Lektion: Immer wieder dasselbe. Nur anders.

Neulich habe ich etwas gelernt. Da ich derzeit – aus persönlichen Gründen – ziemlich eingeschränkt bin, konnte ich in den vergangenen Monaten nicht wirklich viel in Sachen Photographie unternehmen. Da ich also auf die nächste Umgebung eingeschränkt bin, ergab es sich, daß ich eine wichtige photographische Lektion erproben konnte. Bei mir in Weinheim gibt es den botansichen Garten Hermannshof. Eine wirklich sehr schöne Gartenanlage, die ganzjährig gepflegt wird und vor allem im Frühling und im Sommer eine fast wöchentlich wechselnde Bepflanzung bietet, d. h. es blüht, wächst und gedeiht in den unterschiedlichsten Formen und Farben. Ein perfektes Ziel. 

Die Lektion besteht darin, nicht immer an allem vorbei zu rennen und nach dem nächsten, offensichtlichen Motiv Ausschau zu halten, sondern an mehreren Tagen ein- und denselben Ort wieder zu besuchen, um neue Perspektiven zu erforschen.

Ich war insgesamt 6 oder 7 Mal innerhalb von 3 bis 5 Wochen dort; und nicht immer hatte ich (vom iPhone abgesehen) eine Kamera dabei. Und was soll ich sagen? Ich war bestimmt schon dutzende Male in der Vergangenheit dort, aber jetzt, da ich mal richtig um diesen Ort gekümmert habe, hatten sich tatsächlich immer neue Blickwinkel und Motive in verschiedensten Perspektiven gezeigt, die mir auf einmal nie aufgefallen wären. Und sobald ich wieder die Möglichkeit dazu habe, werde ich mit dieser Methode genau dort weiter an meinen Fertigkeiten arbeiten. Eine Idee habe ich schon, die ich umsetzen möchte.

Unterwegs war ich mit der Sony A7 II, dem Sony/Zeiss FE 55mm f/1.8, dem Minolta AF 100mm f/2.8 und dem Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS.

Hier nun einige Eindrücke:

Schneeglöckchen

Japanische Schweifähre

Gemeinsames Erblühen

Vor der Blüte

Park-Platz Nr. X

Am Mammutbaum

Kleine Pfade, große Wirkung

Blütenbrandung

Frühlingskrokus

Osterglocken

Frühlingsfrühstück

Das Erwachen der Tulpen

Welcome to the Jungle

Deep Purple

Sicher mag der eine oder andere nun denken: „Jo, sind halt n paar Blumenbilder.“ Die Herausforderung bestand jedoch darin, in den teilweise noch sehr kahlen Beeten die richtige Perspektive und den richtigen Hintergrund zu finden bzw. nicht einfach den offensichtlichen Magnolienbaum in der Mitte zum 100. Mal zu photographieren. Einige Motive hatte ich früher schonmal erfaßt, teils mit mäßigem Erfolg, und ich war sehr glücklich darüber, daß es mir dieses Mal gelungen ist.

Leider konnte ich in den vergangenen Wochen die sich bildende Blütenpracht nicht einfangen, hoffe aber, daß ich diesem Artikel bald ein Update schenken kann. 😊

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DPI & PPI, DIN-Formate und Druckgrößen

Es ist soweit, es gibt einen weiteren kleinen Artikel zum Thema Photos drucken. 🙂

Viele sind sicherlich das eine oder andere Mal verwirrt, wenn es um die sog. „DPI“ geht und können damit nicht wirklich etwas anfangen. Druckereien und viele andere (selbsternannte) Experten kommen, wenn es darum geht, ein Poster zu drucken idR mit dem Satz daher: „Bitte liefere mir eine druckfähige Datei mit 300 DPI.“

Hä?

Genau.

