Am Bahnhof in Darmstadt

Das passiert mir ab und zu; ich durchstöbere – aus unterschiedlichen Gründen – meine Photos auf der Festplatte und stoße dabei auf Aufnahmen, die einstmals für viel zu schlecht befunden habe, die ich nun aber (teilweise auch neu bearbeitet) sehr reizvoll finde. Hier ist noch so eins aus dem Jahr 2014.

Am Bahnhof

Aufgenommen mit der Sony A99 und dem Tamron SP 24-70mm.

Werbeanzeigen

Objektstudie: Bahnhof Ludwigshafen Mitte

Meine letzte Photo-Tour ist zwar schon eine Woche her, aber jetzt ist endlich Zeit vorhanden, das ganze hier zu veröffentlichen. Da die vergangenen Wochen wettertechnisch wieder im Reich der Extreme angesiedelt waren, wollte ich am vergangenen Wochenende bei den zig 30 Grad (und mehr) eigentlich gar nicht vor die Türe. Sonntags ist mir am späten Nachmittag dann aber doch die Decke auf den Kopf gefallen, und so habe ich mich (nach langem Ringen mit mir selbst) doch noch dazu entschlossen, mich auf den Weg nach „Lumpehafe“ zu machen. Bereits bei Amateur-Kollegen im Netz aber auch bei der Vorüberfahrt am Bahnhof LU Mitte war mir klar, daß ich dieses scheußlich-schöne Bauwerk einmal besichtigen möchte.

Ich bin kein Fan von Ludwigshafen, da mache ich keinen Hehl draus, ich vermeide es, dorthin zu fahren, wenn es irgendwie geht, denn Ludwigshafen ist das perfekte und perfide Beispiel des Zer- und Verfalls einer Region.

Wenn man sich überlegt, was das Ziel des Umbaus der Walzmühle und des Neubaus dieses Bahnhofs war… und wie es dort jetzt schon aussieht…Auf diesen Bildern ist der Verfall nicht wirklich zu sehen, aber drumherum spielt sich der typische Ludwigshafener Morast ab – ein Gemisch aus verrottender Architektur, Betonwüste und sozio-kultureller Dystopie-Vorschau.

Der Bahnhof entstand 20003 im Zuge des Umbaus des alten Fabrikgeländes „Walzmühle“ zum Einkaufszentrum. Früher gab es in den verlassenen Industriekomplexen noch diverse Parties (vor allem Techno) und nebendran noch einen Rockerclub – insgesamt war das Areal eher berüchtigt, als berühmt.
In Ludwigshafen ist es aber fast schon egal, was man wo wie macht, man kann sich beinahe sicher sein, daß es ohnehin vor die Hunde geht.

Ludwigshafen entstand einst aus der sog. Mannheimer Rheinschanze bzw. aus einem Handelsposten auf der ggü.-liegenden Rheinseite von Mannheim und wurde erst 1859 zur Stadt erhoben. Mannheims Schwesterstadt ist vor allem bekannt durch den Hauptsitz der BASF – das größte Chemieunternehmen der Welt wollte ursprünglich in Mannheim siedeln, Mannheim befürchtete aber einen hohen Grad an Verschmutzung und lehnte ab. Also baute man in Ludwigshafen. Den Dreck hat Mannheim dennoch geerbt.

Daß Ludwigshafen nie wirklich zu Mannheim gehörte, dürfte an den vielen Gebietsänderungen nach dem Ende der Kurpfalz liegen. Nach dem Tod des letzten bayrischen Wittelsbacher Fürsten, fiel Bayern damals an die Kurpfalz und der Mannheimer Herrscher Carl Theodor verlagerte durch die Erbfolge seinen Sitz nach München (der Legende nach nahm er dabei seinen Hofbäcker mit, der in München dann den Leberkäs erfand). Es entstand 1777 Pfalz-Baiern.
Der Handelsposten Ludwigshafen war ab da bayrisch und fiel, nachdem die Franzosen eingefallen waren, an das Landkommissariat Speyer. Mannheim wurde badisch, als die Kurpfalz aufgelöst wurde. Damals wurden durch den Wiener Kongreß die „Bundesländer“ neu geordnet und „Baden“ eigentlich erst erschaffen. Auch deshalb sehen sich fast alle heute noch eher als Kurpfälzer, denn als Badener. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Kluft dann noch tiefer, als Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zwangsgebildet wurden durch die Besatzungstruppen.

