Sony: LSI-Chips und besserer AF für künftige Modelle

Imaging Resource hat ein Interview mit Sonys Managern Kimio Maki und Takashi Kondo geführt und dabei einige interessante Details erfahren:

Der neue LSI-Chip, der die neue A99 II bei der Serienbildrate beschleunigt, soll auch in künftige Modelle der spiegellosen Systemkameras eingebaut werden.

Ferner sieht Sony seine A-Mount-Modelle weniger als Produkte, die dazu sind, Kunden von Canon, Nikon & Co. wegzulocken, sondern um neue Technologien einzuführen.

Auch soll es keine neuen A-Bajonett-Objektive speziell für die neue hohe Auflösung der A99 II geben, also keine GM-Objektive mit A-Mount. Vielmehr sollen die bereits erhältlichen G- und Zeiss-Objektive die erforderlich Auflösung schaffen (zumindest, wenn man sie leicht abblendet).

Darüberhinaus wisse man, daß das Thema „Autofokus“ und dessen Geschwindigkeit bzw. Treffsicherheit das große Thema ist, um bspw. gegen direkte Konkurrenten wie Fujifilm mit der X-T2 usw. aber auch gegen die DSLRs bestehen zu können. Hier will man ebenfalls bei künftigen Modellen nachrüsten.

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Kommentar:

Einmal mehr finde ich zwei Aussagen interessant, die die Zukunft des A-Bajonetts als fraglich erscheinen lassen.
Das A-Bajonett nur als Testplattform zu nutzen, ist schon etwas seltsam – natürlich lieben es langjährige und treue A-Bajonett-Nutzer, daß nun mit der A99 II eine echte Profikamera erhältlich sein wird, die die Topmodelle von anderen zumindest in einigen Bereichen ziemlich alt aussehen läßt – aber einmal mehr finde ich, daß ein echtes Bekenntnis zur Zukunft dieser Plattform anders aussieht.

Und gleiches muß für die Objektive gelten. Natürlich haben wir bereits einen hervorragenden Objektivpark in Sonys Sortiment – aber es wäre schon nett gewesen, auch hier ein Zeichen zu setzen und wenigsten ein oder zwei GM-Linsen nachzuschieben – oder eben ältere Linsen zu überarbeiten. Denn die GM kann man schließlich nicht am E-Mount adaptieren.

Es sind ohnehin schon viele zum E-Bajonett gewechselt (mich eingeschlossen); ich bezweifle daher, daß das A-Bajonett auf die lange Sicht noch was reißen kann. Aber mit den derzeit erhältlichen Kameras, sind ein paar wirklich schöne und sehr gute Modelle im Angebot; auch wenn drei Kameras ansich nicht grade viel ist… aber die, die es gibt, sind verdammt gute Geräte, die eigentlich jeden glücklich machen sollten (vorausgesetzt, man hat zB für eine A99 II genug Speicherplatz frei).

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Warum ich APS-C nicht mag

Nun, der Titel mag etwas ketzerisch sein und viele mögen über die nun folgenden Aussagen die Nase rümpfen, aber ich möchte an dieser Stelle einmal aufzeigen, warum ich es für sinnfrei halte, an APS-C – und im übrigen auch an mFT – festzuhalten.

Klar ist, daß kleinere Sensoren ihre Daseinsberechtigung haben und hatten – aber warum ist dem so?
Nun, sie sind kleiner. Das bedeutet, man bekommt mehr raus bei der Produktion und kann Kameras (vermeintlich) günstiger verkaufen. Zum anderen werden (vermeintlich) die Kameras kleiner, flexibler und man spart auch hier Geld, Transportkosten, Lagerhaltung, Material etc pp.
Linsen für kleinere Sensoren sind kleiner und günstiger… usw.

Ein jeder wird heute sagen: ist doch egal, denn die Bildqualität ist sowieso überall gleich.

Jein.

Es ist Fakt – und daran läßt sich nun mal aufgrund allgemein gültiger physikalischer Regeln im Universum nichts ändern – daß größere Sensoren größere Pixel ermöglichen, mehr Licht einfangen, ein höheres Freistellungspotenzial haben und somit bei entsprechender Produktgüte am Ende immer die höhere Bildqualität liefern zu einem vergleichbaren kleineren Sensor.

