte Runde gehen wird. Der ganze Tag und beinahe alle Photos aus diesem Shooting waren lehrreich, spannend, schön, lustig… eine einzige tolle Erfahrung.

„Dawedda in Heddesheim VII“
Dawedda in Heddesheim VII
Das zweite Konzert nach der Reunion der Lokalband „Dawedda“; bei beiden habe ich Photos gemacht, aber dieses hier sticht einfach heraus. Es zeigt für mich die Leidenschaft und Hingabe des (oft vergessenen letzten Mannes hinter den Drums?) an die Musik – der Drummer, ohne den in der Kombo eigentlich nicht wirklich viel geht… und irgendwie hat das Bild was „Lindemann’sches“ an sich…

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Juni:

„Hauptbahnhof & Victoria-Tower“
Mannheim: Hauptbahnhof & Victoria-Tower
Mannheims Hauptbahnhof im Sonnenschein unter brennender Sonne. Ich weiß noch, daß das einer der ersten brutal-heißen Tage war. Ich habe am Bahnhof im Parkhaus geparkt und bin mit allem Equipment die Brücke hochgelaufen, wo ich erstmal pausieren mußte. Wer meinen Blog verfolgt, der weiß sicher schon, daß ich mein Mannheim liebe – mein hübsch-häßliches Mannheim (wie es Heinz Rühmann ausdrücken würde). Eine der widersprüchlichsten Städte überhaupt und doch im Kern so charmant und einzigartig.

„St. Stephan Mainz“
St. Stephan Mainz
Auch das war wirklich interessant – nicht überwältigend, aber die kleine Kirche im Herzen von Mainz mit seinen von Marc Chagall kreierten Fenstern bot ein außergewöhnlich anderes Kirchenmotiv.

„Enter the UFO“
Enter the UFO
Die Multihalle in Mannheims Herzogenriedpark (dem kleinen Bruder des Luisenparks). Leider ist dieses Wunderwerk der Holzarchitektur schon lange baufällig und muß dringend saniert werden – solange es noch steht, muß man das einfach gesehen haben… finde ich. OK, so abartig interessant wird es für viele nicht sein, aber für mich eben schon; und der Park ist 1000%ig einen Besuch wert. Mal sehen, ob es Mannheim schafft, diese wunderschöne Konstruktion zu erhalten, oder ob sie auch der Abrißwut der oft hirnlosen Stadtverwaltung zum Opfer fällt.

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Juli:

„Katzenbuckelsee II“
Katzenbuckelsee II
An diesem Tag habe ich vier Bilder geschossen, die ich eigentlich alle hierhin posten könnte… aber das hier habe ich jetzt mal stellvertretend für einen extrem schönen Tag auf dem Katzenbuckel im Odenwald ausgewählt. Auf den Sonnenuntergang und die blaue Stunde habe ich länger warten müssen, als geplant, weil ein Teil des Wanderweges, der noch eingeplant gewesen war, nicht mehr zugänglich war. Aber es hat sich gelohnt, und auf dem Heimweg konnte ich noch ein schönes Photo der Milchstraße machen zwischen Bäumen auf der Waldstraße bei Heiligkreuzsteinach.

„Sailing the Fields“
Sailing the Fields
Ich betreibe nicht oft Architekturphotographie, aber hier hat es sich mal gelohnt. Das Octopharma-Gebäude in Heidelberg-Neuenheim (Neuenheimer Feld) ist definitiv einen Blick wert. Der Rest außenrum ist eher so la la…

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August:

„107 6“
107 | 6
Die Kurt-Schumacher-Brücke von Mannheim nach Ludwigshafen – nur eines der Monstren, die man als Tor zur Betonwüste gebaut und damit den Schloßgarten ruiniert hat. Was mir an dieser Aufnahme u. a. sehr gefällt, sind die ganzen Widersprüche und inhaltlichen Kontraste, die natürlich durch die Bildbearbeitung untermalt werden. Der alte und neue Teil der Brücke, das Grau, das Weiß, Zug und Auto, alte und neue Gebäude… der Stahl und die Industrie und unter einem der (zubetonierte) Schloßgarten und die Rheinpromenade. Sehenswert.

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September:
„Out of the Dark“
Out of the Dark
Endlich mal wieder ein Portrait-Shooting. OK, zwischendrin waren noch Twin-Turbo II + III, aber das war endlich mal wieder ein Studio-Shooting. Hier könnte ich auch fast alle anderen Bilder, die ich auf Flickr bereitgestellt habe, posten – aber das gefällt mir dann doch irgendwie am besten.

