Photographie – Malen mit Licht: ist die Nachbearbeitung von Photos „erlaubt“?

Hallo zusammen,

in meinem zweiten Video geht es um das Wort „Photographie“, dessen Bedeutung und die Notwendigkeit, seine Aufnahmen nachträglich zu bearbeiten.

Sorry für den doch irgendwie miesen Ton – ist dieses Mal etwas leise geraten…

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Lektion: Immer wieder dasselbe. Nur anders.

Neulich habe ich etwas gelernt. Da ich derzeit – aus persönlichen Gründen – ziemlich eingeschränkt bin, konnte ich in den vergangenen Monaten nicht wirklich viel in Sachen Photographie unternehmen. Da ich also auf die nächste Umgebung eingeschränkt bin, ergab es sich, daß ich eine wichtige photographische Lektion erproben konnte. Bei mir in Weinheim gibt es den botansichen Garten Hermannshof. Eine wirklich sehr schöne Gartenanlage, die ganzjährig gepflegt wird und vor allem im Frühling und im Sommer eine fast wöchentlich wechselnde Bepflanzung bietet, d. h. es blüht, wächst und gedeiht in den unterschiedlichsten Formen und Farben. Ein perfektes Ziel. 

Die Lektion besteht darin, nicht immer an allem vorbei zu rennen und nach dem nächsten, offensichtlichen Motiv Ausschau zu halten, sondern an mehreren Tagen ein- und denselben Ort wieder zu besuchen, um neue Perspektiven zu erforschen.

Ich war insgesamt 6 oder 7 Mal innerhalb von 3 bis 5 Wochen dort; und nicht immer hatte ich (vom iPhone abgesehen) eine Kamera dabei. Und was soll ich sagen? Ich war bestimmt schon dutzende Male in der Vergangenheit dort, aber jetzt, da ich mal richtig um diesen Ort gekümmert habe, hatten sich tatsächlich immer neue Blickwinkel und Motive in verschiedensten Perspektiven gezeigt, die mir auf einmal nie aufgefallen wären. Und sobald ich wieder die Möglichkeit dazu habe, werde ich mit dieser Methode genau dort weiter an meinen Fertigkeiten arbeiten. Eine Idee habe ich schon, die ich umsetzen möchte.

Unterwegs war ich mit der Sony A7 II, dem Sony/Zeiss FE 55mm f/1.8, dem Minolta AF 100mm f/2.8 und dem Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS.

Hier nun einige Eindrücke:

Schneeglöckchen

Japanische Schweifähre

Gemeinsames Erblühen

Vor der Blüte

Park-Platz Nr. X

Am Mammutbaum

Kleine Pfade, große Wirkung

Blütenbrandung

Frühlingskrokus

Osterglocken

Frühlingsfrühstück

Das Erwachen der Tulpen

Welcome to the Jungle

Deep Purple

Sicher mag der eine oder andere nun denken: „Jo, sind halt n paar Blumenbilder.“ Die Herausforderung bestand jedoch darin, in den teilweise noch sehr kahlen Beeten die richtige Perspektive und den richtigen Hintergrund zu finden bzw. nicht einfach den offensichtlichen Magnolienbaum in der Mitte zum 100. Mal zu photographieren. Einige Motive hatte ich früher schonmal erfaßt, teils mit mäßigem Erfolg, und ich war sehr glücklich darüber, daß es mir dieses Mal gelungen ist.

Leider konnte ich in den vergangenen Wochen die sich bildende Blütenpracht nicht einfangen, hoffe aber, daß ich diesem Artikel bald ein Update schenken kann. 😊

Wie funktioniert das mit der Schärfentiefe?

Unter Schärfentiefe (Tiefenschärfe ist FALSCH) versteht man den Bereich eines Photos, der scharf abgebildet wird, und zwar, ob nur ein Teil scharf und der Rest „freigestellt“ ist oder ob das gesamte Bild scharf sein soll.

Blende 2.8, 24mm - geringe Schärfentiefe

Blende 2.8, 24mm – geringe Schärfentiefe

Blende 8, 24mm - mittlere Schärfentiefe

Blende 8, 24mm – mittlere Schärfentiefe

Blende 22, 24mm - hohe Schärfentiefe

Blende 22, 24mm – hohe Schärfentiefe

Blende 2.8, 70mm - geringe Schärfentiefe

Blende 2.8, 70mm – geringe Schärfentiefe

Blende 8, 70mm - mittlere Schärfentiefe

Blende 8, 70mm – mittlere Schärfentiefe

Blende 22, 70mm - hohe Schärfentiefe

Blende 22, 70mm – hohe Schärfentiefe

Bei den oben stehenden Bildern ist noch folgendes zu beachten:
Der Abstand zum Motiv war hier sehr gering und betrug nur einige cm. Das hat zur Folge, daß auch bei Blende 8 und sogar bei Blende 22 (@ 70mm) der Hintergrund noch leicht verschwimmt.