So. Kommen wir nun zu den Bildern 🙂

Bahnhof Ludwigshafen Mitte

Haltestelle LU Mitte

Betonschichten

Gleis 3

Tunnelaussicht

Bend Over

Downwards

Way Down

The Sneaky House

——–

Im Einsatz waren:
Sony A7s & Sony A7 II
Sony Zeiss FE 16-35mm f/4 und Sony/Zeiss FE 55mm f/1.8

Ostermontagmorgen in Mannheim

Nach einem Trip in den Luisenpark (o wie ich ihn liebe!!) am Karsamstag und einem Tag rumgammeln hat es mich heute früh wieder gepackt. Ich wollte nach Monnem und da es der Ostermontag ist, war ich mir relativ sicher, daß sich um 8 Uhr morgens noch nicht viele Leute dort tummeln würden. Und so war es auch – es war beinahe nur die Stadtreinigung unterwegs. Ich hatte heute keine Lust auf wilde Menschenmassen und ein Street Photography Training – ich wollte meine Ruhe; und die hatte ich 🙂

Ich bin vor allem hin, weil ich zwei Ziele im Auge hatte: die Planken und die Unterführung Richtung Schloßgarten an der Uni bzw. am Bahnhof (nein, nicht den Lindenhoftunnel 😉 ). Die Planken wollten ich endlich mal mit einer langen Brennweite (bzw. einen engen Bildkreis) ablichten; hat funktioniert, hat ein bissl gedauert, war aber recht entspannend.

So. Hier nun erstmal einige Eindrücke aus dem Luisenpark vom Samstag:

Gondoletta

Ostergans

——–

Und hier nun die Eindrücke von heute morgen:

Ein Blick zurück ins Jahr 1975:
Es war einmal... 1975

Auf dem Rückweg habe ich mir auch gleich mal das neue Q6/Q7-Quartier angesehen – es gewinnt keinen Schönheitspreis, ist aber immer noch besser, als die häßlichen Kotzbunker, die da vorher standen. Ich fürchte nur, daß das, was man jetzt hingebaut hat, in 10 Jahren auch nicht besser aussehen wird…

Q6 Q7

Und auf dem Weg in die Planken, fand ich ein Plakat und habe mich tierisch über die Dummheit der Designer scheppgelacht… heute mittag habe ich dann erfahren, daß das so sein muß, weil die Tante auf der Flasche wohl „Birgit“ heißt und das ein Wortspiel sein soll… haha. Nun ja. Muß ma als Monnemer net wisse. Do gibt’s bloß Eischbaum, hea. 😀
Egal, wieder was gelernt… gut finde ich das Plakat immer noch nicht.

IMG_3628

Am Paradeplatz habe ich mich dann ein wenig ausgetobt:

Tram-Catcher

Planken

Anschließend bin ich Richtung Schloß gelaufen – wenn es so ruhig ist, fallen einem die Mannheimer Bausünden noch mehr auf, als sonst… auch der Schloßhof war früher viel schöner und begrünt – aber wer braucht das schon, die ganzen Studenten müssen schließlich Platz haben und die Lkw, die anliefern usw usw usw…. links und rechts vom Eingang zum Schloßhof liegen kleine Überbleibsel des vorderen Schloßparks (Carl-Friedrich und Carl-Theodor zu Ehren) – davor lagen einst die Wachhäuschen, die man abgerissen hat, damit die Straßenbahn Platz hat… gut gemacht, Ihr Arschlöcher.
Mea culpa. Aber wenn ich an meine Stadt denke und die Bausünden bzw Fehlentscheidungen, die seit dem Krieg bis heute stattfinden, bekomme ich regelmäßig Schnappatmung und Bluthochdruck.

Schloß Mannheim

Nun, Richtung Schloß kam ich auch an ein paar sehr schönen Bauten aus Barock und Jugendstil vorbei (auf dem Rückweg auch), die mir einmal mehr einen Eindruck vermittelt haben, was für eine unglaublich prachtvolle Stadt Mannheim einmal gewesen sein muß. Ich darf nicht lange drüber nachdenken, sonst kommen mir wieder die Tränen.
Also, bei L5 geht es über die Straße und etwas versteckt am Bahnhof zu einer Unterführung, die in den Schloßgarten führt. Ach ja: den Schloßpark hat man übrigens weitgehend den Autobahnzubringern Richtung Ludwigshafen geopfert… noch so ein Thema…

Die Unterführung selbst hat ihren Reiz. Klar: häßlich, dreckig, vollgepißt und voller Graffiti – aber, ich gebe es zu, bisweilen faszinieren mich solche Orte.

