Zoom oder Festbrennweite? – Da scheiden sich die Geister…

… und das, obwohl sie das gar nicht müßten.

Foren, Blogs und Magazine sind voll davon. Jeder meint, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und postuliert ein ums andere Mal, welches Objektiv auf jeden Fall das bessere sei. Dabei macht man hier ein Faß auf, das gut und gerne im Keller vergessen werden kann.
Vor allem werden dabei sogenannte „Superzooms“ immer wieder gerne verbal zerrissen; und das oft völlig zu unrecht.

Bevor wir fortfahren, soll ein kleiner Exkurs den Anfängern unseres Hobbys helfen, die Begrifflichkeiten einzuordnen.
Also, Objektive werden – ganz grob – in Festbrennweiten und Zooms, sowie in Weitwinkel- und Tele-Objektive untergliedert.
Mit einem Zoom kann man die Brennweite verändern (als zB ein Motiv näher heranholen, ohne sich zu bewegen), mit einer Festbrennweite geht das nicht, da muß man laufen. Weitwinkel bannen viel aufs Bild, Tele wenig; es gibt also Weitwinkel- und Tele-Festbrennweiten, sowie Weitwinkel- und Tele-Zooms; Superzooms decken beides ab – jetzt wirklich nur ganz grob und kurz.

Ich selbst war lange Zeit ein Verfechter der beliebten und höchst nützlichen Zoom-Kombination 24-70mm und 70-200mm. Damit kann man in der Tat fast alles machen und man ist flexibel. Wenn dann auch noch eine gute Lichtstärke vorhanden ist von Blende 2.8, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Ist eigentlich auch so.

Und dann hatte ich das 55mm f/1.8.
Ein Traumobjektiv.
Und ganz ehrlich… da ist mir aufgefallen, daß ich auch bei meinen Zooms eigentlich immer entweder bei 24mm, 70mm oder 200mm photographiere, laufe und eben nicht zoome. Vielleicht mal bei 135mm oder 35/50mm in Ausnahmefällen. Wenn keine Hindernisse im Weg waren, habe ich die Brennweite eingestellt, die mir gefällt – oder auch nicht – und habe mich bewegt, um den richtigen Bildausschnitt zu bekommen. Wie gesagt: solange kein Hindernis im Weg war. Und ich muß zugeben… seit ich die Blende 1.4 meines Samyang 85mm einmal genossen habe… bin ich süchtig nach der Offenblende.

Die Vorteile von Festbrennweiten:
– ggf kleiner
– ggf leichter
– idR lichtstärker
– idR schärfer

Die Nachteile von Festbrennweiten:
– weniger flexibel
– man schleppt mehr rum
– muß öfter wechseln

Analog kann man bei den Zooms vorgehen:
– flexibler, aber weniger lichtstark
– größer und schwerer, aber man schleppt weniger mit rum
– nicht ganz so scharf wie eine FB, aber muß nicht so oft wechseln

Ein Superzoom freilich ist dann etwas ganz anderes…
– man muß ggf gar nichts wechseln
– man schleppt fast nix mit sich rum
– extrem flexibel

aber:
– geringe Lichtstärke
– oft erhebliche Abstriche bei der Abbildungsleistung

So, und nun? Was soll man sich nun kaufen? Ha! Nun, das, was man für seine eigenen Zwecke möchte, für richtig und für notwendig hält. Ganz einfach.
Wenn ich auf Reisen gehe und mit meinen Klamotten schon genug zu schleppen habe, will ich möglichst wenig Gewicht mit mir rumtragen und die Aussichten genießen. Dann nehme ich ggf 1 Kamera und 2 Festbrennweiten, oder 1 Kamera und 2 Zooms oder eben 1 Kamera und 1 Superzoom mit. Eine kleine, leichte Kamera mit festem Objektiv kann hier viel Spaß machen, man ist aber auch sehr limitiert.

Wenn ich dagegen zB raus gehe, um gezielt Landschaften abzulichten… kann ich fast alles mitnehmen. Je nachdem, was ich vorhabe, und wenn die Tour richtig geplant ist, kann ich mich aber auch hier einschränken.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß ein Objektiv um die 50mm nie falsch ist. Denn da das ca den menschlichen Bild-/Blickwinkel abbildet, ist es oft so, daß die Brennweite paßt, wenn man sich denkt „ooh, das ist aber schön hier“.
Steht man aber auf einem Berg… können Zooms hilfreich sein. Hier kann man ggf nicht einfach seinen Standort ändern. Oder man steht am Fuß des Berges… da kann es ein Problem darstellen, mal „schnell“ weiter weg zu gehen oder näher ran.

Hohenzollern
Panorama – aufgenommen mit einem 24-70mm Zoom von Tamron

Burg Hohenzollern
Aufgenommen mit dem Telezoom 80-200mm von Minolta.