Dem Anwender bürdet man nebenbei die Umrechnung auf das Kleinbildformat auf (das nunmal der Standard ist), zwingt ihn aufgrund vermeintlicher Einsparmöglichkeiten zur Akzeptanz eines höheren Bildrauschens bei höheren f- bzw. t-Werten. Denn – ja – auch die Lichtstärke muß man streng genommen umrechnen.

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(Bildquelle: de.Wikipedia.org)

Wenn man die einen kleineren Sensor günstiger verkauft, kann man logischerweise, ohne mit Gegenwehr zu rechnen, die größeren um einiges teuere verkaufen – man hat also eine Schiene, die vermeintlich günstig ist – was sie aber eben nicht ist. Denn ein Unternehmen wäre relativ dusslig, wenn es nicht aus jeder sich bietenden Situation versucht, das meiste Kapital schlagen zu können.
In dem Moment, in dem Kameras mit APS-C-Sensor für 1.500 Euro pro Stück verkauft werden, kann man Kameras mit Vollformatsensor gut für das doppelte verkaufen. Schließlich ist der Sensor ja auch fast doppelt so groß.
Kameras und Objektive sind idR recht preisstabil, sofern sie einige Zeit ohne Nachfolger auf dem Markt bleiben.

Betrachtet man Einführungspreise und Endpreise kurz vor der Veröffentlichung eines Nachfolgers, darf man sich durchaus die Frage stellen: wenn jetzt noch Gewinn gemacht wird – und zwar ausreichend – warum war das Ding am Anfang so teuer?
Nun, das ist alles legitim. Und natürlich verfeinern und verbessern sich im Laufe eines Produktzyklus die Fertigungsprozesse usw. sodaß Produkte günstiger angeboten werden können bei etwa gleicher Marge.

Was aber wären, wenn man endlich nur wieder Kleinbildsensoren produzieren würde?
Je mehr man von einem Produkt herstellt, desto günstiger wird es in der Herstellung, wenn entsprechende Absätze generiert werden können.
Die Nachfrage wäre die gleiche, wenn nicht sogar höher. Zudem wäre man nicht mehr dazu gezwungen, verschiedene Produktlinien mit verschiedenen Fertigungsprozessen zu betreiben. Nun, ich bin kein Betriebswirtschaftler und auch kein Vorstand eines Kameraproduzenten – aber mir leuchten viele Dinge in bezug auf die kleinen Sensoren nicht mehr ein.
Klar, jemand der bislang nur mFT und APS-C hergestellt hat, müßte erst einmal relativ teuer umrüsten. Aber wenn der Markt ohnehin nur nach dem einen Produkt verlangt (Mittelformat und größeres lasse ich erst einmal bewußt außer Betracht), kann das kaum ein Hinderungsgrund sein. Und eine eigene Sensorentwicklung haben nur noch wenige. Teuer wird ggf nur die Entwicklung neuer Linsen und deren Etablierung, vor allem, weil das erst einmal dauert. Das ist immer so bei der Einführung eines neuen Systems.

Interessant ist doch aber, wenn man sich einmal Sony als Beispiel anschaut. Die haben zwar auch APS-C-Kameras im Sortiment – im Grunde sind das aber nur noch 2 Stück. A-Mount stirbt mittelfristig aus, da muß man sich nichts vormachen; und ansonsten sind nur die A6300 und die A5300 aktuell – der Rest läuft ebenfalls aus.
Beim Kleinbild sieht es anders aus: da werden die alten A7-Modelle als Einsteigerkameras nach wie vor produziert und finden reißenden Absatz neben den teureren Profimodellen. Die Kameras sind allesamt im Grunde genauso groß wie eine Olympus und mit Sicherheit nicht teurer in der Herstellung.
Und wenn ich mir dann anschaue, was Fujifilm und Olympus für ihre Kameras verlangen, wird mir schwindlig. Natürlich das tolle Geräte mit genialen Features etc pp – aber… mal ehrlich: sind sie das wert? Ich denke nicht. Freilich ist das oft auch eine persönliche Frage: ist sie mir das wert? Aber am Ende ist es einfach so, daß sie wissen, daß eine Vollformatkamera eben zu X Euro kostet, also können sie sich trauen bis Y Euro zu verlangen. Gäbe es (praktisch) nur noch Kleinbildkameras für die Segmente Einsteiger, Enthusiasten und Profis – so wie es früher zu Filmzeiten einmal war – könnte man sich auf die Herstellung und Entwicklung verschiedener Modelle konzentrieren, die vielleicht irgendwann einmal mehr Sinn ergeben, als es heute der Fall ist.

