Sony A7s vs. Sony A7 II: ein Vergleich der Auflösung

Einige meiner Leser wissen ja vielleicht inzwischen, daß ich von dem allgemein vorherrschenden Megapixelwahn nicht viel halte.
Auch aus diesem Grund habe ich mich kürzlich bewußt für eine A7 II als Zweitkamera statt für eine A7r II entschieden.

Heute habe ich einen kleinen Vergleichs-„Test“ für Euch. Ich habe das selbe Motiv mit beiden Kameras abgelichtet. Bei beiden Kameras kam das Sony/Zeiss FE 16-35mm f/4 zum Einsatz. Belichtet wurde mit einer 1/60s bei f/8. ISO wurde auf Auto gestellt – denn es war frühmorgens und die Lichtverhältnisse wechselten schnell – so wurde das eine Bild mit ISO100 und das andere mit ISO125 aufgenommen – ein absolut vernachlässigbarer Unterschied.

Die ersten beiden Aufnahmen sind direkt und ohne jede weitere Bearbeitung aus der RAW-Datei entwickelt worden; die anderen beiden wurden mit folgenden Werten „aufgehübscht“, um mehr Bilddetails erkennen zu können:
Lichter: -100
Tiefen: +68
Klarheit: +22

Mehr ist es nicht.

Zur Erinnerung: die Sony A7s löst mit 12 Megapixeln auf, die Sony A7 II mit 24 Megapixeln.

Hier nun die beiden JPEGs in unbearbeiteter Form:

Sony A7 II

Sony A7 II

Sony A7s

Sony A7s

Und hier nun die leicht bearbeiteten Versionen:

Sony A7 II

Sony A7 II

Sony A7s

Sony A7s

Nun beginnt der zum Teil rein subjektive Teil der Betrachtung:
meiner Ansicht nach ist die Bildqualität – trotz lossy RAW – der A7s wirklich überragend. In diesen zu heutigen Zeiten relativ kleinen Dateien lassen irrwitzig viele Details einfangen. Ich finde, daß die vermeintlich deutlich höhere Auflösung der A7 II hier keinen wirklichen Benefit bringt. Jedenfalls bis zu einem gewissen Punkt keinen allzu großen.
Eine gute Kamera (heutzutage ist eig jede Kamera gut) und ein sehr gutes Objektiv (es gibt heutzutage eig kaum noch schlechte Objektive) können auch mit niedrigen Auflösungen herausragende Ergebnisse liefern, die 99% all unserer Ansprüche genügen sollten.

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Kurz-Test: Minolta AF 70-210mm f4 “Ofenrohr”

Vor einiger Zeit habe ich o. g. Objektiv in der Elektrobucht erstanden. Grund des Kaufs waren zahlreiche positive Rezensionen im Netz von alten und jungen Photographen, die dieses bis zu fast 30 Jahre alte Glas z. T. weit über den grünen Klee loben. (Beispielphotos u.a. am Ende des Artikels).

Meine kürzlich erworbene Sony Alpha A99V hatte bislang “nur” ein Tamron SP 24-70mm Di USD drauf – fraglos eine hervorragende Linse; aber für den Telebereich war ich noch nicht wirklich ausgestattet. Mein altes Sigma mit manuellem Fokus habe ich zwar noch, das ist aber nicht wirklich eine Alternative – auch nicht an meiner alten analogen Minolta X-700.

Da Kamera und Objektiv bereits den Großteil des Budgets verschlungen hatten, war es nicht drin, sich hier noch weiter bei neuen Objektiven umzusehen. In Betracht kam ggf noch ein Tamron 70-300mm, das gleichfalls sehr gute Kritiken bekommen hat und für ca. 300 Euro noch erschwinglich wäre. Der Rest von Sony und Tamron etc war weit jenseits dessen, was noch machbar war. Vor allem Sony verfolgt (z. T. zusammen mit Zeiss) eine – wie ich finde – teilweise fragwürdige Preispolitik. Aber das nur am Rande.

Das sog. Ofenrohr nun wurde für knapp 130 Euro gekauft und es wurde sogar noch 1 Jahr Händlergarantie auf das Objektiv gegeben – fein!! Normalerweise ist das Ding auch deutlich günstiger zu bekommen, aber die Garantie waren mir die Mehrkosten von 30 bis 50 Euro wert.