Einen Effekt auf die Schärfentiefe haben also:

Blendenöffnung
Brennweite
Entfernung zum Motiv

Gehe ich möglichst nah an das Motiv heran, verschwimmt der Hintergrund eher – erst recht, wenn ich lange Brennweiten benutze (z.B. ab 100mm).

Je weiter ich vom Motiv entfernt bin, desto höher wird auch die Schärfentiefe – so kann es sein, daß es durchaus möglich ist, komplette Landschaften im Weitwinkel offenblendig (bspw. f/1.4) komplett scharf abzubilden.

Standpunkt —————-> Motiv (bei 24mm und f/8 = alles scharf, also Motiv und Hintergrund)
Standpunkt ————> Motiv (bei 24mm und f/8 = Hintergrund wird langsam unschärfer)
Standpunkt ——> Motiv (bei 24mm und f/8 = Motiv ist scharf, Hintergrund unscharf)
Standpunkt —————-> Motiv (bei 200mm und f/8 = Motiv ist scharf, Hintergrund unschärfer)

Das Spiel mit der Schärfentiefe gehört zum absoluten Muß in der Photographie – und jeder macht es gerne, weil es einfach total geil aussieht, wenn das Motiv (egal ob im Vorder-, Mittel- oder Hintergrund) scharf und damit freigestellt ist, der Rest des Bildes aber in Unschärfe verschwimmt.

Zum Schluß noch der Hinweis:
Auch die Sensorgröße hat Einfluß auf die Schärfentiefe. Je kleiner der Sensor, desto schwieriger wird es, ein Objekt freizustellen.

Wer Photographie lernen will, muß sich auf ein Gebiet spezialisieren. Oder?

Gegenfrage: wer lesen lernen will, soll sich auf einen Buchstaben konzentrieren.
Ergibt das einen Sinn? Nein? Ach…

Über dieses Thema gibt im Netz reichlich Meinungen, Artikel, Pamphlete, Weissagungen und vieles mehr. Ich persönlich finde es schlicht und ergreifend schwachsinnig, irgendwann zu sagen: wenn ich in meinem Hobby was erreichen will, dann mach ich ab jetzt nur noch das.

Nun, es schadet sicher nicht, sich anfangs mit etwas bestimmtem auseinander zu setzen und sich erst einmal auf eines zu konzentrieren – wenn einem das aber erkennbar nicht liegt und man es nicht merkt, geht man vielleicht davon aus, daß Photographie insg. nichts für einen ist, obwohl andere Gebiete vielleicht mehr Spaß machen – wer weiß?

Wer sich denkt: „Hm, Häuser laufen nicht weg, die knipse ich jetzt erst einmal ein paar Monate lang…“ – nun, der kann vielleicht gleich richtig daneben greifen. Entweder die Ergebnisse sind nix und werden auch nicht besser und man läßt es dann bleiben oder man ist irgendwann davon einfach angeödet und meint, überall wäre es genauso.

Ich persönlich finde es spannender, sich mit Grundregeln zu befassen, wie dem korrekten Bildaufbau und dergleichen. Denn letztlich folgt jedes Sujet im Großen und Ganzen den gleichen Regeln. Und wer sagt denn, daß man gefälligst nur eines machen darf, wenn man Lust auf alles hat?

Mir geht es immer so: wenn ich 4x hintereinander Landschaften abgelichtet habe, dann können die noch so schön sein und es kann noch so viel Spaß gemacht haben, aber dann will ich meistens ziemlich schnell etwas ganz anderes photographieren.
So erging es mir jetzt auch wieder. Ein paar Mal draußen in der „Wildnis“ – und auch einmal: Hey, die blöde Blitzanlage liegt seit nem halben Jahr nur rum… ich will jetzt endlich mal wieder ein Portrait schießen.

Im Dezember ging es mir auch so – dauernd dies und das… und dann die Stuttgarter Stadtbibliothek!! Das war auf einmal etwas ganz anderen und hat Spaß gemacht ohne Ende.

Architektur, Menschen, Landschaften, Skylines, Tiere, Flugzeuge, Sport, Konzerte… es gibt so viel zu entdecken, was einen begeistern kann: warum nicht einfach alles ausprobieren und das tun, was einem Spaß macht? Genau.

Also: haut rein 🙂

——–

Flying

Banana

Heiliger Sand

Fairy Tale Forest

The Book Dungeon

Dawedda VIII

Mundatstein & Vogelhaus

La Grande Arche II

Weihnachtszeit

Back in Black

Mannheim Friedrichsplatz

Decisions

Schmetterling

Vorher – Nachher: warum ein RAW-Converter bzw. die EBV so wichtig ist

Anbei zwei Aufnahmen, die zeigen, was man aus einem Bild noch rausholen kann, wenn man sich mit der Elektronischen Bildverarbeitung befaßt.

