Vor 10 Jahren: Sony kauft Minolta

So ganz stimmt die Überschrift nicht, denn Sony hat nicht Minolta, sondern nur deren Kamerasparte gekauft. Konica Minolta gibt es freilich immer noch, aber sie sind eigentlich „nur noch“ in den Sparten Bürogeräte, Industrie, Planetarien und Medizintechnik usw. tätig. Den „optischen Bereich“ haben sie also eigentlich gar nicht so sehr verlassen.

Das Minolta-Logo war für mich schon als Kind ein ganz wunderbares – ich weiß bis heute eigentlich gar nicht so recht, warum, aber die Marke hatte mich immer fasziniert.
Bildquelle: Wikipedia Es mag eine unbewußte Indoktrination durch meine Eltern gewesen sein, die selbst eig immer alles von Minolta hatten (von einer kleinen Minox-Leidenschaft einmal abgesehen… und dem Blaupunkt-Wahn meines Vaters 😀 )

Minolta war übrigens fast seit Anbeginn ein deutsch-japanisches Joint-Venture, wie man es heute formuliert. Also eine Kooperative. Und bevor ich mir jetzt einen absabble: hier ist, was die Wikipedia dazu hat:

Minolta war einer der ältesten Kamerahersteller Japans. Die Unternehmensgeschichte reichte zurück bis ins Jahr 1928, als Kazuo Tashima am 11. November 1928 das Nichi-Doku Shashinki Shōten (日独写真機商店, „japanisch-deutsches Kamerageschäft“) gründete. Im Juli 1931 wurde das Unternehmen in Molta KG („Mechanismus, Optik und Linsen von Tashima“) umbenannt und der Markenname Minolta („Mechanismus, Instrumente, Optik und Linsen von Tashima“) registriert. 1937 erfolgte eine weitere Umbenennung in Chiyoko (Chiyoda Kogaku Seiko Kabushiki Kaisha) beziehungsweise Chiyoda Kogaku. Erst seit Juli 1962 wurde allerdings die Bezeichnung Minolta Camera Company (Minolta Kabushiki Kaisha) auch als Firmenname genutzt.

Auch mit Sony bin ich seit meiner Kindheit sehr verbunden. Ich hatte einen der ersten Walkman, mein erstes Kassettendeck war von Sony, mein erster CD-Player, ich habe alle 4 PlayStation und eine PSP, mein Fernseher ist von Sony und natürlich meine Kameras. Für mich war der Verkauf von Minoltas Kamerageschäft an Sony also schon ein wenig traurig, hat mich aber letztlich sooo sehr getroffen – was sowieso ein wenig albern ist, da es nur um Konsumgüter geht… aber so sind Menschen eben, sie hängen an sowas. Und das, obwohl Minolta eigentlich nie so richtig zu den wirklich Großen gehörte oder die besten Produkte im Angebot hatte – Minolta war eher eine Einsteiger-Marke. Erst sehr spät – und viele sagen: deutlich zu spät – hat sich Minolta auch dem Profimarkt zugewandt und z. B. Objektive für hohe Ansprüche entwickelt, Stichwort: „Weißer Riese“.
Aber, auch das sollte nicht unerwähnt bleiben: Minolta hatte auch eine der erfolgreichsten Spiegelreflex-Kameras im Start, nämlich die X-700. Ich meine sogar, daß es die am längsten und erfolgreichsten produzierte SLR jemals ist.

Sony hat auch das A-Bajonett und die Bezeichnung „Alpha“ von Minolta für die Kameras übernommen; zwar liegt das Hauptaugenmerk heute auf dem neuen E-Bajonett für die spiegellosen Kameras, das A, bzw. das Alpha ist aber geblieben.
Und so ganz allmählich entwickelt sich das Alpha-System endlich zu einem ernsthaften Konkurrenten für die alten Platzhirsche Canon & Nikon.

In diesem Sinne: auf geht’s, Sony!! 🙂

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Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS („Weißer Riese“) – Erfahrungsbericht

Dieser Erfahrungsbericht kommt spät – ist aber deshalb hoffentlich einigermaßen fundiert. Das Minolta AF 80-200mm war (seit ich damals meine A99 gekauft hatte) schon länger ein kleiner Traum und vor nicht ganz 2 Jahren habe ich es mir dann zu einem Gebrauchtpreis von EUR 750,- gegönnt – leisten konnte ich es mir nicht direkt… aber was soll’s…
Neue Objektive vergleichbarer Qualität kosten gut und gerne zwischen 2.500 und 3.000 Euro.