„Övelgönnenkisten“
Oevelgönnenkisten
Hamburg!! Mein erster Trip in die Stadt und sogleich war ich gefangen. Wenn es eine Stadt in Deutschland gibt, die man Touristen empfehlen soll, dann ich es diese – soweit ich bis jetzt deutsche Städte kenne… Der erste Ausflug nach HH war sehr anstrengend, aber sehr bewegend. Vor allem waren an diesem Wochenende gerade die Cruise Days, und ich hatte auch noch nie Ozeanriesen gesehen. Ich war völlig platt!! Zu diesen Aufnahmen gibt es einen eigenen Blogartikel… wer will, der sucht und möge finden.

„Frida & Timo“
Frida & Timo
Meine erste Hochzeit – sozusagen. Anstrengend, lehrreich, schön, festlich, herzlich… ein wirklich toller Tag mit einer ganz außergewöhnlich talentierten Braut, die definitiv das Zeug zum Model hat. Der Bräutigam mußte nur cool aussehen… hatte er keine Probleme damit.

„Descent“
Descent
Das dürfte eines meiner Top 3-Photos sein für das Jahr 2015. In der Hocke im Keller eines Kaufhauses mit einem manuellen alten Objektiv und dann „ZACK“ – Treffer!!

„Sonnenuntergang in Weinheim“
Sonnenuntergang in Weinheim
Ja, da oben an der Windeck stehe ich oft. Dieser Tag war der letzte Tag vor meinem Urlaub und das Licht war schon auf der Heimfahrt von der Arbeit so dermaßen perfekt und verführerisch… da mußte ich einfach noch einmal hoch zur Burg. Das kleine Panorama hat sich dann auch wirklich gelohnt.

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Oktober:

„Fernmeldeturm & Neckar“
Fernmeldeturm & Neckar
Erster Urlaubstag. Raus aus den Federn um 5. Um 6 ins Auto. Ab nach Monnem. Parken. Rauf auf die Brücke. Yeah!! Sonnenaufgang!! Die Friedrich-Ebert-Brücke ist einfach eine echt geile Location.

„Bücherwelt“
Bücherwelt
Ich war im Dezember 2014 schon einmal in der Stuttgarter Stadtbibliothek und wollte unbedingt noch einmal hin. Hat sich wieder gelohnt. Kann ich jedem nur empfehlen.

„Wasserschloßblues“
Wasserschloßblues
Hamburg Take Two. Das ist – da bin ich mir fast sicher – mein Bild des Jahres. Nach dem ersten Trip ein paar Wochen zuvor, habe ich mich kurzerhand noch einmal in diese traumhaft schöne Stadt begeben. Und, Leute… die Speicherstadt ist einfach der absolute Hammer!! Das muß man gesehen haben. Das Photo habe ich mir mit langem Rumstehen im kalten Wind auch eisern erkämpft. Ehrlich, über diese Aufnahme freue ich mich riesig.

„Ericas Land“
Ericas Land
Auch hier war frühes Aufstehen Trumpf. Die Mehlinger Heide – Deutschlands zweitgrößte Heidelandschaft – liegt bei, ja, richtig, Mehlingen. Also bei Kaiserslautern und ist damit ca. 1 Autostunde von Mannheim/Heidelberg/Weinheim entfernt. Der morgendliche leichte Frost, die aufgehende Sonne und die blaue Stunde… das war natürliche Kunst vom allerfeinsten und ein absolut wunderschönes Erlebnis.

„Universität Heidelberg – Alte Aula“
Universität Heidelberg - Alte Aula
Tja, der Titel sagt eigentlich alles. Für Touristen in der Kurpfalz ist Heidelberg selbstverständlich Pflichtprogramm mit Schloß, Museen, Altstadt, Studentenkarzer, Aula, Alter Brücke, Philosophenweg, Unibibliothek, Thingstätte usw usw usw. Von diesem Raum aber wissen seltsamerweise tatsächlich nur wenige. Asche auf mein Haupt: ich bin in Heidelberg geboren und habe dort studiert… und wußte 40 Jahre lang auch nichts davon. Peinlich, aber wahr… umso beeindruckender war der Besuch dann aber. Hogwarts läßt grüßen… wenn auch im Kleinen.

„Subway Playground“
Subway Playground
Von de Fischköpp zu de Bazis. – Ja, ‚tschuldigung… Von Hamburg nach München. Diese U-Bahn-Station am Marienplatz wollte ich schon seit längerem endlich sehen. Bei meinem ersten Trip nach München hat es nicht geklappt – und an diesem Wochenende sollte es eigentlich wieder an den Bodensee gehen und nach St. Gallen. Aber wer braucht schon eine uralte Stiftsbibliothek mit faulen Folianten, wenn er einen orangefarbenen Tubus aus den wilden 70ern besichtigen kann…? Eben. Und hätte ich gewußt, daß es noch viele andere coole Stationen in München gibt, wäre ich nicht deppert zu Fuß quer durch die Stadt gedappt, um dann doch nicht in die Pinakotheken zu gehen…

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November:

„Fogcasting“
Fogcasting
Ja, wieder Monnem. Und: ich liebe Nebel!! Von mir aus könnte es 8 Monate lang Oktober und November sein mit Regen, Sonne, Nebel und niedrigen Temperaturen. Dann noch zwei Monate Winter und ein wenig Frühling – aber bitte keinen Sommer. Und mal ehrlich: sieht der Fernsehturm so nicht einfach geil aus?