Und auch den Drittherstellern von Objektiven und sonstigem Zubehör wäre damit geholfen.

Heutzutage gibt es eigentlich – von Ausnahmen abgesehen – kaum noch schlechte Kameras und kaum noch schlechte Objektive. Ich meine damit WIRKLICH schlecht. Und somit ist es in meinen Augen erst recht Zeit, mit der Produktion von kleinen Sensoren (für Wechselobjektivkameras) aufzuhören.

Sony A7s vs. Sony A7 II: ein Vergleich der Auflösung

Einige meiner Leser wissen ja vielleicht inzwischen, daß ich von dem allgemein vorherrschenden Megapixelwahn nicht viel halte.
Auch aus diesem Grund habe ich mich kürzlich bewußt für eine A7 II als Zweitkamera statt für eine A7r II entschieden.

Heute habe ich einen kleinen Vergleichs-„Test“ für Euch. Ich habe das selbe Motiv mit beiden Kameras abgelichtet. Bei beiden Kameras kam das Sony/Zeiss FE 16-35mm f/4 zum Einsatz. Belichtet wurde mit einer 1/60s bei f/8. ISO wurde auf Auto gestellt – denn es war frühmorgens und die Lichtverhältnisse wechselten schnell – so wurde das eine Bild mit ISO100 und das andere mit ISO125 aufgenommen – ein absolut vernachlässigbarer Unterschied.

Die ersten beiden Aufnahmen sind direkt und ohne jede weitere Bearbeitung aus der RAW-Datei entwickelt worden; die anderen beiden wurden mit folgenden Werten „aufgehübscht“, um mehr Bilddetails erkennen zu können:
Lichter: -100
Tiefen: +68
Klarheit: +22

Mehr ist es nicht.

Zur Erinnerung: die Sony A7s löst mit 12 Megapixeln auf, die Sony A7 II mit 24 Megapixeln.

Hier nun die beiden JPEGs in unbearbeiteter Form:

Sony A7 II

Sony A7 II

Sony A7s

Sony A7s

Und hier nun die leicht bearbeiteten Versionen:

Sony A7 II

Sony A7 II

Sony A7s

Sony A7s

Nun beginnt der zum Teil rein subjektive Teil der Betrachtung:
meiner Ansicht nach ist die Bildqualität – trotz lossy RAW – der A7s wirklich überragend. In diesen zu heutigen Zeiten relativ kleinen Dateien lassen irrwitzig viele Details einfangen. Ich finde, daß die vermeintlich deutlich höhere Auflösung der A7 II hier keinen wirklichen Benefit bringt. Jedenfalls bis zu einem gewissen Punkt keinen allzu großen.
Eine gute Kamera (heutzutage ist eig jede Kamera gut) und ein sehr gutes Objektiv (es gibt heutzutage eig kaum noch schlechte Objektive) können auch mit niedrigen Auflösungen herausragende Ergebnisse liefern, die 99% all unserer Ansprüche genügen sollten.

Nachtrag zu hochauflösenden Sensoren und Druckgrößen

Beim Durchlesen meines letzten Artikels zu diesem Thema (was bringen 36, 42 und 50 Megapixel) ist mir aufgefallen, daß eine kleine Quintessenz fehlt. Zur Vereinfachung und Verdeutlichung möchte ich hier also noch einmal festhalten…

Was beeinflußt die Druckqualität nachhaltig:
– Qualität des Objektivs
– Auslösung des Objektivs
– Qualität des Sensors
– Auflösung des Sensors
– Druckausgabe
– Betrachungsabstand
– uvm

Es gibt Objektive, die absolut überragend auflösen, wie bspw. das Zeiss Otus. Das 55er Otus ist wahrscheinlich das schärfste, am Markt erhältliche Objektiv und löst an einer Nikon D810 (36 Megapixel-Sensor) mit satten 35 Megapixeln auf.