70200G

Das Objektiv wurde ab 1993 gebaut und war eines der ersten echten AF-Profi-Zooms von Minolta, wenn ich mich nicht irre. Der Vor-Vorgänger war das AF 70-210mm f/4 (das so- „Ofenrohr“), der direkte Nachfolger war das 70-200mm f/2.8, das im Grunde bis heute von Sony so gebaut wird (heute ist es das SSM II).
Das 70-210mm war ein gutes Objektiv, allerdings hatte es kein besonders schönes Bokeh und hatte ziemlich mit chromatischen Aberrationen zu kämpfen – in kontrollierten Situationen aber war es herausragend.
Das weiße 80-200mm hatte einen direkten Vorgänger von 1987 in schwarzer Farbe mit langsameren Fokus. Das „HS“ beim weißen Riesen steht für „High Speed“, und der Fokus ist in der Tat extrem schnell und hämmert durch den Stangenantrieb rein wie Anker bei Vollgas.
An der Seite des Objektivs hilft ein „Focus Hold Button“ beim fokussieren und komponieren.

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Um die wenigen Nachteile gleich vorweg zu nehmen:
– es ist laut
– das Front-Element dreht sich beim fokussieren
– minimale Fokusdistanz: 1,8 Meter
– nicht spritzwassergeschützt
– schwer
– die Streulichtblende

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Es können Filter mit 72mm angebracht werden – der Polfilter ist durch das sich drehende vordere Glaselement leider irgendwie nutzlos…
Das Objektiv ist gebaut wie ein Panzer und auch genauso schwer; ich glaube, es wiegt irgendwas um die 1,3 kg.

Die Bildqualität ist, was die Schärfe anbelangt, absolut überragend – vor allem bei der sehr wichtigen Offenblende von f/2.8.
In puncto Farbwiedergabe und Kontrast ist es allerdings heutigen Top-Linsen deutlich unterlegen – mit einer RAW-Aufnahme bekommt man aber sehr viel aus den geschossenen Photos raus.

Betonkalypse

Walking in the Woods

Ich betreibe das Objektiv (da die A99 nicht mehr da ist) inzwischen mittels LA-EA4-Adapter hauptsächlich an der Sony A7 II, da mir dort der (stromfressende) Bildstabilisator zu Nutzen kommt, denn das Objektiv selbst ist natürlich aufgrund seines Alters intern nicht stabilisiert.

An der A99 war es irgendwann kaum noch auszuhalten, diese Kombi lange zu tragen – und auch an der A7 II merke ich es irgendwann deutlich. Das massive Gewicht ist sicher auch ein gewisser Nachteil, aber ich empfinde es als gerade noch akzeptabel in Anbetracht der Qualität dieser Linse.

Das Objektiv hat freilich eine eigene Stativschelle und auch einen frei beweglichen Ring, um das Objektiv samt Kamera zu drehen. Der Ring/die Schelle läßt sich allerdings nicht abnehmen. Einen Wetterschutz gibt es auch nicht – dessen Fehlen sich bei mir aber auch noch nie negativ bemerkbar gemacht hat. Bis jetzt.
Beim zoomen dreht sich der ggf angebrachte Filter übrigens nicht – das Objektiv ist nicht wirklich innenfokussiert, es fährt leicht aus. Beim zoomen ändert sich die Größe aber nicht.

Die Streulichtblende ist leider – obwohl aus Metall und innen schön matt schwarz beschichtet – eine Katastrophe. Nicht genug damit, daß es keine Markierungen zum Anbringen des fummeligen Dings gibt, nein, das fummelige Dings löst sich auch gerne mal einfach ab. Es kann seine Zeit dauern, bis man das Teil auf das Objektiv bekommt – steckt man die Kamera samt Linse dann in eine Tasche, kann es schonmal passieren, daß sie ohne Blende wieder rauskommt. Sie rastet also nicht ein.

Twin Walk

Frida & Timo

Das Bokeh des Objektivs empfinde ich persönlich als wunderschön und butterweich.

Mooslandschaft

Bei der einen Hochzeit, die ich bislang photographiert habe und bei den Aufnahmen in der Stadtbibliothek ist mir der laute Fokus sehr unangenehm aufgefallen. An besonders ruhigen Orten kommt man um das manuelle fokussieren nicht herum. Der Zoomring (liegt hinten) ist angenehm groß und betätigt sich auch angenehm schwer; der Fokusring sitzt vorne und ist ebenfalls schwergängig, aber leicht genug, allerdings vielleicht für Filmer nicht geeignet, da die Drehung doch recht knapp ist. Das kann ich aber nicht wirklich beurteilen, weil ich nie filme…