Optisch war das gute Stück wie neu und hat mich in diesem Punkt sofort begeistert. Das Metallgehäuse macht einen hervorragenden Eindruck, nicht wackelt oder klappert, eine Gegenlichtblende war mit dabei; keine Kratzer, keine wirklichen Gebrauchsspuren. Toll!! Haptisch ein Traum.

Im Einsatz zeigte sich dann allerdings ein kleiner Fehler im Fokus bei 70mm. Da hängt wohl ein Schleifkontakt oder sowas ähnliches, denn der AF bzw. die Brennweite wird in den EXIF-Daten max bis 75mm ausgewiesen. – Sei es drum, der Rest scheint zu passen bis 210mm, also lasse ich es erst einmal dabei.

Zur Abbildungsleistung: Hier gibt es ein wenig Licht und eine ganze Menge Schatten. Schön ist zweifellos die durchgehende Lichtstärke von f4 – wobei man bei f4 eigentlich nicht mehr wirklich von “lichtstark” sprechen kann. Aufnahmen bei 70mm und Offenblende sind extrem verwaschen, unscharf und an den Rändern absolut inakzeptabel schlecht. Bei viel direktem Sonnenlicht bzw. auch bei normalem Licht und hellen Kanten sind die chromatischen Aberrationen so heftig, daß man sie nur mit deutlichen Korrekturen in der EBV wieder wegbekommt; lila, blau, grün… es ist alles dabei und auch auf kleinsten Drucken sichtbar. Ab f5.6 wird es besser, was die Schärfe angeht, aber immer noch weit weg von gut. Bei f8 ist es OK, an den Rändern aber noch immer furchtbar. Bewegt man die Linse im Low-Key-Bereich, ist es besser, aber man braucht ein Stativ, sonst kriegt man das Ding nicht unter Kontrolle. Am hellen Tag ohne Sonne und bei normalen Indoor-Motiven überzeugt das Objektiv hingegen durchaus. Hier fallen keine Aberrationen auf, jedenfalls nicht so viele, besonders im Macro-Bereich ist es schön, damit zu arbeiten. Um ein Programm zur Postproduktion kommt man aber nicht herum (Apple Aperture, Adobe Lightroom oder DxO Optics Pro). Ich selbst habe die Nachbearbeitung mit sowohl mit Aperture 3.x als auch mit Photoshop Lightroom 5.x getestet; Aperture versagt, Lightroom macht einen hervorragenden Job. Aber man muß die Regler ziemlich weit schieben, um das Violett zu eliminieren.

Kann ich das Ofenrohr (oder “Beercan” im englischsprachigen Raum) nun empfehlen? Nun… bedingt. Wer für kleines Geld seinen Objektivpark am Anfang um den notwendigen Telebereich 70-200/300 erweitern will/muß, kann zugreifen, wenn er nicht bestimmte Situationen bevorzugt, in denen das Ding einfach nicht zu gebrauchen ist: Sonnenlicht (vll abgesehen von s/w-Bildern), bewegte Objekte. Wer “Stills” bevorzugt und Zeit hat beim Ablichten und eher den bedeckten Himmel und Indoor mag, der kann zugreifen, muß aber dennoch mit den Einschränkungen leben, daß es keine Toplinse ist – und wohl auch nie war, obwohl sie damals neu knapp 600 DM gekostet hat. Das wären heute… wasweißich… 900 oder 1.000 Euro?

Abschließend noch ein Link, bei dem es eine große Reihe Testbilder des Objektivs gibt und die man auch in voller Auflösung herunterladen kann: http://www.flickr.com/photos/118085815@N07/sets/72157641208198893/

Wenn Ihr im Suchfeld oben auf dieser Seite „Ofenrohr“ eintippt, bekommt Ihr noch weitere Artikel zu diesem Thema angezeigt mit etlichen Beispielphotos.

Bild

Nachfolgend weitere Beispielaufnahmen (wer auf die Bilder klickt, kommt zu meinem Flickr-Profil und kann dort Details wie Kamera, ISO, Blende etc. einsehen):

 

Brückenrad

Heiliggeistkirche Heidelberg

Spiel-Platz

Kläranlage

Lotus Elan S2

Wildschwein

Roofwalker

abstellen und anschließen

Eichhörnchen

Spooky Wanderer

Martin