Also: „DPI“ bedeutet „Dots per Inch“ oder auf Deutsch „Punkte pro Zoll“ und beschreibt nichts anderes als eben die gedruckten Farbpunkte pro Zoll auf einem Blatt Papier. Je mehr Punkte pro Zoll, desto hochauflösender ist der Druck, desto weniger sieht man vom Druckraster.
Ähnlich sieht es dann bei den sog. „PPI“ aus – das sind die „Pixel per Inch“ oder eben die „Pixel pro Zoll“. Auch hier gilt: je mehr Pixel, desto höher die Auflösung.

Der Unterschied liegt darin: Pixel sind es auf dem Monitor/in der Kamera, und Punkte auf dem Drucker/dem Blatt Papier.


(Bildquelle: Wikipedia.de)

1:1 umrechnen kann man das eigentlich nicht, der Unterschied ist aber für hier uns heute marginal und soll uns nicht weiter verwirren. Wir nehmen jetzt einfach mal an, daß DPI und PPI im Grunde dasselbe sind.

Die Anzahl an DPI/PPI läßt keine dezidierten Rückschlüsse auf irgendeine Qualität zu, wir können damit lediglich bestimmen, wie groß wir drucken können, respektive wie weit wir vom Bild entfernt sein müssen, um das Pixel- oder Druckraster nicht mehr erkennen zu können.

Wikipixel
(Bildquelle: Wikipedia.de)

Man kann auch niedriger aufgelöste Motive größer drucken mittels sog. Skalierung, wobei dann eine Interpolation stattfindet. Will ich ein Bild vergrößern, muß ich die Anzahl der Punkte evtl. ebenfalls erhöhen – Programme wie Photoshop können hier benachbarte Pixel klonen. Das funktioniert ggf im kleinen Rahmen ganz gut, stößt aber echt schnell an seine Grenzen.
Beim skalieren/vergrößern verringert sich die Anzahl der DPI/PPI!!
Soll heißen: vergrößere ich ein Bild das bei A4 300 PPI hat auf A1 kommen am Ende vll. 120 PPI raus. Umgekehrt verkleinert sich das Bild, wenn ich aus 300 DPI 400 DPI mache, weil mehr Pixel auf einem Zoll untergebracht werden müssen.

Dpi_ppi
(Bildquelle: Wikipedia.de)

Wenn wir ein Photo aufgenommen haben und bearbeiten es anschließend zB in Lightroom oder Capture One, dann wollen wir es irgendwann exportieren. Druckereien sagen zwar oft, sie wollen PDFs oder TIFFs, eine JPEG genügt aber idR völlig. Ich drucke alle meine Bilder als hochauflösende JPEG und habe keinerlei Probleme damit.

Hochauflösend? Ja, da sind wir wieder beim Thema: beim Export stelle ich in Lightroom & Co. dann ein, mit viel DPI/PPI das Bild gespeichert werden soll. Wie groß das Bild dann letztlich ist (also von der cm-Abmessung her), wird durch die Anzahl der Pixel des Bildes bestimmt (Megapixel).

Interessant ist hierbei, sich einmal zu vergegenwärtigen, welche Blattformate es gibt.
Hier einmal die gängigen DIN-Formate bei einem Bildverhältnis von 4:3

Dabei ist DIN A0 das größte – die Fläche eines solchen Posters beträgt ca. 1 Quadratmeter oder 9933 x 14043 Pixel bei 300 DPI/PPI.
Daraus folgt: wenn Ihr ein Photo in der Größe von ca. A0 bei 300 DPI ausdrucken wollt, braucht Ihr eine Kamera mit einem Sensor, der 139.489.119 Pixel liefert oder eben knapp 140 Megapixel.

Bei der Berechnung braucht Ihr also nur die Kantenlängen und die PPI. Bitte dabei nicht vergessen, daß es weitere Bildformate gibt, wie:
3:2
16:9
usw.