The Reader

Graffiti-Mädchen I

Alles in allem – auch wenn mich vor allem die geringe Fokusdistanz und der Geräuschpegel stören – bin ich in diesen weißen Klotz richtig verliebt. Ich habe zwar schon das eine oder andere Mal darüber nachgedacht, das Objektiv zu verkaufen und das Geld in ein FE 70-200mm f/4 zu investieren, kann mich aber von diesem „kleinen“ Prachtstück nicht trennen. Solange die neuen und modernen Objektive so abartig teuer sind (vor allem auch das neue G Master – das ja auch über 3.000 Euro kosten soll) und Sigma/Tamron & Co sich nicht trauen, endlich FE-Objektive zu bauen, bleibt dieses Baby in meiner Tasche und liefert schön scharfe Aufnahmen.
Auch das 70-210mm werde ich – vor allem als Backup – behalten. Es ist in keiner Hinsicht auch nur annähernd so gut wie das 80-200mm, besitzt aber auch seine Qualitäten.

Maison Kammerzell & Staßburger Münster

Wer also auf der Suche nach einer „preisgünstigen“ Alternative zu den neuen teuren Modellen ist, dem kann ich dieses Teil nur wärmstens empfehlen, solange man nicht auf absolute Stille angewiesen ist. Bei eBay sollte man allerdings erst gar nicht anfangen zu suchen – dort bieten nur fadenscheinige Händler und Preistreiber ihre Ware an; dieses Objektiv kauft man sich am besten über Kontakte in Online-Foren. Die Preise dürften, je nach Zustand, zwischen 600 und 1.000 variieren, wobei 1.000 Euro in meinen Augen schon zuviel sind.

Zum Abschluß noch einige Aufnahmen meiner beiden Telezooms.

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Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS:

Banana Waves

Schwarzwald

Planken

Mann & Ente

Rapsodie in Gelb

Burg Windeck im Nebel

Burg Hohenzollern

Fasan

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Minolta AF 70-210mm f/4:

Brückenrad

Martin

Spooky Wanderer

Eichhörnchen

abstellen und anschließen

Roofwalker

Wildschwein

Lotus Elan S2

Kläranlage

Spiel-Platz

Heiliggeistkirche Heidelberg

Odenwaldtour nach Beerfelden

Ach, was ist mein Odenwald so schön!!

Auf diversen Landkarten habe ich schon öfter den lustigen Namen „Falken-Gesäß“ gelesen – oder wie ich es immer kichernd nenne: Adler-Arsch 😀
Gestern wollte ich diesen seltsamen Ort endlich einmal sehen – ist schließlich nicht weit weg von mir. Von Weinheim nach Falken-Gesäß (ich muß schon wieder lachen…) sind es gerade mal 45 Fahrt. Es geht durch Wald-Michelbach und dann links Richtung durch Aschbach und bei Affolterbach Richtung Beerfelden.

Ich bin also also Falken-Gesäß (hihi) gefahren und war begeistert. Die Strecke ab Aschbach kannte ich noch von letzten Ausflug am vergangenen Wochenende und gerade die Landschaft zwischen Affolterbach und Olfen hat mich schwer beeindruckt. Dort oben hört es allmählich auf mit den zerrissenen Käffern. Gut, Wahlen sieht beschissen aus, aber der Rest war echt hübsch. Vor allen „Adler-Arsch“ war eine kleine Idylle. Auch das entzückende, winzige Leonhardshof mit der „Schlawitzerstube“ (ich war nicht drin) war wunderschön. Ich bin dann nicht nach Beerfelden, sondern abgebogen Richtung Rothenberg und über eine der schönsten Waldstrecken, die ich jemals gefahren bin. Leider ist der gemeine Odenwälder ein gar grausliger Autofahrer… in den Serpentinen wird gerast und auf den Geraden gepennt. Und all die Motoradfahrer sind sowieso jenseits von Gut und Böse – ich lache jedesmal, wenn es wieder einen erwischt hat, ich habe da null Mitleid. Vollidoten. Allerdings muß ich sagen, daß ich auch zwei oder drei gemäßigte vor und hinter mir hatte, die an der Landschaft und dem Ritt interessiert waren und nicht, sich und andere umzubringen.

Zwischen Falken-Gesäß und Rothenberg habe ich an einem kleinen Waldstück angehalten und bin spazieren gegangen – ich habe endlich mal wieder mein 100er Makro ausgepackt – leider war es für echte Makros zu windig.

Insgesamt habe ich 5 oder 6 Stunden im Odenwald verbracht und war hin und weg. Wirklich wunderschön da oben – all die Wiesen und die Kühe und Pferde… herrlich.

So, genug geschrieben. Hier die Bilder auf Flickr – ein paar andere gibt es auch auf Instagram (s. Seitenleiste).

Galgenspiel

Der Pusteblumenpfad

Waldweg

Es waren viele Pfade...

