Mit welchem Objektiv sollte ich beginnen?

Hallo zusammen,

wer sich seine erste Systemkamera oder DSLR kauft, der greift meistens zu einer Kit-Version mit Objektiv, weil das zu Beginn eine relativ günstige Lösung darstellt.
Günstig, ja, aber ist es auch die richtige/beste Lösung?

Nun… jein. Mit einer Tendenz zu nein.

Seit ich Festbrennweiten benutze, bin ich ein großer Freund dieser Objektive geworden.
Warum das?
Nun, eine Festbrennweite hat einen sog. „Laufzoom“, was nichts anderes heißt, als daß man zum „zoomen“ seine Füße benutzen muß. Man konzentriert sich sehr viel mehr auf die Bewegung, den richtigen Moment, die Bildkomposition, die Stimmung usw.
Mit einem Zoom-Objektiv ist das anders. Man beleibt idR stehen, zoomt rein oder raus und verändert dabei den Bildausschnitt und die Bildwirkung.

Ich persönlich empfehle, mit einer Festbrennweite von ca. 45mm bis 55mm zu beginnen. Insbesondere die 45mm entsprechen ziemlich genau dem menschlichen Blickfeld und Bildwinkel. Dh, kommt einem in einer Situation der Gedanke „oh, das is hübsch hier“, dann kann man sich relativ sicher sein, daß man die Szenerie mit einem 50er sehr gut einfängt.

Eine andere Festbrennweite für den Beginn ist eine 35mm-Linse. Diese geht schon etwas ins Weitwinkel, man bekommt also etwas mehr drauf. Was einem besser liegt, muß man ausprobieren, aber ich wette, am Anfang ist es eher das 50er. Mit diesem entwickelt man am ehesten ein Gespür dafür, was es heißt, zu photographieren.

Möchte man das partout nicht und doch lieber Zoom-Objektive benutzen, dann kann man, wenn das Kit-Objektiv was taugt (informieren!!), dieses benutzen (diese liegen idR bei ca 28-75mm – Kleinbild) oder ein klassisches 24-70mm kaufen und dazu noch ein 70-200mm. Beide sollten so lichtstark sein, wie technisch oder finanziell möglich (also im Bereich von f/2.8 bis f/4).
Mit einer Kombi aus diesen beiden Objektiven kann man fast alles machen und wird lange Zeit nichts anderes benötigen. Ich persönlich habe mich dabei ertappt, daß ich relativ selten gezoomt und eigentlich immer direkt die 24, 50, 70 oder 200mm benutzt habe, also ohnehin klassische Festbrennweiten.

Irgendwann hat sich mein Fokus aber verschoben. Mein 24-70mm habe ich im vergangenen Jahr verkauft, weil ich es einfach nicht mehr genutzt habe. Ich nutze ein 16-35mm und zwar idR entweder bei 16 oder bei 35mm, ein 55er, ein 85er, ein 80-200er (auch nur noch selten), ein 100er Makro und ein 150-600mm (meistens bei 600mm).
Meistens bin ich mit dem 16-35 und dem 55er unterwegs, will aber auf jeden Fall noch ein reines 35er. Mit einem 35er und einem 50er (55er) kann man schön die Straßen durchforsten. Ich habe auch noch ein manuelles 45er, das ich sehr gerne für diese Zwecke einsetze.

Weitwinkelzooms und Weitwinkelfestbrennweiten eignen sich sehr gut für Landschaften und Architektur etc.; Normalbrennweiten wie 45/50/55mm für fast alles; Telezooms-/festbrennweiten ab 70mm aufwärts dann für Portaits, Landschaft, Wildlife usw.

Wer noch mehr wissen will, der frage mich gerne in den Kommentaren 🙂

Advertisements

Die Bildwirkung unterschiedlicher Brennweiten

Ich muß diesem Beitrag eines vorweg sagen, nämlich daß die Location nicht optimal zur Verdeutlichen dessen dient, was ich eigentlich schreiben wollte – daher werde ich den Beitrag demnächst noch einmal ergänzen oder wiederholen.
Ein gerader, ebener Weg in einem Wald oder eine Allee oder ähnliches wäre hier besser geeignet – und das hole ich rasch nach 🙂

Aber für den Anfang – ich war eben gerade dort und nicht woanders 😀 – soll das genügen.

Daß man auf den Objektiven die Brennweite zur Unterscheidung angibt, hat sich inzwischen als Standard etabliert, ist aber eigentlich nicht ganz korrekt. Eigentlich sollte der Bildwinkel draufstehen, damit man einen Eindruck davon bekommt, was man sieht – zudem berechnen einzelne Objektivhersteller ihre Linsen wohl irgendwie unterschiedlich, denn wenn man bspw. die 70-200er von Canon, Nikon, Tamron und Sigma miteinander vergleicht, ist auf dem einen mehr Bild drauf, als auf den anderen…
Nicht umsonst geben die Hersteller in den Detailangaben den Bildwinkel immer mit an.

Kommen wir nun zu den Aufnahmen.
Nachfolgend habe ich folgende Brennweiten aufgenommen:
16mm, 24mm, 28mm, 35mm, 45mm, 50mm, 70mm, 100mm, 135mm, 200mm

Es kann sein, daß die Bildergebnisse ein klein wenig vom optimalen Ergebnis abweichen; ich habe zwar ein Stativ benutzt, aber aufgrund des LA-EA4-Adapters ragt die Kamera einige mm weiter nach hinten, da die Stativschelle am Adapter sitzt – ich habe bei drei der Aufnahmen das 80-200 von Minolta daher nur auf dem Stativ abgestützt – bei den 50mm mit dem Tamron war es aber am Adapter befestigt.

Die verwendeten Objektive:
16mm bis 35mm: Sony/Zeiss FE 16-35mm f/4
45mm: Minolta MD 45mm f/2
50mm bis 70mm: Tamron SP 24-70mm f/2.8 Di USD
85mm: Samyang 85mm
100mm bis 200mm: Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS

Alle Aufnahmen sind mit Blende f/8 entstanden im Modus A (Blendenpriorität/Zeitautomatik).

16mm

16mm

24mm

24mm

28mm

28mm

35mm

35mm

45mm

45mm

50mm

50mm

70mm

70mm

85mm

85mm

100mm

100mm

135mm

135mm

200mm

200mm