Olympus und andere Hersteller nutzen das sog. mFT-Format (Micro Four Thirds); hier ist das Bildformat im Namen schon enthalten: 4:3. Vollformatkameras und solche mit APS-C-Sensor haben idR ein Bildformat von 3:2.
16:9 ist bspw. ein Breitbild-TV.
Natürlich kann man im Bildbearbeitungsprogramm oder RAW-Konverter seine Aufnahmen auf jedes beliebige Format zuschneiden (croppen).

Ausgehen von den o. g. Beispiel mit 140 Megapixel schauen wir jetzt mal, was heutige Kameras so alles an Auflösung liefern. Die 140 Megapixel sind derzeit eigentlich nur im Mittelformat anzutreffen, weil die extrem großen Sensoren eine solche Pixelanzahl eher zulassen, als kleinere Sensoren. Denn je größer die Pixeldichte wird, desto eher muß man mit Verlusten bei der Bildqualität rechnen (Bildrauschen etc.) – die Kameras und Sensoren werden aber diesbezüglich immer besser.

Eine Canon EOS 5Ds(r) hat 50 Megapixel. Die Bildgröße beträgt 8.688 Pixel x 5.792 Pixel.
Bei 300 DPI wäre DIN A1 7016 x 9933 und DIN A2 4961 x 7016. Die Canon mit ihren 50 Megapixel liegt also irgendwo dazwischen.
DIN A1 entspricht von der Größe her übrigens einem Standard-Großformat-Poster (meistens mit einer Kantenlänge von 90×60 cm).

Eine Sony A7r II löst mit 42 Megapixeln auf. Das sind 7.952 × 5.304 Pixel. Das liegt zwischen A2+ und A3 bei 300 DPI (4961 x 7016 bzw. 3508 x 4961).

Eine Kamera mit 24 Megapixeln produziert Dateien mit 6000 x 4000 Pixeln. Geht immer noch für A3+.

Eine Kamera mit 12,2 Megapixeln (Sony A7s) hat 4240 x 2832 Pixel. Bei 300 DPI ist das ca. DIN A4.

Kommen wir nun wieder zur spannenden Frage: muß ich dann eine Kamera haben, die 50 Megapixel hat, um DIN A1 drucken können?
NEIN!!
Es ist so: je mehr Pixel auf dem Sensor sitzen und je besser das Objektiv ist, das auf der Kamera sitzt, desto besser und hochauflösender sind die Dateien, desto weiter kann ich skalieren und interpolieren ohne Verluste und desto detailreicher ist das Motiv (nicht notwendigerweise besser). Dabei sollte der Sensor möglichst groß sein. Also erst einmal nicht die Auflösung, sondern tatsächlich die physikalische Größe. Aus einem winzigen 1“-Sensor mit 50 Megapixel (nur ein Bsp., ich glaube, das geht gar nicht) kommt mit ziemlicher Sicherheit nur Matsch raus.

Wie ich an anderer Stelle schon einmal beschrieben habe, habe ich auch schon 12 Megapixel bei 300 DPI auf ca. A1 gedruckt und das Ergebnis sieht super aus. Eben weil man vor einem solch großen Bild nicht mit der Nase dranpappt und Pixel zählt – man will das Motiv auf sich wirken lassen und dazu braucht man Abstand. Es gibt freilich Motive und Photos auf denen es ggf bestimmte Dinge zu entdecken gibt, da ist es durchaus hilfreich, wenn man viele MP hat, weil man dann nah ans Bild ran möchte. Das ist aber sehr selten der Fall.

Wer über typische Photos für ein Album oder Photobücher bis A3 nicht hinauskommt, der braucht so etwas überhaupt nicht, weil man die feinen Details selbst bei minimalem Betrachtungsabstand von nur einigen cm gar nicht erkennen kann. Egal, ob nun mit 1.000 Megapixeln oder mit 3 Megapixeln aufgenommen (übertrieben dargestellt).