Blick auf Falken-Gesäß

Ostermontagmorgen in Mannheim

Nach einem Trip in den Luisenpark (o wie ich ihn liebe!!) am Karsamstag und einem Tag rumgammeln hat es mich heute früh wieder gepackt. Ich wollte nach Monnem und da es der Ostermontag ist, war ich mir relativ sicher, daß sich um 8 Uhr morgens noch nicht viele Leute dort tummeln würden. Und so war es auch – es war beinahe nur die Stadtreinigung unterwegs. Ich hatte heute keine Lust auf wilde Menschenmassen und ein Street Photography Training – ich wollte meine Ruhe; und die hatte ich 🙂

Ich bin vor allem hin, weil ich zwei Ziele im Auge hatte: die Planken und die Unterführung Richtung Schloßgarten an der Uni bzw. am Bahnhof (nein, nicht den Lindenhoftunnel 😉 ). Die Planken wollten ich endlich mal mit einer langen Brennweite (bzw. einen engen Bildkreis) ablichten; hat funktioniert, hat ein bissl gedauert, war aber recht entspannend.

So. Hier nun erstmal einige Eindrücke aus dem Luisenpark vom Samstag:

Gondoletta

Ostergans

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Und hier nun die Eindrücke von heute morgen:

Ein Blick zurück ins Jahr 1975:
Es war einmal... 1975

Auf dem Rückweg habe ich mir auch gleich mal das neue Q6/Q7-Quartier angesehen – es gewinnt keinen Schönheitspreis, ist aber immer noch besser, als die häßlichen Kotzbunker, die da vorher standen. Ich fürchte nur, daß das, was man jetzt hingebaut hat, in 10 Jahren auch nicht besser aussehen wird…

Q6 Q7

Und auf dem Weg in die Planken, fand ich ein Plakat und habe mich tierisch über die Dummheit der Designer scheppgelacht… heute mittag habe ich dann erfahren, daß das so sein muß, weil die Tante auf der Flasche wohl „Birgit“ heißt und das ein Wortspiel sein soll… haha. Nun ja. Muß ma als Monnemer net wisse. Do gibt’s bloß Eischbaum, hea. 😀
Egal, wieder was gelernt… gut finde ich das Plakat immer noch nicht.

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Am Paradeplatz habe ich mich dann ein wenig ausgetobt:

Tram-Catcher

Planken

Anschließend bin ich Richtung Schloß gelaufen – wenn es so ruhig ist, fallen einem die Mannheimer Bausünden noch mehr auf, als sonst… auch der Schloßhof war früher viel schöner und begrünt – aber wer braucht das schon, die ganzen Studenten müssen schließlich Platz haben und die Lkw, die anliefern usw usw usw…. links und rechts vom Eingang zum Schloßhof liegen kleine Überbleibsel des vorderen Schloßparks (Carl-Friedrich und Carl-Theodor zu Ehren) – davor lagen einst die Wachhäuschen, die man abgerissen hat, damit die Straßenbahn Platz hat… gut gemacht, Ihr Arschlöcher.
Mea culpa. Aber wenn ich an meine Stadt denke und die Bausünden bzw Fehlentscheidungen, die seit dem Krieg bis heute stattfinden, bekomme ich regelmäßig Schnappatmung und Bluthochdruck.

Schloß Mannheim

Nun, Richtung Schloß kam ich auch an ein paar sehr schönen Bauten aus Barock und Jugendstil vorbei (auf dem Rückweg auch), die mir einmal mehr einen Eindruck vermittelt haben, was für eine unglaublich prachtvolle Stadt Mannheim einmal gewesen sein muß. Ich darf nicht lange drüber nachdenken, sonst kommen mir wieder die Tränen.
Also, bei L5 geht es über die Straße und etwas versteckt am Bahnhof zu einer Unterführung, die in den Schloßgarten führt. Ach ja: den Schloßpark hat man übrigens weitgehend den Autobahnzubringern Richtung Ludwigshafen geopfert… noch so ein Thema…

Die Unterführung selbst hat ihren Reiz. Klar: häßlich, dreckig, vollgepißt und voller Graffiti – aber, ich gebe es zu, bisweilen faszinieren mich solche Orte.

Unterführung

Underpass

Undercrossing

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Am Ende hat es mir gut getan – ich liebe mein Mannheim, auch wenn es zusehends vor die Hunde geht… wenigstens werden 2016 endlich die Straßen gemacht, allerdings auch die Brücken abgerissen; die kommenden Jahre werden turbulent. Mannheim bietet dem geübten Auge viele Aspekte für eine Stadterkundung: photographisch, geschichtlich… man muß es freilich nicht mögen und ein Einheimischer sieht seine Heimatstadt immer anders und verklärter als der Rest – aber Monnem ist Monnem. Jedenfalls noch…

Und ich muß es dieses Jahr endlich wieder sonntags zu Dämmerung an den Friedrichsplatz schaffen… die Wasserspiele will ich endlich mal wieder sehen.