Sony hat jüngst eine neue Produktlinie präsentiert (G Master-Serie), die eigens auf die neuen (auch noch kommenden) hochauflösenden Kamersensoren zugeschnitten ist. Denn: gute Objektive, auch sehr gute – aber vielleicht ältere – können oft die Auflösung eines neuen Sensors gar nicht mitgehen. Ein Otus wird wahrscheinlich auch an einer Canon 5Dsr noch einmal deutlicher auflösen, aber eben nicht mehr über 40 Megapixel (sowie ich mich erinnere).

Auch hängt die Schärfe nicht nur vom Objektiv oder dem Sensor ab… mehr Auflösung wirkt erst einmal schärfer, ja. Aber auch geniale Linsen sorgen für ein scharfes und detailreiches Bild.

Ich empfehle hierzu ein sehr gutes Video von Tony Northrup, das aber leider nur auf Englisch verfügbar ist und bei welchem bei den Druckgrößen auch nur auf Inch und nicht auf Zentimeter eingegangen wird:

Ergänzend zu diesem Video vll hier einmal kurz eine Inch-cm-Umrechnung anhand eine 80×60-Drucks:
80×60 cm entsprechen 31,5 x 23,62 inch
Das wäre wohl laut Video die „native“ Größe für einen Druck bei 300 dpi aus einer 50 Megapixel-Datei.

Man sagt, mehr als 300 oder 400 dpi kann ein menschliches Auge gar nicht sehen (der eine mehr, der andere weniger); dpi = dots per inch (Punkte pro Inch).

Die Auflösung einer A7s (12 MP) bringt demgemäß rechnerisch bei 300 dpi ein 14“-Bild (Kantenlänge), das sind 35,56 cm, also etwas größer als A4 an der langen Seite. Die 80×60 sind ungefähr A1. Dabei gilt es auch zu bedenken, daß es verschiedene Formate wie 4:3 und 3:2 usw. gibt, wie bei der Glotze früher (4:3 und 16:9).
Wer es hier etwas genauer wissen will, dem empfehle ich die Seite myposter.de – dort kann man alle gängigen Formate drucken lassen und vorher einsehen/auswählen. Ich selbst lasse dort meine Photos für zuhause (inkl. Rahmen!) drucken – kann ich bis jetzt sehr empfehlen.

Bildschirmfoto 2016-02-05 um 13.47.19

Übrigens habe ich mal irgendwo gelesen, daß die 300dpi-Geschichte aus grauer Druckvorzeit stammt und heute kaum noch relevant ist… dazu kenne ich mich aber zu wenig aus, als daß ich das irgendwie kommentieren, bestätigen oder widerlegen könnte…

Gerade bin ich an meinem Arbeitsplatz noch einmal im Büro umhergeschlendert. Dort hängen einige meiner Photos in A1 an der Wand. Die einen sind mit einer Canon 400D (10 Megapixel APS-C) aufgenommen, der Rest mit einer Sony A99 (24 Megapixel Vollformat).
Bei denen mit der Canon habe ich nur die Kitlinse und ein billiges Tamron-Zoom zur Verfügung gehabt – die anderen an der Sony wurden u.a. mit dem Tamron SP 24-70mm f/2.8 Di, dem Minolta AF 100mm f/2.8 Macro, dem Minolta AF 70-210mm f/4 aufgenommen. Die Qualität der letztgenannten Sony + Objektive ist nebst Sensor um Welten besser als die Kombination der alten Canon + Schrottlinsen. Manche Aufnahmen mit der Canon sind dennoch sehr scharf und sehr detailreich. Im direkten Vergleich mit den Aufnahmen, die mit der Sony antsanden sind, sehen sie aber (nicht alle!!) eher kläglich aus. Es hängt eben auch viel mit damit zusammen, mit welchen Einstellungen die Aufnahmen entstanden sind und wie die Nachbearbeitung erfolgte.