Wer sich normale Photoabzüge macht, dem reichen in der Tat wenige Megapixel. Und selbst A4-Photobücher verlangen nach wenig mehr als 10 MP. Wer also meint, er braucht unbedingt eine Kamera mit 40, 50 oder noch mehr Pixeln, der braucht das evtl. zum croppen, weil das Motiv es verlangt (oder er kann nicht photographieren und versaut immer wieder den Bildausschnitt), oder eben, weil er montrös groß drucken will, nämlich jenseits von A1 und A0.
Bedenket: selbst sog. Billboards an Häuserwänden haben oft nicht mehr als ein paar MP bzw. nur 72 DPI. Weil es auf die Entfernung einfach scheißegal ist. Wer sich 50 MP kauft, um die Photos im Netz zu posten oder um die Bilder in kleine Alben zu pappen, hat Geld verschwendet. Und zwar nicht zu knapp.

Wie funktioniert das mit der Schärfentiefe?

Unter Schärfentiefe (Tiefenschärfe ist FALSCH) versteht man den Bereich eines Photos, der scharf abgebildet wird, und zwar, ob nur ein Teil scharf und der Rest „freigestellt“ ist oder ob das gesamte Bild scharf sein soll.

Blende 2.8, 24mm - geringe Schärfentiefe

Blende 2.8, 24mm – geringe Schärfentiefe

Blende 8, 24mm - mittlere Schärfentiefe

Blende 8, 24mm – mittlere Schärfentiefe

Blende 22, 24mm - hohe Schärfentiefe

Blende 22, 24mm – hohe Schärfentiefe

Blende 2.8, 70mm - geringe Schärfentiefe

Blende 2.8, 70mm – geringe Schärfentiefe

Blende 8, 70mm - mittlere Schärfentiefe

Blende 8, 70mm – mittlere Schärfentiefe

Blende 22, 70mm - hohe Schärfentiefe

Blende 22, 70mm – hohe Schärfentiefe

Bei den oben stehenden Bildern ist noch folgendes zu beachten:
Der Abstand zum Motiv war hier sehr gering und betrug nur einige cm. Das hat zur Folge, daß auch bei Blende 8 und sogar bei Blende 22 (@ 70mm) der Hintergrund noch leicht verschwimmt.

Einen Effekt auf die Schärfentiefe haben also:

Blendenöffnung
Brennweite
Entfernung zum Motiv

Gehe ich möglichst nah an das Motiv heran, verschwimmt der Hintergrund eher – erst recht, wenn ich lange Brennweiten benutze (z.B. ab 100mm).

Je weiter ich vom Motiv entfernt bin, desto höher wird auch die Schärfentiefe – so kann es sein, daß es durchaus möglich ist, komplette Landschaften im Weitwinkel offenblendig (bspw. f/1.4) komplett scharf abzubilden.

Standpunkt —————-> Motiv (bei 24mm und f/8 = alles scharf, also Motiv und Hintergrund)
Standpunkt ————> Motiv (bei 24mm und f/8 = Hintergrund wird langsam unschärfer)
Standpunkt ——> Motiv (bei 24mm und f/8 = Motiv ist scharf, Hintergrund unscharf)
Standpunkt —————-> Motiv (bei 200mm und f/8 = Motiv ist scharf, Hintergrund unschärfer)

Das Spiel mit der Schärfentiefe gehört zum absoluten Muß in der Photographie – und jeder macht es gerne, weil es einfach total geil aussieht, wenn das Motiv (egal ob im Vorder-, Mittel- oder Hintergrund) scharf und damit freigestellt ist, der Rest des Bildes aber in Unschärfe verschwimmt.

Zum Schluß noch der Hinweis:
Auch die Sensorgröße hat Einfluß auf die Schärfentiefe. Je kleiner der Sensor, desto schwieriger wird es, ein Objekt freizustellen.

Für absolute Anfänger: was ist was an der neuen Kamera?