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Begleitet haben mich dieses Mal:

Sony A7s
Sony/Zeiss FE 16-35mm f/4
Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS
Minolta MD 45mm f/2

Twin Turbo: Vol. VIII

Nach den letzten Trips in die Natur und in die Stadt war mir heute (auch aufgrund heftiger Regenfälle) mal wieder einem Studio-Shooting.

Mit dabei waren einmal mehr meine „Lieblings-Opfer“ 😀 Stephan & Martin:

Stephan

Martin

Martin

Stephan & Martin

Stephan

An Ausrüstung wurde verwendet:
Sony A7s
Minolta AF 80-200mm f/2.8 G APO HS
Minolta AF 100mm f/2.8 MACRO
Tamron SP 24-70mm f/2.8 Di
Priolite MBX300
Yongnuo YN560 III
Calumet Hintergrundsystem
Durchlichtschirm, weiß
Beauty Dish, weiß

Odenwald: der zweite Schnee

Nach dem tristen Trip gestern, habe ich heute eine ordentliche Portion Natur und Schönheit gebraucht. Zu diesem Zwecke ging es frühmorgens (7 Uhr) mit Freunden in den Odenwald – und das Glück war uns hold: es hatte geschneit. Zum zweiten Mal erst – das kann man sich fast nicht mehr vorstellen. Schon im letzten Jahr hatte es nur an ganz wenigen Tagen oben im Wald mal Schnee gegeben – im Tal (Weinheim) nur ein einziges Mal. 2014 und 2015 hatten wir hier in Weinheim an Weihnachten 16 bis 18 Grad… aber wir haben kein Klimaproblem, nein nein…

Der letzte Schnee war in der Woche vom 22.11.2015 bis zum 28.11.2015 gefallen und war genauso schnell wieder verschwunden, wie er gekommen war. Ich habe mich heute also gefreut wie zu Kindeszeiten und habe ca. 3 Stunden im Wald verbracht – es war atemberaubend schön!!

Endlich habe ich auch einmal wieder ein Panorama gemacht – ich mag sie sehr, mache sie aber viel zu selten… keine Ahnung, warum…

Der Odenwald im Winter

Auch ein Baumwipfelbild habe ich mal wieder gemacht… einfach und klischeehaft… aber manchmal muß es einfach sein ^^

Winterwipfel

Kommen wir nun zum Thema „Human Element“ – daran habe ich seit einiger Zeit ja einen richtigen Narren gefressen:

Red & White

Walk with Umbrella

Und zu guter Letzt mal wieder ein Portrait:

Charlotte

Meine Reise führte mich einmal mehr von Weinheim durch das Gorxheimer Tal durch Absteinach nach Heiligkreuzsteinach Richtung Heddesbach und Flockenbusch, durch Unner- un Owwer-Schimmeldewoog, Wald-Michelbach, über die Kreidacher Höhe durch Siedelsbrunn, Löhrbach und wieder zurück nach Weinheim.

Mit dabei waren:
Sony A7s
Sony/Zeiss FE 16-35mm f/4
Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS

Das Beste aus 2015 – ein photographischer Jahresrückblick

Das Jahr neigt sich allmählich dem Ende zu und so habe ich eine kleine Retrospektive vorgenommen; im vergangenen Jahr hat mich mein Hobby an allerlei interessante Orte geführt, und so findet Ihr im nun folgenden Beitrag meine persönlichen Favoriten kalendarisch aufgeführt:

Januar:

„Carlo“
Carlo
Das erste Portrait des Jahres und eigentlich, wenn ich ehrlich sein soll, fast ein Schnappschuß. Ich wurde gebeten, das eine oder andere Bewerbungs- und Paßphoto zu machen und als diese im Kasten waren, habe ich nur mal eben gesagt: „schau mal kurz hoch ins Licht…“ eine auch für mich interessante Erfahrung. Ein winziger Moment, ungezwungen… und es hat gepaßt.