Wie weiter oben bereits angedeutet, sind die Superzooms (oder wie sie oft abschätzig genannt werden: „Suppenzooms“) nicht immer schlecht. Auch hier gibt es, wie immer, eine sehr große Qualitätsspanne. Nicht jede Festbrennweite ist super und nicht jedes Superzoom schlecht. Gerade Tamron und Sony, aber auch Canon und andere haben hier sehr gute Teile im Angebot, wie bspw. das Sony FE 24-240mm oder das Canon EF 28-300mm L. Man muß aber bei diesen enormen Reichweiten in der Tat Abstriche machen. Es ist klar, daß bei so viel Glas und so vielen verschiedenen Möglichkeiten, die Elementgruppen im Tubus anzuordnen, nicht durchgehend eine herausragende Bildqualität erreicht werden kann.
Aber… am Ende gilt immer: der Photograph macht das Bild, nicht das Equipment und: Schärfe ist nicht alles.

In der Tat aber, haben Festbrennweiten einen weiteren unschätzbaren Vorteil: man lernt damit besser.
Man muß sich bewegen und Gedanken über den Bildausschnitt machen, sein Auge schulen und sich mit seiner Ausrüstung ganz anders vertraut machen. So liegt den meisten Kameras ein Kit-Objektiv bei (das idR gar nicht so schlecht ist), das aber jeden Anfänger gleich zu Beginn ggf faul werden läßt, denn es sind immer Zooms.
Ich rate hier: kauft Euch nur den Body und eine Festbrennweite um die 45, 50 oder 55mm – oder setzt auf eine Kompaktkamera mit Festbrennweite wie bspw. die Fuji X-100T. Die hat zwar 35mm (umgerechnet – wie die meistens Smartphones), aber daß es eben eine Festbrennweite ist, ist ein unschätzbarer Vorteil, der einige Nachteile deutlich überwiegen kann.

Am Ende spricht absolut nichts dagegen, einfach alles zu nutzen. Ich selbst allerdings… habe inzwischen selbst 2 Festbrennweiten, denen ich immer öfter den Vorzug gebe (solange ich kein Zoom brauche). Hätte ich von mir selbst nie gedacht…

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Familienzuwachs: Sony/Zeiss FE 55mm f/1.8

Sony/Zeiss FE 55mm f/1.8

Sony/Zeiss FE 55mm f/1.8

Ein neues Objektiv ist im Haus. Und nachdem ich es begrabbelt habe (es ist erotisch) und in meiner dunklen Bude meine Katzen kurz abgelichtet habe mit der Sony A7s… kann ich nur sagen… SCHEIßE!! WIE GEIL!!

Die beiden Photos mit „Leeloo“ (Europäisch Kurzhaar) sind bei ISO 3200 entstanden und Offenblende. Das eine ist ein 100% Crop. Nicht wundern über die roten Flecken, das arme Ding hat eine Trockenfutterallergie…

Das dritte Bild zeigt „Bijou“ (Maine Coon) bei ISO 5000.

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Ich bin von der Schärfe und dem genial-sanften Schärfeverlauf total begeistert – was für eine Bildqualität!!

Das Objektiv liegt unwahrscheinlich gut in der Hand und ist an der A7s hervorragend ausbalanciert. Ohne die Streulichtblende wird es unscheinbar und unauffällig. Die Blende macht es dann leicht wuchtig – es ist für seine Brennweite und Blendenöffnung (wie ich finde) sehr klein geraten und erinnert eher an ein Objektiv für die A6000.
Der Fokus greift schnell zu ab einem Mindestabstand von 50cm.

Ich freue mich, das gute Stück draußen in freier Wildbahn auszuprobieren und werde dann berichten. 🙂

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Tamron bringt zwei neue A-Mount-Objektive

Wie aus sonyalpharumors.com zu lesen ist, bringt Tamron wohl demnächst zwei neue Objektive für Sonys A-Bajonett. Und zwar:

SP 35mm f/1.8 Di-USD
SP 45mm f/1.8 Di-USD

Also zwei – relativ – lichtstarke Festbrennweiten. Warum nun aber 45mm und nicht 50mm oder 55mm, verstehe ich nicht so ganz… denn zwischen 45 und 35… nu ja…

Außerdem frage ich mich, warum jetzt überhaupt zwei solche Linsen kommen. Seien wir ehrlich: A-Mount ist bald Geschichte. Es gibt genau noch 3 Kameras mit A-Bajonett, nämlich die A58, die A77 II und die A99. Die A99 wird wohl demnächst nochmal ein Update erfahren – aber Sony konzentriert sich ganz klar auf sein E-Mount Lineup.
Daher ist es für mich absolut nicht nachzuvollziehen, warum Tamron nicht endlich (vor allem für das Vollformat) Objektive für die A5100, die A6000 und die A7-Reihe bringt; zumal Sony mit 11,38% an Tamron beteiligt ist. Eine Palette günstige Objektive würde die E-Mount-Reihe noch einmal kräftig beflügeln, denn bislang gibt es ausschließlich (schweineteure) Optiken von Sony und Zeiss – von einigen kleinen Ausnahmen abgesehen.