Was nun kann man von z.B. einer Sony A7r II erwarten?
Nun, zunächst einmal entwickeln sich natürlich auch Sensoren immer weiter – und das Ende der Pixeldichte auf einem Kleinbildsensor ist hier sicherlich noch lange nicht erreicht. Hätte man vor 10 Jahren 42 Mepgapixel auf solch einen Sensor gepackt, hätte man wahrscheinlich noch mit ISO100 brauchbare Aufnahmen bekommen, ab ISO400 aber evtl. schon Rauschen ohne Ende gehabt.
Mehr Megapixel bedeuten erst einmal größere Dateien und – ja auch das bisweilen – mehr Details.
Aber: wenn ich mit einer Sony A7s entsprechende Aufnahmen mache, dann kann ich diese vielleicht nicht x-beliebig skalieren oder interpolieren – diese Aufnahmen können aber (das richtige Objektiv etc vorausgesetzt) durchaus genauso scharf und detailreich sein, wie höher auflösende Aufnahmen. Die Qualität von Sensor, Pixeln und dem Objektiv spielen hier eine enorm wichtige Rolle.
Die 24MP-Bilder bei mir im Büro sehen – so empfinde ich das (immer subjektiv, sowas) – extrem detailreich aus. Eine Teleaufnahme der Heidelberger Altstadt vom Schloß aus mit dem Ofenrohr ist dermaßen gut geworden, daß man auf dem Markplatz fast meint, Gesichter erkennen zu können. Das Ding hängt in A1 hier und man steht mit der Nase direkt davor – also nur wenige cm als Bestrachtungsabstand – und die Bilder sind alles andere als pixelig. Entwickelt wurden diese auch einer hochauflösenden TIFF von einer Druckerei.

Heiliggeistkirche Heidelberg

Ich habe ja groß getönt (in einem anderen Blogbeitrag), daß ich mir nie eine A7r II kaufen werde und mir die A7s locker reicht… nun ja, dumm gschwätzt is schnell… so eine formidable Kamera geht an einem technikbegeisterten Photographie-Nerd wie mir nicht spurlos vorbei. Und natürlich denke ich nach wie vor darüber nach, mir dieses edle Teil zu gönnen, wenn es denn irgendwann mal irgendwie möglich sein sollte. Dies auch, weil sie eben deutliche Ressourcen liefert beim großformatigen Druck. Das tun solche Kameras, wie die D810, die A7r II und die 5Dsr absolut. Da helfen auch die eigenen Beteuerungen nichts. Ja, 12 Megapixel reichen für sehr viel. Das defintiv. Aber wenn man z.B. auch in einem eigenen Shop Bilder zum Kauf/Druck anbietet, sollten auch da Reserven vorhanden sein.

Und wieder ein Aber:
Je nachdem, wie solche Phots beschaffen sind, kann man diese auch locker mit weniger DPI oder PPI sehr groß drucken. Sie sehen auch aus der Nähe immer noch detailreich aus – es macht außerdem niemand ein Vergleichsphoto mit einer „besseren“ Kamera und hängt es daneben. Und am Ende ist die Bildwirkung entscheidender, als die Auflösung – die mit zunehmendem Betrachtungsabstand immer irrelevanter wird. Ein 6 MP-Billboard wirkt aus 20 Metern Entfernung eben auch scharf und detailreich.

Auch muß man sich darüber im Klaren sein, daß sich solche hochauflösenden Sensoren etwas schwieriger handhaben lassen. Das Risiko einer Verwacklung ist größer, als bei „Fat Pixeln“, bauartbedingt, aus technischen, physikalischen Gründen. Dabei hilft eine 5-Achsen-Bildstabiliserung natürlich auch (oder eben ein Bildstabi im Objektiv).

Noch ein großes Aber:
Wer wirklich nicht/nie oder extrem selten tatsächlich Drucke über A3 oder A2 machen will… der braucht in der tat solch eine hochauflösende Kamera nicht. Definitiv nicht. Wer sie trotzdem haben will, dem sei sie gegönnt! Jedem das seine, solange man Spaß daran hat!
A2 habe ich mit meiner A7s auch schon gedruckt – und kann nicht sagen, daß das schlecht aussieht. Im Gegenteil.
Aber Ihr wißt sicher wie das ist… man ist empfänglich für die Werbeaussagen der Hersteller… und man will immer das beste, schönste etc haben – vll nicht immer, aber oft. Nicht jedem geht das so – ich spreche aus meiner eigenen Erfahrung – ja ich bin schwach… was das angeht.
Es sollte aber auch klar sein, daß solch ein Gerät ggf enorme Folgekosten mit sich bringt: schnelle, große Speicherkarten, große, schnelle Festplatte, ggf ein neuer Rechner, weil Lightroom & Co ewig brauchen, die Bilder zu bearbeiten usw usw usw.
Die Bildbearbeitung mit einer A7s und einem Macbook Late 2008 mit 8 GB RAM ist deutlich entspannter als mit einer 40 MB-Datei einer A7r II. Wer will, kann das gerne mal testen, denn bei dpreview.com gibt es RAWs und JPEGs von allen möglichen Kameras zum Download – man kann hier auch die Bildqualität gut vergleichen.