„Bridge Walk“
Bridge Walk
An diesem Tag konnte ich zuhause nicht viel mit mir anfangen und wollte einfach nur raus. Und so habe ich mich ins Auto gesetzt und nach Motiven Ausschau gehalten; ich bin quer durch die Stadt gefahren, raus über die Felder… und war nach gut zwei Stunden völlig entnervt, weil einfach nichts klappen wollte oder sich mir nichts gezeigt hatte. Schließlich habe ich kurzerhand auf einem Parkplatz halt gemacht, weil ich mich beruhigen mußte – ich nahm mir vor, ganz banal darüber zu sinnieren, was es denn abends zu essen geben sollte… Motor aus, Augen zu, durchatmen. Augen auf, Blick aus dem Fenster… „woistdieverdammtekamera??!!“

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Februar:

„Hinter dem Horizont“
Hinter dem Horizont
Ja, nicht das Bild der Bilder – aber eine wunderbare Erinnerung. Zu dieser Zeit war der Luisenpark in Mannheim anläßlich seines 40. Geburtstages Platz einer wunderbaren Kunstschau mitsamt Illumination. Es war bitterkalt, aber schlicht wunderschön.

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März:

„Imperia“
Imperia
Die ersten Sonnenstrahlen in Konstanz am Bodensee – ein Tagestrip an die schweizer Grenze und ein ganz wundervoller Ausflug. Konstanz hat in der Tat einiges zu bieten und die Landschaft rund um den gigantischen See ist traumhaft schön. An diesem Tag hat der Frühling sein erstes Lid gehoben.

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April:

„Bienenhochzeit“
Bienenhochzeit
Ein Erlebnis der besonderen Art. Mitten im Mannheimer Industriehafen und ganz ungeschützt haben sich hunderte von Bienen ihrem Liebesspiel hingegeben. Auf der Straße, auf dem Gehsteig… hin- und hergerissen zwischen Faszination und Angst um die Tiere, bin ich eine recht lange Zeit bei ihnen geblieben, auf dem Asphalt liegend und habe mich voyeuristisch am Treiben der Natur ergötzt.

„Eifelturm III“
Eiffelturm III
Mir ist kein besserer Titel eingefallen und mittlerweile hatte ich keine Lust mehr, mir einen auszudenken. Ein Tag in Paris. Was für eine Stadt!! Ein Tagestrip von Weinheim nach Paris – eine echte Ochsentour, die es in sich hatte und mich geradezu beseelt hat. Paris ist ein kleiner Traum. So hat Europa vor dem Krieg fast überall ausgesehen… ein kleiner, feiner Blick zurück zu den Zeiten, in denen Kunst, Kultur und Schaffenskraft noch im Vordergrund standen, bevor Krieg und anschließende Zweckdienlichkeit alledem den Garaus machten.

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Mai:

„Stephan & Martin“
Stephan & Martin
Aus der Serie „Twin Turbo“, die – so hoffe ich – an diesem Wochenende erfolgreich in die vierte Runde gehen wird. Der ganze Tag und beinahe alle Photos aus diesem Shooting waren lehrreich, spannend, schön, lustig… eine einzige tolle Erfahrung.

„Dawedda in Heddesheim VII“
Dawedda in Heddesheim VII
Das zweite Konzert nach der Reunion der Lokalband „Dawedda“; bei beiden habe ich Photos gemacht, aber dieses hier sticht einfach heraus. Es zeigt für mich die Leidenschaft und Hingabe des (oft vergessenen letzten Mannes hinter den Drums?) an die Musik – der Drummer, ohne den in der Kombo eigentlich nicht wirklich viel geht… und irgendwie hat das Bild was „Lindemann’sches“ an sich…

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Juni:

„Hauptbahnhof & Victoria-Tower“
Mannheim: Hauptbahnhof & Victoria-Tower
Mannheims Hauptbahnhof im Sonnenschein unter brennender Sonne. Ich weiß noch, daß das einer der ersten brutal-heißen Tage war. Ich habe am Bahnhof im Parkhaus geparkt und bin mit allem Equipment die Brücke hochgelaufen, wo ich erstmal pausieren mußte. Wer meinen Blog verfolgt, der weiß sicher schon, daß ich mein Mannheim liebe – mein hübsch-häßliches Mannheim (wie es Heinz Rühmann ausdrücken würde). Eine der widersprüchlichsten Städte überhaupt und doch im Kern so charmant und einzigartig.

„St. Stephan Mainz“
St. Stephan Mainz
Auch das war wirklich interessant – nicht überwältigend, aber die kleine Kirche im Herzen von Mainz mit seinen von Marc Chagall kreierten Fenstern bot ein außergewöhnlich anderes Kirchenmotiv.

„Enter the UFO“
Enter the UFO
Die Multihalle in Mannheims Herzogenriedpark (dem kleinen Bruder des Luisenparks). Leider ist dieses Wunderwerk der Holzarchitektur schon lange baufällig und muß dringend saniert werden – solange es noch steht, muß man das einfach gesehen haben… finde ich. OK, so abartig interessant wird es für viele nicht sein, aber für mich eben schon; und der Park ist 1000%ig einen Besuch wert. Mal sehen, ob es Mannheim schafft, diese wunderschöne Konstruktion zu erhalten, oder ob sie auch der Abrißwut der oft hirnlosen Stadtverwaltung zum Opfer fällt.