Unterführung

Underpass

Undercrossing

——–

Am Ende hat es mir gut getan – ich liebe mein Mannheim, auch wenn es zusehends vor die Hunde geht… wenigstens werden 2016 endlich die Straßen gemacht, allerdings auch die Brücken abgerissen; die kommenden Jahre werden turbulent. Mannheim bietet dem geübten Auge viele Aspekte für eine Stadterkundung: photographisch, geschichtlich… man muß es freilich nicht mögen und ein Einheimischer sieht seine Heimatstadt immer anders und verklärter als der Rest – aber Monnem ist Monnem. Jedenfalls noch…

Und ich muß es dieses Jahr endlich wieder sonntags zu Dämmerung an den Friedrichsplatz schaffen… die Wasserspiele will ich endlich mal wieder sehen.

——–

Begleitet haben mich dieses Mal:

Sony A7s
Sony/Zeiss FE 16-35mm f/4
Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS
Minolta MD 45mm f/2

Eine neue Tour in Mannheim: Mühlauhafen und Rangierbahnhof

Guten Morgen allerseits 🙂

am Samstag hat es mich zusammen mit einem Kollegen wieder raus gezogen und einmal mehr in die Hauptstadt der Kurpfalz: Mannheim.
Mannheim bietet dem geneigten Photographen eine Vielzahl an Motiven und ist sicherlich eine dieser kontroversen Städte; oder wie Heinz Rühmann es ausgedrückt hätte: hübsch häßlich.

Für mich als Kurpfälzer, der in Mannheim und Umgebung aufgewachsen ist, ist Mannheim fraglos eine der tollsten Städte der Welt – das sehen viele andere natürlich anders 😉
Aber die sehr bewegte Geschichte, die besondere Architektur und natürlich auch die architektonischen Nachkriegssünden bieten ein tolles Sammelsurium als photographisches Erlebnisziel.
Mannheim selbst hat insgesamt aber auch enorm viel an Kultur zu bieten.

So hat es mich gestern einmal mehr zum Handels-/Containerhafen gezogen. Dort war ich nun schon einige Male (u.a. beim Portrait-Shooting „Twin Turbo“) und ich werde auch sicher noch ein paar Male mehr dort hinfahren – ich liebe die Szenerie einfach. Mannheim hat schließlich einen der bedeutendsten und größten Binnenhäfen Deutschlands und ich weiß noch wie ich meine erste Tour dorthin geplant hatte in der freudigen Erwartung, daß dort auch am Wochenende das Leben blüht und ich all die tapferen Arbeiter würde bewundern können…
Tja, der Hafen ist am Wochenende leer und gleicht einer verwahrlosten Geisterstadt – das ist übrigens in allen Häfen so, in denen ich bislang war, u. a. auch in Karlsruhe.

Hier nun einige Impressionen des Mühlauhafens in Mannheim (von dem aus man übrigens auch einen tollen Nachtblick auf die in Ludwigshafen ansässige BASF hat):

Containerzug

Weichensignal

BASF

https://www.flickr.com/photos/seelenpfluecker/20230447651/in/photostream/

Industrieromantik

https://www.flickr.com/photos/seelenpfluecker/19603598353/in/photostream/

Der Bunker

Containerkran

Boote im Hafen

Mauerreste

https://www.flickr.com/photos/seelenpfluecker/20216158012/in/photostream/

Nach guten 4 bis 5 Stunden sind wir dann noch zum Güter- und Rangierbahnhof gefahren – dort war ich zwar erst eine Woche zuvor, und auch schon früher einmal – aber ich wollte dennoch ein weiteres Mal bei Nacht hin – und warum soll man sich interessante Orte nicht mehrfach ansehen 😉
Leider habe ich noch immer keine Möglichkeit gefunden, den wirklich großen Teil des Rangierbahnhofes von oben zu betrachten… da gibt es irgendwie keine passende Brücke.

Rangierbahnhof Mannheim

Rangierbahnhof Mannheim

So, das war es erstmal 🙂
Die restlichen Aufnahmen der Tour sind wie immer auch in einem Album bei Flickr zu sehen und peu a peu auch in der Flickr-Gruppe zu Mannheim & Umgebung.

——–

Verwendetes Equipment bei der Tour:
Sony A99V
Sony A7s
Tamron SP 24-70mm f/2.8 Di USD
Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS
Minolta AF 17-35mm f/ 2.8-4
Lowepro Flipside AW 400
Benro Reisestativ
Sämtliche Aufnahmen wurden ausschließlich mit Adobe Lightroom bearbeitet.