Die Kamera
Ok, übertreiben wir es nicht, ich gehe davon aus, daß jeder, der sich eine Kamera kauft, auch weiß, daß er eine gekauft hat und in etwa weiß, was man damit so macht. 😀
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Das Objektiv
Das Objektiv ist das Auge der Kamera. Es fängt das Licht und bündelt es in mehreren Linsen, die es dann auf den lichtempfindlichen Bildsensor in der Kamera werfen und so das digitale Bild erzeugen, das vom Bildprozessor verarbeitet, im Sucher angezeigt und auf der Speicherkarte gesichert wird. Bei klassischen und digitalen Spiegelreflexkameras nimmt das Licht bzw. das Bild einen Umweg über ein Prisma, um im Sucher ein Bild zu erzeugen.
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Der Sucher
Der Sucher sitzt idR am hinteren oberen Ende der Kamera (das kleine „Fenster“ zun durchgucken). Es gibt elektronische und optische Sucher, und manchmal gar keine, sondern nur das Display auf der Rückseite der Kamera. Durch den Sucher betrachtet man das Bild, das von Objektiv, ggf Spiegel und/oder Sensor erzeugt wird.
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Die Brennweite
Als Brennweite bezeichnet man den Abstand zwischen einer Linse (im Objektiv) und dem Brennpunkt (ganz ähnlich wie bei einer Lupe und einem dem Feuertod geweihten Objekt am Boden). Die Brennweite wird auf dem Objektiv in mm angegben und zeigt einem, ob man ein Objekt nah heranholen kann oder eher von weiter weg photographiert. Kurze Brennweiten (z. B. 17mm, 24mm oder 35mm) bezeichnet man als Weitwinkel, man bekommt also viel auf das Bild. Lange Brennweiten (z. B. 100mm, 200mm oder 500mm) bezeichnet man als Teleobjektiv (wie beim Teleskop, was „fern sehen“ bedeutet); man holt mit einem Tele also Objekte näher heran, bekommt aber weniger auf das Bild (vom gleichen Standort aus). Als Standardbrennweite bezeichnet man die 50mm, denn bei diesem Bildwinkel entspricht die Aufnahme in etwa dem, was das menschliche Auge sieht. Die Brennweitenbezeichnungen gelten i.Ü. hauptsächlich für das sog. „Kleinbild“ bzw. „Vollformat“, also einer Sensorgröße, die in ihren Abmessungen etwa denen des alten 35mm-Films entspricht.

Focal-length“ von HenrikEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Die Blende
Wenn das Objektiv das Auge ist, ist die Blende die Iris. Mit ihr reguliert man den Lichteinfall, also die Menge an Licht, die auf den Sensor treffen soll. Die Blende wird in Zahlen und zusätzlich oft mit dem Buchstaben „f“ angegeben (z. B. f = 2.8 oder f/1.4, manchmal auch in der Form 1:2.8). Eine kleine Blendenzahl (z. B. f/2.8) gibt an, daß die Blende weit geöffnet ist und viel Licht durchläßt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer hohen Lichtstärke. Dementsprechend bezeichnet eine große Blendenzahl (z. B. 22) eine kleine Blendenöffnung. Es kommt also weniger Licht durch. Die Blende sitzt am hinteren Teil des Objektivs und besteht aus sog. Lamellen. Heute üblich ist die Angabe der Blendenreihe in Drittel-Blendenstufen; die ganzen Stufen sind: 1 – 1.4 – 2 – 2.8 – 4 – 5.6 – 8 – 11 – 16 – 22 – 32
Lenses_with_different_apetures
Lenses with different apetures“ von KoeppiKEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