„Waldkathedrale“
Waldkathedrale
Der Käfertaler Wald in Mannheim – eine wunderschöne Ecke. Riesengroß, mitten in der Stadt und im Herbst ein einziger Traum.

„Spots in the Blue“
Spots in the Blue
Ich glaube, auch dieses kommt in die Top 3. Der erste Schnell im Odenwald am vergangenen Wochenende. Diese zweistündige Tour von Weinheim nach Heiligkreuzsteinach/Heddesbach war magisch. Unbeschreiblich schön.

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Dezember:

„Sonnenaufgang“ und „Morgennebel“
Morgennebel
Sonnenaufgang
So simpel der Titel, so mannigfaltig dieses Naturereignis. Anfang Dezember ging es einmal in den Odenwald zwischen Heiligkreuzsteinach und Heddesbach, denn dort liegen einige meiner liebsten Naturschauplätze. Und dieser Morgen war besonders magisch. Ich hatte schon befürchtet, daß es gar keinen Nebel geben wird und in den Niederungen war dem auch so. In einer bestimmten Höhe aber, hing alles voll mit meinem liebsten Dunst. An dieser spezielle Stelle ging es von der Straße etwas abschüssig in den Wald hinein – hier lag die Landschaft schon wieder zu hoch und es gab keinen Nebel mehr; weiter hinten an der Baumgrenze kam man zu einem Abhang, der in eine Senke führte, und in dieser Senke hing der Nebel in dicken Schwaden wie ein Meer aus Dunst; und hinter diesem Nebelsee ging die Sonne golden auf. Etwas schöneres hatte ich lange nicht mehr gesehen. Märchenhaft.

Ein abendlicher Streifzug durch Mannheim

Ja, die Monnemer Innenstadt war mal wieder dran – dort gibt es einfach öfter mal was zu entdecken. Und eigentlich bin ich viel zu selten dort…

So richtig wollte der Funke gestern aber nicht überspringen. Mir war zu heiß – bzw war ich zu dick angezogen für die absolut unüblichen 15 bis 16 Grad… (aber wir haben ja kein Wetterproblem…).

Jedenfalls bin ich etwas durch die Quadrate geschlendert in der Hoffnung, vielleicht das eine oder andere Street-Photo zu machen; aber auch hier war gestern irgendwie nicht viel zu holen (oder ich habe mich nur zu doof angestellt, kann ja auch sein 😀 )
Insgesamt war es aber schon frappierend… man hat mittlerweile das Gefühl, die Leute gehen nur auf die Straße, um zu überprüfen, ob jemand eine Kamera auf sie richtet…

Zum Schluß bin ich dann nochmal zum Wasserturm und habe drauf gewartet, daß am Friedrichsplatz die Lichter angehen – Wasserspiele gibt es ja leider ab Oktober keine mehr.
Mein Stativ hätte ich auch im Auto lassen können – seit ich die A7s habe, sind mir Sachen wie ISO 12800 irgendwie egal 😀

So, genug der Worte; hier nun einige Bilder aus meinem Flickr-Album:

Planken

Friedrich und Augusta

Wasserturmturtelei

Zum Einsatz kamen dieses Mal wieder die A7s und das FE 16-35mm, sowie das Minolta MD 45mm f/2.

Hamburg im Oktober 2015

Hallo allerseits 🙂

Nachdem ich auf meinem letzten Kurztrip nach Hamburg ein Photo des Wasserschlosses geschossen und versaut hatte (und mich leider nur kurz in der Speicherstadt habe aufhalten können), hat es mich einmal mehr nach Hamburg gezogen.

Dieses Mal ging es zu den St. Pauli Landungsbrücken, sowie durch den Alten Elbtunnel, zum alten Holzhafen und eben noch einmal (ausführlicher) in die wunderschöne Speicherstadt.

Hamburg hat es mir angetan – wäre das nicht so weit weg (sind von mir aus immerhin ca. 550 km), würde ich da wahrscheinlich jedes zweite Wochenende abhängen. Die Schwärmereien aller möglichen Leute sind in der Tat nicht übertrieben; diese Stadt muß man einfach gesehen und erlebt haben. Freilich wird es auch dort häßliche Ecken geben, wie in jeder Stadt, aber ich habe das Gefühl, daß Hamburg deutlich mehr schönen Lebensraum bietet, als andere Städte in Deutschland. All die Brücken, Gebäude, der Hafen, die Leute… es ist einfach schön und teilweise auch überwältigend.