——–

Produktlinks:
Lowepro Flipside 400 AW SLR-Kamerarucksack (für SLR mit aufgesetztem 300-mm-Objektiv und bis zu 6 zusätzlichen Objektiven) schwarz

Benro A1685FBH0 Travel Angel Stativ-Set aus Aluminium

Tamron Weitwinkelobjektiv 24-70mm F/2,8 mit USD-Motor und Spritzwasserschutz für Sony

Sony Alpha 7s SLR-Digitalkamera (12,2 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) LCD Display, Full HD, Unkomprimierter Output via HDMI (4K/Full HD), Silent Shooting Modus, staub- und spritzwassergeschützt) schwarz

Sony SLT-A99V SLR-Digitalkamera (24,3 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) Display, Full HD-Video-Funktion, Live View) schwarz

Eine kleine Tour von HD nach MA

Servus Publikum 🙂

Gestern hat es mich wieder raus getrieben – das Wetter war wechselhaft und nahezu PERFEKT zum photographieren. Die letzten Tage/Wochen waren da eher schwierig, denn die brutale Sonne erzeugt nur noch extreme Spitzlichter und harte Schatten – was vielleicht für die Straßenphotographie noch nützlich ist, wird eigentlich fast überall sonst zum Ärgernis.

Gestern gab es also Erholung von der Hitzewelle und ständig sehr schnell wechselnde Lichtverhältnisse. Sonne raus, Sonne weg, Wolken da, Wolken weg, Regen an, Regen aus… und bei solchen Verhältnissen kann man (zugegeben mit etwas Glück) sehr schöne Photos aufnehmen. Denn gerade, wenn die Sonne hinter Wolke steht oder eben die Wolken selbst sehr kontrastreich sind und sich rasch bewegen – das hat sehr viel Dynamik und wirkt sehr lebendig.

Zuerst bin ich also nach Heidelberg gefahren. Dort wollte ich mir das Forschungsgebäude von Octapharma ansehen. Der futuristische Bau steht am Rande der Berliner Straße im Neuenheimer Feld und wirkt wie ein Schiff, welches das Viertel durchpflügt. Durchaus interessant:

Sailing the Fields

Anschließend hat es mich wieder nach Mannheim gezogen. Ich habe nach guten Plätzen gesucht, um den Rangierbahnhof ablichten zu können. So kam ich zuerst beim Maimarkt-Gelände an – auf der Suche nach einer geeigneten Brücke. Außerdem hat es mich interessiert, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, den Parkplatz des Maimarkts von oben zu sehen… leider nicht. Auch eine Brücke mit Blick auf den Bahnhof gibt es leider nicht. Aber durchaus ein oder zwei interessante Motive:

Drei Laternen

Maimarktbrücke

Also bin ich weitergefahren. Eine Stelle kannte ich ja schon und diese habe ich dann auch wieder besucht – von dort aus sieht man einen Teil des Bahnhofes, nur eben leider nicht die schöne große Stelle mit den extrem vielen Gleisen – aber es war ok 🙂

Rangierbahnhof Mannheim

Rangierbahnhof Mannheim

Ein Stückchen weiter (müßte dann schon Rheinau gewesen sein) habe ich noch eine Autobahnbrücke mit einer Treppe nach oben gefunden. Leider war Geländer so dermaßen hoch, daß man nicht wirklich gut arbeiten konnte. Und leider lag unter mir auch wieder nur ein Teil mit relativ wenig Gleisen und Zügen.

Under the Bridge

Rangierbahnhof Mannheim

Nachdem die Industrie dann abgehakt war, wollte ich – mal wieder – eines von diesen Heuballen-Bildern machen. Ja, jeder macht sie, schon milliardenfach wurden sie geschossen… aber irgendwie finde ich sie immer wieder schön. Und es macht einfach Spaß – also warum darauf verzichten?
So fuhr ich ein bißchen durch die Gegend, bis ich an ein Waldstück kam… „Rheinau hat einen Wald…?!“ Ja, und einen sehr schönen noch dazu!! – Und siehe da… Heuballen – JUBEL!!

Ernte II

Heuballen

Allein auf weiter Flur

——–

So, das war es erstmal für heute 🙂
Ach ja, das verwendete Equipment darf nicht fehlen:

Kamera: Sony A99
Objektive: Minolta AF 17-35mm f/2.8-4; Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS

——–

Album bei Flickr: klick