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Juli:

„Katzenbuckelsee II“
Katzenbuckelsee II
An diesem Tag habe ich vier Bilder geschossen, die ich eigentlich alle hierhin posten könnte… aber das hier habe ich jetzt mal stellvertretend für einen extrem schönen Tag auf dem Katzenbuckel im Odenwald ausgewählt. Auf den Sonnenuntergang und die blaue Stunde habe ich länger warten müssen, als geplant, weil ein Teil des Wanderweges, der noch eingeplant gewesen war, nicht mehr zugänglich war. Aber es hat sich gelohnt, und auf dem Heimweg konnte ich noch ein schönes Photo der Milchstraße machen zwischen Bäumen auf der Waldstraße bei Heiligkreuzsteinach.

„Sailing the Fields“
Sailing the Fields
Ich betreibe nicht oft Architekturphotographie, aber hier hat es sich mal gelohnt. Das Octopharma-Gebäude in Heidelberg-Neuenheim (Neuenheimer Feld) ist definitiv einen Blick wert. Der Rest außenrum ist eher so la la…

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August:

„107 6“
107 | 6
Die Kurt-Schumacher-Brücke von Mannheim nach Ludwigshafen – nur eines der Monstren, die man als Tor zur Betonwüste gebaut und damit den Schloßgarten ruiniert hat. Was mir an dieser Aufnahme u. a. sehr gefällt, sind die ganzen Widersprüche und inhaltlichen Kontraste, die natürlich durch die Bildbearbeitung untermalt werden. Der alte und neue Teil der Brücke, das Grau, das Weiß, Zug und Auto, alte und neue Gebäude… der Stahl und die Industrie und unter einem der (zubetonierte) Schloßgarten und die Rheinpromenade. Sehenswert.

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September:
„Out of the Dark“
Out of the Dark
Endlich mal wieder ein Portrait-Shooting. OK, zwischendrin waren noch Twin-Turbo II + III, aber das war endlich mal wieder ein Studio-Shooting. Hier könnte ich auch fast alle anderen Bilder, die ich auf Flickr bereitgestellt habe, posten – aber das gefällt mir dann doch irgendwie am besten.

„Övelgönnenkisten“
Oevelgönnenkisten
Hamburg!! Mein erster Trip in die Stadt und sogleich war ich gefangen. Wenn es eine Stadt in Deutschland gibt, die man Touristen empfehlen soll, dann ich es diese – soweit ich bis jetzt deutsche Städte kenne… Der erste Ausflug nach HH war sehr anstrengend, aber sehr bewegend. Vor allem waren an diesem Wochenende gerade die Cruise Days, und ich hatte auch noch nie Ozeanriesen gesehen. Ich war völlig platt!! Zu diesen Aufnahmen gibt es einen eigenen Blogartikel… wer will, der sucht und möge finden.

„Frida & Timo“
Frida & Timo
Meine erste Hochzeit – sozusagen. Anstrengend, lehrreich, schön, festlich, herzlich… ein wirklich toller Tag mit einer ganz außergewöhnlich talentierten Braut, die definitiv das Zeug zum Model hat. Der Bräutigam mußte nur cool aussehen… hatte er keine Probleme damit.

„Descent“
Descent
Das dürfte eines meiner Top 3-Photos sein für das Jahr 2015. In der Hocke im Keller eines Kaufhauses mit einem manuellen alten Objektiv und dann „ZACK“ – Treffer!!

„Sonnenuntergang in Weinheim“
Sonnenuntergang in Weinheim
Ja, da oben an der Windeck stehe ich oft. Dieser Tag war der letzte Tag vor meinem Urlaub und das Licht war schon auf der Heimfahrt von der Arbeit so dermaßen perfekt und verführerisch… da mußte ich einfach noch einmal hoch zur Burg. Das kleine Panorama hat sich dann auch wirklich gelohnt.

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Oktober:

„Fernmeldeturm & Neckar“
Fernmeldeturm & Neckar
Erster Urlaubstag. Raus aus den Federn um 5. Um 6 ins Auto. Ab nach Monnem. Parken. Rauf auf die Brücke. Yeah!! Sonnenaufgang!! Die Friedrich-Ebert-Brücke ist einfach eine echt geile Location.

„Bücherwelt“
Bücherwelt
Ich war im Dezember 2014 schon einmal in der Stuttgarter Stadtbibliothek und wollte unbedingt noch einmal hin. Hat sich wieder gelohnt. Kann ich jedem nur empfehlen.

