Mein Flickr Pro-Account ist abgelaufen – und wird auch nicht erneuert

Seit einigen Tagen bin ich also kein „Pro“ mehr… ja sowas aber auch.

Flickr hatte ja vor einem Jahr die Pro-Accounts wieder eingeführt und sie dabei gleich mal doppelt so teuer gemacht.
Die Grafik unten zeigt, was man als Pro-Nutzer an Vorteilen genießt:

Bildschirmfoto 2016-08-28 um 12.48.29

Für 50 Öcken im Jahr bekommt man also:

– Advanced Stats on Photos
Nun, das habe ich ausprobiert, und um ehrlich zu sein: es ist voll für den Arsch. Ja, ich habe alle paar Wochen mal reingesehen, um zu sehen, wie viele Klicks ich bekommen habe, aber mehr geht mit diesem Mist auch nicht wirklich. Was man da geliefert bekommt, erhält man bei allen anderen Anbietern wie 500px oder YouPic schon in der kostenlosen Variante: viele Klicks insgesamt, pro Bild, waren Google-Klicks dabei… bla bla bla… relativ unnütz. Und bescheiden programmiert war es auch.

– Ad Free Browsing and Sharing
Hä? Ich hab auf meinen Seiten auch vorher nie Werbung gesehen… und wenn: wen juckt’s?

– Desktop Auto Uploader
Ein Programm für den Rechner, das schlechter funktioniert, als das Web-Interface. Prall.

– Save bla bla Flickr merchandise…
Hab ich nie gebraucht.

– 20% Rabatt für Adobe CC im ersten Jahr
Hab ich eh schon das Abo und nach einem Jahr ist auch teurer… bringt also null auf Dauer.

Bei solchen Sachen wundert es mich nicht, wenn sich tatsächlich einige (oder immer mehr) Leute von Flickr abwenden, denn das ist einfach Volksverarschung. Flickr ist – allen Querelen zum Trotz – zwar noch immer der beste Photo-Sharing-Dienst, aber das Abo-Modell ist voll für die Füße. Auch wenn ich das Gefühl hatte, daß man als Pro-Member öfter „in Explore“ gelandet ist, aber mal ehrlich… das ist mir keine 50 Euro wert, vor allem, weil man dafür nix weiter bekommt… keine Facebook-Posts, keine Aufmerksamkeit im Flickr-Blog, nix Instagram… Warum also soll ich für ein paar blöde, uninteressante Klick-Stats 50 Euro hinlegen?
Nein. Gefällt mir nicht.

Welchen RAW-Converter soll ich benutzen?

Ha! Eine Gretchenfrage…

Aber: was ist denn eigentlich RAW-Converter?
Nun, bei modernen Kameras kann man idR in zwei verschiedenen Modi seine Bilder aufnehmen: JPEG und RAW.
Wie der Name schon sagt, ist ein RAW eine Rohdatei, die sämtliche Informationen unkomprimiert enthält und damit den größten Spielraum bei der elektronischen Bildverarbeitung („Filmentwicklung am PC“) bietet. Wer also im Nachhinein seine Bilder tunen will, sollte in RAW photographieren.

Ich kenne bislang vor allem drei für Photographen relevante Bildbearbeitungs-/Katalogisierungsprogramme:

– Adobe Photoshop Lightroom
– DxO Optics Pro/Elite
– Apple Aperture

Eine Frage, die sich viele stellen, ist: „brauche ich auch das richtige Photoshop?“
Die Antwort ist: jein
Es gibt einige Funktionen, die man als Photograph nutzen kann, die aber letztlich den horrenden Preis nicht rechtfertigen. Man kann hier viel mit externen Drittprogrammen und Filtern für Lightroom erreichen.
OK, also eigentlich ist die Antwort dann jEIN. Winziges Ja, riesiges NEIN.
Ich nutze mein uraltes Photoshop CS3 eig nur noch, um JPEG-Panoramas zu machen, und selbst das immer seltener.
Hinzu kommt, daß Adobe bei seinen Programmen (außer bei Lightroom) auf ein Abomodell umgestellt hat; man kann deren Software also nicht mehr kaufen, sondern muß sie monatlich mieten.
Und dazu kann ich nur sagen: FUCK YOU ADOBE!!
Daher ist meine Empfehlung zu Photoshop Pro für (Amateur-) Photographen: in die Tonne damit.