Auch hier zeigen sich dann Unterschiede. Eine A7s rauscht auch. Und wie! Ich habe hier Wunderdinge erwartet und wurde enttäuscht. Erst später habe ich eingesehen, daß bestimmte Dinge halt nicht gehen und die Physik ihre Grenzen hat. Sie rauscht weniger, bei geringerer Auflösung, größeren Pixeln – sie behält bei höheren ISOs mehr Details und mehr Farbtreue etc – aber rauschen tut das Bild auch, und zwar auch schon ab ISO 6400 und darunter. Wie stark das einem vorkommt, hängt vom persönlichen Toleranzlevel ab. War eine Lernkurve für mich – dennoch liebe ich diese Kamera, schon alleine vom Handling her – ja, ich gehöre zu denen, die den kleinen Griff mögen und das glatte Äußere – aber ich schweife ab.

Beim Druck kommt es wiederum darauf an, wie man das Rauschen wahrnimmt – hier gibt es Grenzen, ab wann man es deutlich sieht und wann nicht. Eine hochauflösende Kamera kann ggf durch die enorme Pixeldichte wiederum etwas kaschieren, was eine kleine 12 MP-Datei beim interpolieren vielleicht nicht mehr kann.

Ihr seht, alles hängt irgendwie zusammen und es gibt keine einzig wahre Empfehlung. Nicht immer ist „viel hilft viel“ das richtige, nicht immer ist „weniger ist mehr“ die korrekte Erwiderung, nicht immer ist „gut auch gut genug“.
Für die meisten wird eine A7s/II mit einem sehr guten Objektiv ausreichen – oder eine Fuji X-T1 oder eine Nikon Df usw…
Viele möchten kostenbewußt Reserven haben – da kommen die 24 MP-Kameras ins Spiel mit guten Sensoren und guten Objektiven. Wer wirklich groß drucken will und vor allem croppen muß (aus welchen Gründen auch immer), der braucht dann ggf tatsächlich eine hochauflösende Kamera ab 36 Megapixeln.

Was man braucht und was man will… das sind allerdings oft Dinge, die man nur mit sich selbst ausmachen kann 😉

Sony: A99 II… A9… A7x… A5… A6100…? Hä? Was?

In den letzten Tagen geistern ja wieder wild Gerüchte durch das Netz über allerlei neue Sony-Kameras, die in Kürze das Licht der Welt erblicken sollen.

Nun…

Daß die A6100 in den kommenden Tagen vorgestellt werden soll/wird, ist ein offenes Geheimnis. Die Kamera wird wohl Sonys neues APS-C-Flagschiff im spiegellosen Segment.

Eine A99 II wird auch kommen, denn man möchte den A-Mount-Fans noch einmal eine Vollformatkamera geben. Derzeit streitet man sich hier, ob diese Kamera noch einen Spiegel haben wird. Es kann schon sein, daß Sony diesen einfach wegläßt – oder zwei Varianten anbietet? Eine mit SLT-Technik und eine ohne Spiegel? Hmmm. Jedenfalls sollte die A99 II eine echte Killermaschine werden, die einer 5D IV dann auch mal das Wasser reichen kann. Soll heißen: 4K, über 5 fps, wetterfest, High-ISO-tauglich, BSI-Sensor, 5-Achsen-Stabi usw usw usw. Sinnvoll wäre vll eine 2-Varianten-Schiene: eine mit kleinerem Sensor, höherer Geschwindigkeit und sehr guter High-ISO-Fähigkeiten, und eine Variante mit 42MP-Sensor.
Aber ich denke, das wird es nicht werden. Sony konzentriert sich auf die A7-Serie. Ich denke, es wird eine A99 II mit 36 oder 42 MP-Sensor geben und damit hat es sich dann.