ISO
Das Kürzel steht eigentlich für „International Organization for Standardization“ (Internationale Organisation für Normung). Mit dem Kürzel meint der Photograph die Angabe der Filmempfindlichkeit nach der ISO-Norm 5800. Zu analogen Filmzeiten gab dieser Wert auf einer Filmrolle an, ob bei gleichen Einstellungen kürzer belichtet werden kann. Die Werte für die Lichtempfindlichkeit bei Film wurden bei digitalen Sensoren übernommen; die chemischen und elektronischen Prozesse haben aber nichts miteinander zu tun. Man kann sich folgendes merken: kleine ISO-Zahl = geringe Lichtempfindlichkeit = geringe Bildfehler (sog. „Rauschen“); hohe ISO-Zahl = hohe Lichtempfindlichkeit = viele Bildfehler. Man kann sich auch merken: eine volle ISO-Stufe entspricht einer kompletten Blendenstufe. Bsp.: benötigt man für eine Aufnahme eine Blende größer als f/4, weil man mehr Licht für eine korrekte Belichtung der Aufnahme braucht, kann man (zB) die ISO-Empfindlichkeit von 200 auf 400 erhöhen, was einer Blende von 2.8 entspricht. Dies bedeutet, daß man bei gleicher Lichtmenge und gleicher Blendenöffnung nicht länger belichten muß. Heute übliche ISO-Werte sind: 50, 100, 200, 400, 800, 1600, 3200, 6400, 12800, 25600, 51200, 102400, 204800, 409600.

Die Belichtungszeit
Neben ISO und Blende entscheidet als drittes Element die Belichtungszeit über das Ergebnis unseres Lichtbildes. Je länger wir belichten, desto mehr Licht wird gesammelt. Auch hier gilt: eine Verdoppelung der Belichtungszeit entspricht einer kompletten Blende bzw einer kompletten ISO-Stufe. 1/30 Sekunde läßt doppelt so viel Licht rein, wie eine 1/60 Sekunde. Die Belichtungszeit gibt also an, wie lange der Kameraverschluß offen bleiben soll.

Bildrauschen
Als Bildrauschen (oder auch Farbrauschen oder nur Rauschen, manchmal auch Körnung oder nur Korn) bezeichnet man eine bestimmte Art von Bildstörung. Sie kann bspw. bei langen Belichtungszeiten oder vor allem auch bei der Wahl von sehr hohen ISO-Werten auftreten.
6400

Der Auslöser
Nun, der Auslöser ist schlicht und ergreifend der kleine Knopf, der beim Drücken das Bild schießt, die Aufnahme also auslöst und damit den Belichtungsvorgang startet.

Der Verschluß/-vorhang
Man kann sich das ganze wie ein Theaterstück vorstellen. Zuerst ist der Vorhang offen und die Bühne leer. Das Skript sagt, was passieren und wie das Bühenbild aussehen soll. Man zieht an den Seilen… der Vorhang fällt, die Bühne wird mit Personen befüllt, der Vorhang hebt sich, alles erstrahlt im Licht, der Vorhang fällt wieder. Das Bild ist im Kopf. So ähnlich funktioniert auch der Kameraberschluß: man wählt einen Bildausschnitt, legt ISO, Blende und Belichtungszeit fest und drückt den Auslöser. Der Verschluß gibt den Sensor frei, Licht fällt, der Verschluß schließt sich, das Bild ist gemacht.
Interessant dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlitzverschluss

Das Bajonett
Das Bajonett ist die Verbindung zwischen Objektiv und Kamera, also quasi das Schraubgewinde (Mutter und Schraube – wobei die Kamera die Mutter und das Objektiv die Schraube ist… oder so) – jeder Hersteller hat hier sein eigenes Bajonett (oder gleich mehrere pro Hersteller), was ziemlich schade ist. Eine Normierung wäre hier gar nicht mal blöd – würde aber vielleicht auch der einen oder anderen Entwicklung im Wege stehen. Auf jeden Fall hat das Kochen der eigenen Süppchen zur Folge, daß man vor allem beim Kauf von Objektiven eines Dritthersteller ganz besonders aufpassen muß, auch dasjenige mit dem korrekten Anschluß zu kaufen – also bspw. ein Tamron mit einem Anschluß für Canon, Nikon oder Sony etc.; Bekannte Bajonette (oder auch enlg.: Mounts) sind bspw.: Canon EF & EF-S, Nikon F, Sony A & E, Fujifilm X, Leica M

Das Zoomobjektiv
Ein Zoom-Objektiv zoomt… überrascht nicht wirklich, eh? Man kann mit einem Zoomobjektiv also mehrere Brennweiten auf einmal abdecken (bspw. 24mm bis 70mm oder 70mm bis 200mm).