Es war einmal… Canon EF 1200mm f/5.6L USM

Heute gibt es mal wieder eine Kleinigkeit aus dem Kuriositätenkabinett. Es gab einmal ein – stark limitiertes – Objektiv von Canon: das EF 1200mm f/5.6L USM
Dabei handelt es sich um eine Festbrennweite mit monströsen 1,2 m Brennweite.
Hergestellt wird diese Linse schon lange nicht mehr, ist aber mit viel Glück noch zu finden. Nur bezahlen wird sie niemand können, sofern man sie zum entsprechenden Wert angeboten bekommt.
Das Objektiv geht schon mal für 60.000 Euro über den Tisch.

Einfgeführt wurde es 1993, hatte aber bereits einen FD-Mount-Vorgänger von 1984. Ausgeliefert wurde das ganze mit einem eigenen Stativ; weniger als 100 Stück wurden hergestellt. Soweit ich weiß lag der Neupreis irgendwo bei 90.000 Euro.

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Bildquelle: Canon Europe

Familienzuwachs: Minolta AF 50mm f/1.4

Heute war es also soweit: mein „neues“ Minolta AF 50mm 1.4 war in der Post. Und, was soll ich sagen: es ist äußerlich in einem traumhaft guten Zustand.

Damit ist meine „Ofenrohr“-Sammlung (vorerst) komplett… natürlich gibt es da noch andere… aber das muß nun erst einmal Zeit haben.

Am Wochenende geht es am Neckar entlang durch den Odenwald – und da werden die drei sicher ausgiebig genutzt. 🙂

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Welche Arten von Objektiven gibt es?

Nun, es gibt es etliche, die gängigsten sind:
– Weitwinkel/Utraweitwinkel
– Tele/Spiegeltele
– Weitwinkelzoom
– Telezoom
– Makro
– Normal

Grundsätzlich wird also unterschieden in:
– Festbrennweiten (nicht verstellbare Brennweite)
– Zoomobjektive (verstellbare Brennweite)

Festbrennweiten werden auch scherzhaft „Laufzoom“ genannt, weil man eben nur Laufen näher an das Motiv heran kommt.

Beginnen wir mit dem Normalobjektiv:
Das Normalobjektiv ist eine Festbrennweite mit 50mm und entspricht in seiner Abbildung in etwa dem Sichtfeld des menschlichen Auges.
Es eignet sich perfekt dazu, das eigene Auge/Können zu schulen, Perspektiven zu testen und das Motiv korrekt zu positionieren.

Daran anschließend gibt es Normalzoomobjektive:
Diese Zooms bieten ein Sichtfeld vom leichten Weitwinkel (meist beginnend bei 24mm oder 28mm) bis hin zu leichten Tele (idR bis 70mm oder auch leicht darüber).

Weitwinkelobjektive bieten dann das weite Sichtfeld und Ultraweitwinkel bzw. Fisheye-Objektive das weiteste. Hier sind Brennweiten von 8mm bis 20mm üblich.

Teleobjektive dienen dazu, das Motiv nah heran zu holen und beginnen idR ab 70/85mm, meistens aber bei 90mm bzw. 100mm. Hier gibt es – meines Wissens – Festbrennweiten bis 800mm.
Eine Sonderrolle nehmen hier Spiegelteleobjektive (in Analogie zum Spiegelteleskop) ein. Das sind auch Festbrennweiten, die aber konstruktionsbedingt eine kleinere Bauart haben.

Weitwinkelzooms bieten entsprechend einen Zoombereich Weit-Weit (bspw. 12-24mm), genauso wie Telezooms (z. B. 100-400mm).

Dazu gibt es noch sog. Superzooms, die beide Bereiche abdecken, z. B. 28-300mm.

Makroobjektive schließlich sind spezielle Objektive, mit denen man z. T. sehr nah an kleine Objekte rangehen kann, um sie möglichst groß abzubilden. Makrofunktionen können in verschiedenen Objektiven verbaut sein, entweder in Festbrennweiten (z. B. 100mm Makro) oder auch in Zooms (bspw. 70-300mm Makro).

Übliche/häufige mm-Bereiche sind:

Festbrennweite: 8mm, 12mm, 16mm, 18mm, 24mm, 28mm, 35mm, 50mm, 70mm, 85mm, 100mm, 200mm, 300mm, 500mm, 600mm, 800mm.

Zoom: 16-50mm, 18-55mm, 24-70mm, 70-200mm, 70-300mm, 100-400mm.

Es gibt aber noch etliche dazwischen.