A5? Ja, eine günstige, spiegellose Vollformatkamera geisterte wieder durch die digitalen Gazetten. Ich glaube da nicht dran… denn die günstigen Alternativen sind derzeit A7, A7r und A7s. es ergibt für mich keinen Sinn, sich das eigene Wasser abzugraben. Höchstens irgendwas seltsames mit neuer Technik, um was auszuprobieren… aber… wozu?

A7x? Nein, es wird keine weitere A7 geben… Wozu denn bitte?

A9. Aha. Da ist sie wieder. Die ominöse A9. Dem Namen nach müßte das eine spiegellose sein. Aber auch hier: wozu? Sony hat mit der Mark II-Serie der A7er ein vollen Portfolio. Das einzige, aber wirklich das absolut einzige, was ich mir vorstellen kann als eine A9, ist eine spiegellose Mittelformatkamera. Alles andere ergibt für mich keinen Sinn.

Nachrichten aus der Photowelt

Sony/Zeiss:
Gerüchteweise soll noch in diesem Jahr ein neues Ultraweitwinkelzoom vorgestellt werden: Sony/Zeiss FE 16-35mm f/2.8

Sony hat angeblich noch eine „geheime Kamera“ in der Mache, von denen bislang so gut wie niemand etwas weiß, auch nicht Sony-Mitarbeiter außerhalb von Japan.
Das ganze ist aber nicht neu, schon vor Monaten kamen Gerüchte auf, ob es eine supergünstige A5 oder eine total überlegene A9 geben wird. Oder vielleicht doch endlich eine Mittelformatkamera? Etc etc etc.
Jedenfalls soll – so die Gerüchte im Netz – es eine wirklich neue Kamera sein und nicht einfach eine Weiterentwicklung einer bereits bestehenden Reihe.

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Canon:
Canon arbeitet wohl an einem Nachfolger des sehr begehrten Powerzooms EF 28-300mm f/3.5-5.6L – dieses Mal aber mit IS.

Und: die Gerüchte um neue spiegellose Kameras von Canon reißen nicht ab – angeblich gibt es zur Photokina im kommenden Jahr hier ein weiteres APS-C-Modell.

Sony-Kameras: eine Übersicht der Modelle

Es ist noch gar sooo lange her, da habe ich mich das erste Mal für Sonys Kameras näher interessiert, nämlich als ich vor ca. 1,5 Jahren den Wechsel von Canon vollzogen habe.

Von den „großen Drei“ ist Sony definitiv derjenige Hersteller, der die unlogischste Nomenklatur bei seinen Modellen verwendet. Bei Canon und Nikon kann man die Systematik relativ schnell durchblicken: Canons einstellige Kameras wenden sich eher an den hochambitionierten Amateur bzw. Profi, die zweistelligen bilden die Mittelklasse, die dreistelligen dann die Einsteigerklasse (1D, 5D, 70D, 750D, 1100D). Bei Nikon sind viele vierstellig, aber dort sind die mit den höheren Zahlen die Einteiger und die Mittelklasse (D4s, D810, D7200, D5300 usw), Nikon ist aber schon verwirrender als Canon.

Sony hingegen hat hier eigentlich nur Chaos am Start. Zwar sind die Kameras anderen oft überlegen, diese aber finden oder erkennen zu können, ist eine echte Herausforderung, wenn man sich das erste Mal damit beschäftigt. Zunächst einmal gibt es die Kameras mit Spiegel (SLT, feststehender Spiegel, halbdurchlässig), die Kompaktmodelle und die spiegellosen Systemkameras. Früher war es einfacher, denn es gab Alphas und NEX-Kameras. Alphas waren die Spiegelreflex-Modelle und SLT-Kameras, und die NEXen waren die speigellosen mit neuem E-Bajonett.

Und dann kam die A7…

Eines vorweg: bei Sony kann man erst einmal nicht anhand der Zahl erkennen, in welcher Liga die Kamera spielt – man muß es wissen.
Beginnen wir mit den derzeit verfügbaren SLT-Modellen (Exkurs: SLT = Single Lens Translucent = feststehender Spiegel = eig. keine Spiegelreflex).