Hier nun einige meiner photographischen Eindrücke des gestrigen Trips nach HH – den Rest findet ihr wie immer in einem Album auf Flickr.

Aus dem Weg!!

Licht & Schatten

Tür & Gasse

Stilbrücke

Poggenmühlenbrücke

Town Canal Star

Wasserschloßblues

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Benutztes Equipment:
Sony A7s
Sony/Zeiss FE 16-35mm f/4
Benro Stativ
Lowepro Kameratasche

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Sony Alpha 7s nur Gehäuse (12,2 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) LCD Display, Full HD, Unkomprimierter Output via HDMI (4K/Full HD), Silent Shooting Modus, staub- und feuchtigkeitsgeschützt) schwarz

Sony Vario-Tessar T 16-35mm f4 Objektiv (72 mm Filtergewinde) schwarz

Ein Tagesausflug nach Stuttgart

Gestern hat es einmal mehr in die neue Stadtbibliothek nach Stuttgart am Mailänder Platz gezogen; dort war ich im vergangenen Dezember schon einmal und mir war klar, daß ich dieses Gebäude noch ein weiteres Mal sehen möchte.

Bei meinem letzten Besuch hatte ich „nur“ mein 24-70mm von Tamron und mein 80-200mm von Minolta dabei – die Innenaufnahmen sind – wie ich finde – durchaus gelungen, aber ich seufzte in Ermangelung eines Ultraweitwinkelobjektivs.

Hier einige Aufnahmen aus dem Dezember 2014:

The Library

The Book Dungeon

Bücherregale

Choices

Dieses Mal hatte ich mein Minolta 17-35mm und mein Minolta 45mm dabei. Die Aufnahmen bekommen durch den Einsatz des Ultraweitwinkels in der Tat eine ganz neue Dimension.
Das „Herz“ des Gebäudes war dieses Mal leider wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Bei der Bildbearbeitung habe ich komplett bei s/w belassen – wirkt einfach mehr bei dieser Architektur.

Nachdem die Bibliothek besichtigt war, ging es noch kurz zum Hauptbahnhof – viel zu sehen, außer einem großen Loch und einem eigentlich sehr häßlichen alten Gebäude, gab es nicht. Ich möchte die Stuttgarter an dieser Stelle nicht verprellen… aber mal ehrlich: was macht Ihr so ein Gewese um dieses Gebäude? Das vermißt doch keiner… – aber gut, ich bin kein Stuttgarter und kann das womöglich auch nicht nachempfinden. Von daher…
Vom Turm des Bahnhofs aus kann übrigens ringsum die Stadt bewundern. Und zwar kostenlos. Finde ich sehr schön. Leider ist aus Sicherheitsgründen überall ein sehr engmaschiger Zaun angebracht, der es einem sehr schwer macht, Photos zu schießen. Eine Glasscheibe wäre mir hier lieber gewesen, die kann man wenigstens mit etwas Glück mit einem Polfilter überlisten.

Zum Schluß ging es noch in die Königstraße, Stuttgarts Einkaufsmeile. Eine recht schöne Einkaufsstraße. Da habe ich schon viel schlimmeres gesehen – wer das auch mal will, darf sich gerne mal nach Ludwigshafen in die Bismarckstraße begeben… schauderhaft.
Für mich als Kurpfälzer gibt es freilich nur eine wahr Einkaufsstraße – die Mannheimer Planken. 😉
Ach ja, Stuttgart „streitet“ sich wohl schon seit längerem mit Heidelberg, wer die längste Einkaufsmeile hat. Stuttgart mit der Königstraße oder Heidelberg mit der Hauptstraße. Nun, um hier mal mit den Gerüchten aufzuräumen: Heidelberg hat gewonnen. Die Königstraße ist zwar über einen Kilometer lang, sehr schön usw., aber die Heidelberger Hauptstraße mißt fast 2 km 😉 – man kann dort nur nicht so gut einkaufen.

Insgesamt hat mir der Besuch in Stuttgart sehr gut gefallen. Die Stadt wirkt (und das ist keine Beleidigung) wie ein ständig gewachsenes Fischerdorf, daß sich chaotisch und Stück für Stück bis zur heutigen Größe gemausert hat. Alles scheint sehr verwinkelt und verschachtelt; Architektur und Struktur sind ausgesprochen ambivalent. Photographisch sehr interessant.

Hier nun einige Impressionen – das Album gibt es bei Flickr:

Bücherwelt

Welt der Bücher

Bücherregale

Über den Dächern von Stuttgart

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Cinema