Von Adobe gibt es, davon abgesehen, eine abgespeckte Versione namens Photoshop Elements, die viele Dinge kann, die auch in der professionellen Version enthalten sind.
Der größte Unterschied ist der Preis:
Elements: EUR 70,-
Photoshop: über EUR 1.000,-
Lightroom: ca. EUR 100,-

Wie man sieht: Elements und Photoshop CC (so der Name der Pro-Version) ergeben für den Normalphotographen absolut keinen Sinn.
Klare Empfehlung: Lightroom

Aperture von Apple gibt es nur für Mac OS für ca. EUR 70,- und auch nur als Download via MacAppStore. Zudem ist Aperture seit langem in der Version 3 verfügbar und es scheint seitens Apple keine Plände zu geben, bald die Version zu bringen.
Als Lightversion kann man noch Apples iPhoto nennen.

Ach so, ja, von Google gibt es noch Picasa, das aber, trotz des geringen Preises von 0 Euro wegen der AGB und der selbst eingeräumten Nutzungsrechte in der Kritik steht. Kann ich nicht empfehlen.

DxO Optics Pro/Elite ist die einsteigerfreundlichste Variante (evtl.), aber mitt 200 bzw 300 Euro nicht gerade günstig. Die Ergebnisse sind schnell erreicht vor allem wegen einer gigantischen Anzahlt von Profilkorrekturen für Kamera-Objektivkombinationen.

RAW-Converter ansich gibt es idR von jedem Kamerahersteller kostenlos entweder auf CD zur Kamera dazu oder als Download (Canon EOS Utility oder Sony Image Data Converter).

Es gibt nich das Programm Capture NX, das ich aber leider nicht kenne und nie benutzt habe.

Ich habe einige Jahre mit Aperture gearbeitet, bis ich doch auf Lightroom umgestiegen bin. Die Bildverwaltung ist einfacher und irgendwie weniger restriktiv. Aperture ist dennoch ein sehr gutes Programm, das sich vor allem in das Look-and-Feel von MacOS sehr gut mit seinem Workflow integriert. Mir haben am Ende aber einige Funktionen gefehlt, die Lightroom detaillierter bietet, wie bspw. bei der Farbverwaltung-/bearbeitung.
Auch die Bearbeitung in Schwarz-Weiß ist in Lightroom besser gelungen, bzw. die Handhabung des Kontrastumfangs etc pp.
Aperture war anfangs übersichtlicher, aber hat man sich mit Lightroom vertraut gemacht, kann man schnell umsteigen. Ich finde LR inzwischen leichter und intuitiver zu bedienen als Aperture.

Neben der Bildbearbeitung ist vor allem die Bildverwaltung das große Plus der RAW-Converter. Denn mit diesen Programmen kann man sich endlich von der mühsamen Suche in Ordnern verabschieden und kann seine Bilder mit Schlagworten versehen, sortieren, filtern uvm.

Meine Kaufempfehlung geht daher klar an Adobe Photoshop Lightroom, trotz der für andere Programme aus deren Portfolio fragwürdig eingeführten Abopolitik, weil Umfang, Zugang und Handhabung zu diesem Preis einfach das beste Gesamtpaket bilden.
Wer Anfänger ist und das nötige Kleingeld hat, sollte zu DxO Optics Elite greifen.
Wer sich nicht in weitere Kosten stürzen möchte, nachdem die Kamera bereits das Budget aufgefressen hat, sollte zur Bearbeitung den herstellereigenen RAW-Converter nutzen und die Bildverwaltung eigenhändig übernehmen oder über Drittprogramme realisieren, wie bspw. iPhoto oder ggf ACDSee oder ähnliches; hier dürfte man im Netz rasch fündig werden.