Und nein: das ist kein „Schummeln“, sondern auf digitalem Wege das, was man früher genauso (nur viel zeit- und materialraubender) in der Dunkelkammer gemacht hat.

KLICK MICH

Adobe Photoshop Lightroom 5 WIN & MAC

Stative: was muß ich beim Kauf beachten?

Das wichtigste: es muß stabil sein, also stabil stehen. Dazu muß es hinreichend gut konstruiert und entweder aus Metall und/oder Carbon sein. Plastikmüll bitte stehen lassen.

Wenn man eine etwas größere Kamera hat mit einem evtl. größeren Objektiv (bspw. eine Sony A77 + Sigma oder Tamron 70-200mm), dann erreicht diese Kombination schnell drei Kilogramm. Das hört sich erst einmal nicht nach viel an, kann auf einem Stativ bei bspw. etwas Wind schnell wackeln, wenn der Unterbau selbst nicht wirklich fest steht. Das gilt besonders auf nicht befestigtem Untergrund oder auf hohen Gebäuden.

Dann gilt es, darauf zu achten, daß die Mittelsäule (die idR ausfahrbar ist) eben nicht unbedingt zum Arbeiten ausgefahren werden muß. Denn dadurch entsteht wieder eine Instabilität. Man muß beim Kauf also darauf achten, ein Stativ zu kaufen, daß eine der eigenen Körpergröße angemessene Arbeitshöhe hat.

Wichtig: bei den meistens hochwertigeren Stativen, wird der notwendige Stativkopf mit Wechselplatte nicht mitgeliefert. Das hat den einfachen Grund, daß diese idR sehr hochwertig verarbeitet sein müssen und den verschiedenen Anwendungsbereichen Rechnung tragen sollen.
Man unterscheidet normalerweise zwischen einem sog. Dreiwegekopf und einem Kugelkopf.

Dreiwegeköpfe werden von Videofilmern bevorzugt, Kugelköpfe von Photographen, den beim Videodreh ist es notwendig vor allem immer nur eine Achse möglichst ruckelfrei bedienen zu können (bspw seitwärts oder auf und ab), wohingegen der Photograph seinen Winkel vorab wählt und die Kamera dann arretiert.

Manchmal werden aber auch passende Kombinationen angeboten, also Stativ + Kopf. Die Wechselplatte ist ein Teil des Kopfes und wird an die Kameraunterseite in ein eigens dafür vorgesehenes Gewinde geschraubt. Dort bleibt sie dann auch – bei mir immer – so kann man die Kamera immer schnell zum Transport per Klickhebel vom Stativ lösen und bei der nöchsten Aufnahme wieder draufstecken.

Als Richtwert kann man sagen, daß ein Stativ mind. ca. 2 kg wiegen sollte. An manchen Stativen kann man zur Stabilisierung an der Mittelachse auch noch zusätzliche Gewichte anbringen.

Grundsätzlich unterscheidet man bei Stativen das sog. Dreibeinstativ und das Einbeinstativ; bei letzterem gibt es Geräte mit und ohne stabilisierendem Fuß.

Ist man viel zu Fuß, bspw in der Natur unterwegs, kann ein Einbein sehr hilfreich sein, sofern man stets gutes Licht hat.
Speziell für Wanderer etc gibt es auch leichtere Stative mit einem platzsparenden Packmaß – hier aber dann eben mit den entsprechenden Nachteilen, da weniger Gewicht eben auch weniger Stabilität bedeuten kann.

Auch gilt grundsätzlich: am Stativ sollte man nicht sparen. Zwar ist das Hobby im Grunde schon teuer genug, jedoch hat man wenig davon, wenn man mit der teuren Kamera nur verwackelte Bilder produziert.
Unter 80 oder 100 Euro findet man meines Wissens nichts brauchbares und auch dann nur Kompromisse.
Ich selbst nutze seit gut 7 Jahren ein mittelmäßiges Bilora Professional 1120. Kein besonders gutes Stativ, aber auch kein Schrott, und es hat seinen Zweck für 80/90 Euro bislang sehr gut erfüllt. Das Stativ gab es damals inkl Dreiwegekopf.

Ich persönlich mag es lieber, wenn Schnellverschlüsse an den Teleskopbeinen sind, die Drehberschlüsse finde ich lästig. Auch nicht unwichtig: Spikes. Bei vielen Stativen kann man die Gummifüße ein wenig reinschrauben, sodaß Metallspitzen zum Vorschein kommen, die einem auf Naturboden mehr Halt heben.

Abschließend nun noch einige Hersteller, die für Qualität bekannt sind und die auch mir bekannt sind… es gibt bstimmt mehr…

Manfrotto
Gitzo
Benro
Bilora
Cullmann
Rollei
Togopod