Sony Alpha A58
Sony Alpha A68 (Artikel-Update am 07.11.2015)
Sony Alpha A77 II
Sony Alpha A99

Richtig, es gibt aktuell nur 3 Kameras mit feststehendem Spiegel, auf die man (nativ) die Objektive mit A-Bajonett (Sony, Minolta) schrauben kann. Die A65 wird nicht mehr produziert, lebt aber in Form des Autofokus im LA-EA4-Adapter weiter. (nach dem Update gibt es jetzt wieder 4 SLT-Kameras)

Die A58 ist an Einsteiger gerichtet. Sie hat das kleinste Gehäuse und ist am günstigsten, bietet aber bereits einen recht beachtlichen Funktionsumfang; diese Kamera hat einen APS-C-Sensor.
Die A77 II hat ebenfalls einen APS-C-Sensor, ansonsten aber einen ähnliche oder gar überlegenen Funktionsumfang im Vergleich zur großen Schwester A99. Die Kamera richtet sich also an ambitionierte Amateure und Profis.
Gleiches gilt für die A99 mit Vollformatsensor.

Man kann die vier also wie folgt einteilen:
A58 = Einsteiger
A68 = Aufsteiger
A77 II = Mittelklasse
A99 = Oberklasse

2015 soll ein Nachfolger der A99 vorgestellt werden.

Hierbei wird auch deutlich, da Sony dem A-Bajonett (engl. A-Mount) eigentlich keine große Beachtung mehr schenkt.

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Bei den Systemkameras ohne Spiegel (mit E-Bajonett) sieht es anders aus. Ich liste hier nicht die Kameras auf, die vielleicht noch erhältlich sind, sondern diejenigen, die auch noch produziert werden oder auf Lager liegen, also de facto aktuell sind.

Sony Alpha A3000
Sony Alpha A5000
Sony Alpha A5100
Sony Alpha A6000
Sony Alpha A7
Sony Alpha A7r
Sony Alpha A7 II
Sony Alpha A7r II
Sony Alpha A7s
Sony Alpha A7s II

Die dreistelligen Kameras sind die Kompaktmodelle mit APS-C-Sensor. Die A3000 + A5000 bilden die Einsteigermodelle, A5100 und A6000 die Mittelklasse.
Die einstelligen Kameras bilden die Oberklasse mit Vollformatsensor, wobei die A7 und die A7r Auslaufmodelle sind, da es bereits Nachfolger gibt. Die A7 wird meines Wissens auch nicht mehr produziert und befindet sich preislich im freien Fall. Wer also günstig ins Vollformat einsteigen will, kann hier bedenkenlos zuschlagen.
Die A7 II ist hierbei der Allrounder, die A7s richtet sich an Low-Light-Enthusiasten und Videographen, die ganz neue A7r II (ab August erhältlich) ist Sonys neues Flaggschiff.
Auch hier kann damit gerechnet werden, daß Sony 2015/2016 einen Nachfolger der A7s bringt. Auch eine A6100 oder A7000 (mit APS-C-Sensor) tummelt sich seit langem als Gerücht im Netz und soll noch 2015 vorgestellt werden.

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Neben den Kameras mit Wechseloptik bietet Sony auch noch Kompaktmodelle mit fest installiertem Objektiv (Festbrennweite) an:
Sony RX100 IV
Sony RX 10 II
Sony RX1
Sony RX1RII

RX10 II und RX100 IV sind ganz neu (hier dürfte es für eine Weile die Vorgänger noch immer günstigeren Preisen geben. Die beiden Kameras haben einen sehr kleinen Sensor, aber einen monströsen Funktionsumfang.

Die RX1 ist das Wunderkind der drei – in einem extrem kleinen Gehäuse steckt ein Vollformatsensor. Für eine sog. „Point & Shoot“-Kamera eine tolle Sache… die ziemlich teuer ist.

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Das sind also die („ernst zu nehmenden“) Modelle von Sony – natürlich hat der Konzern auch noch Superzooms und Kompaktknipsen im Angebot, die gleichfalls ein fest installiertes Objektiv haben (Zoom). Das sind dann die DSC-Modelle (HX400, HX90, HX60 usw.).