„Wasserschloßblues“
Wasserschloßblues
Hamburg Take Two. Das ist – da bin ich mir fast sicher – mein Bild des Jahres. Nach dem ersten Trip ein paar Wochen zuvor, habe ich mich kurzerhand noch einmal in diese traumhaft schöne Stadt begeben. Und, Leute… die Speicherstadt ist einfach der absolute Hammer!! Das muß man gesehen haben. Das Photo habe ich mir mit langem Rumstehen im kalten Wind auch eisern erkämpft. Ehrlich, über diese Aufnahme freue ich mich riesig.

„Ericas Land“
Ericas Land
Auch hier war frühes Aufstehen Trumpf. Die Mehlinger Heide – Deutschlands zweitgrößte Heidelandschaft – liegt bei, ja, richtig, Mehlingen. Also bei Kaiserslautern und ist damit ca. 1 Autostunde von Mannheim/Heidelberg/Weinheim entfernt. Der morgendliche leichte Frost, die aufgehende Sonne und die blaue Stunde… das war natürliche Kunst vom allerfeinsten und ein absolut wunderschönes Erlebnis.

„Universität Heidelberg – Alte Aula“
Universität Heidelberg - Alte Aula
Tja, der Titel sagt eigentlich alles. Für Touristen in der Kurpfalz ist Heidelberg selbstverständlich Pflichtprogramm mit Schloß, Museen, Altstadt, Studentenkarzer, Aula, Alter Brücke, Philosophenweg, Unibibliothek, Thingstätte usw usw usw. Von diesem Raum aber wissen seltsamerweise tatsächlich nur wenige. Asche auf mein Haupt: ich bin in Heidelberg geboren und habe dort studiert… und wußte 40 Jahre lang auch nichts davon. Peinlich, aber wahr… umso beeindruckender war der Besuch dann aber. Hogwarts läßt grüßen… wenn auch im Kleinen.

„Subway Playground“
Subway Playground
Von de Fischköpp zu de Bazis. – Ja, ‚tschuldigung… Von Hamburg nach München. Diese U-Bahn-Station am Marienplatz wollte ich schon seit längerem endlich sehen. Bei meinem ersten Trip nach München hat es nicht geklappt – und an diesem Wochenende sollte es eigentlich wieder an den Bodensee gehen und nach St. Gallen. Aber wer braucht schon eine uralte Stiftsbibliothek mit faulen Folianten, wenn er einen orangefarbenen Tubus aus den wilden 70ern besichtigen kann…? Eben. Und hätte ich gewußt, daß es noch viele andere coole Stationen in München gibt, wäre ich nicht deppert zu Fuß quer durch die Stadt gedappt, um dann doch nicht in die Pinakotheken zu gehen…

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November:

„Fogcasting“
Fogcasting
Ja, wieder Monnem. Und: ich liebe Nebel!! Von mir aus könnte es 8 Monate lang Oktober und November sein mit Regen, Sonne, Nebel und niedrigen Temperaturen. Dann noch zwei Monate Winter und ein wenig Frühling – aber bitte keinen Sommer. Und mal ehrlich: sieht der Fernsehturm so nicht einfach geil aus?

„Waldkathedrale“
Waldkathedrale
Der Käfertaler Wald in Mannheim – eine wunderschöne Ecke. Riesengroß, mitten in der Stadt und im Herbst ein einziger Traum.

„Spots in the Blue“
Spots in the Blue
Ich glaube, auch dieses kommt in die Top 3. Der erste Schnell im Odenwald am vergangenen Wochenende. Diese zweistündige Tour von Weinheim nach Heiligkreuzsteinach/Heddesbach war magisch. Unbeschreiblich schön.

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Dezember:

„Sonnenaufgang“ und „Morgennebel“
Morgennebel
Sonnenaufgang
So simpel der Titel, so mannigfaltig dieses Naturereignis. Anfang Dezember ging es einmal in den Odenwald zwischen Heiligkreuzsteinach und Heddesbach, denn dort liegen einige meiner liebsten Naturschauplätze. Und dieser Morgen war besonders magisch. Ich hatte schon befürchtet, daß es gar keinen Nebel geben wird und in den Niederungen war dem auch so. In einer bestimmten Höhe aber, hing alles voll mit meinem liebsten Dunst. An dieser spezielle Stelle ging es von der Straße etwas abschüssig in den Wald hinein – hier lag die Landschaft schon wieder zu hoch und es gab keinen Nebel mehr; weiter hinten an der Baumgrenze kam man zu einem Abhang, der in eine Senke führte, und in dieser Senke hing der Nebel in dicken Schwaden wie ein Meer aus Dunst; und hinter diesem Nebelsee ging die Sonne golden auf. Etwas schöneres hatte ich lange nicht mehr gesehen. Märchenhaft.