Das Teleobjektiv
Ein Teleobjektiv ist ein Objektiv mit einer festen Brennweite, die dazu da ist, weiter entfernt Objekte näher abzubilden. Man spricht hier von kleinen, mittleren und großen Telebrennweiten, als z. B. 70mm, 135mm und 300mm.

Die Festbrennweite
Die Festbrennweite ist, wie der Name schon sagt, ein Objektiv mit einer festgelegten Brennweite – man kann also nicht zoomen. Übliche Festbrennweiten sind z.B.: 24mm, 35mm, 50mm, 70mm, 100mm, 135mm, 200mm, 300mm, 400mm, 500mm

Das Weitwinkelobjektiv
Das Weitwinkelobjektiv ist ebenfalls wie das Teleobjektiv eine Festbrennweite, bildet aber einen weiteren Bereich ab, man bekommt also mehr auf das Bild. Man benutzt diese Objektive üblicherweise in der Landschafts- und Architekturphotographie. Klassische Weitwinkelbrennweiten sind demnach z.B. 24mm, 28mm, 35mm

Das Ultraweitwinkelobjektiv
Ein Ultraweitwinkel bildet noch weiter ab und ist manchmal auch als Fisheye erhältlich.

Das Makroobjektiv
Makroobjektive sind für Nahaufnahmen gedacht und sind idR in Brennweiten um die 100mm erhältlich – es gibt auch welche mit 50mm und 180mm etc.

Das Normalobjektiv
Das Normalobjektiv bzw die Standardbrennweite bildet in etwa das Sichtfeld des menschlichen Auges ab und hat ca. 50mm.

Kombinationen
Aus den o. g. Beispielen lassen sich z.B. Kombinationen bilden:
Weitwinkel-Zoom (z.B. 16-24mm), Standard-Zoom (24-70mm), Tele-Zoom (70-200mm)

Die Schärfentiefe
Die Schärfentiefe beschreibt, von wo bis wo ein Objekt auf dem Bild scharf abgebildet wird. Nimmt man bspw. ein Portrait auf (also z.B. den Kopf eines Modells), dann möchte man idR, daß der Kopf scharf, der Hintergrund aber unscharf abgebildet wird. Dieses Verhältnis von Schärfe und Unschärfe bezeichnet man als Schärfentiefe, also von wo bis wo beim Blick in die Tiefe des Bildes scharf abgebildet wird – wenn sich das Objekt vom Hintergrund durch seine Schärfe abhebt, spricht vom „Freistellen“ des Objekts und einer geringen Schärfentiefe. Soll dagegen möglichst alles auf einem Bild scharf sein, also Vorder- und Hintergrund (so, wie man es üblicherweise bei Landschaften haben möchte), spricht man von einer großen Schärfentiefe. Der oftmals ebenfalls verwendete Begriff „Tiefenschärfe“ meint das gleiche, ist aber falsch.
Bild 1 zeigt eine geringe Schärfentiefe, Bild 2 eine große Schärfentiefe:
Gras

Schöne Aussicht III

Bild 1 wurde aufgenommen mit einer 100mm Festbrennweite (einem Makro-Objektiv); Bild 2 wurde aufgenommen mit einem Weitwinkel-Zoom-Objektiv (17-35mm).

Grundsätzlich erzielt man eine geringe Schärfentiefe mit offener Blende (also kleiner Blendenzahl) und/oder einer geringen Entfernung zum Objekt. Eine höhere Schärfentiefe wird idR erreicht durch ein (schrittweises) schließen der Blende (z.B. „abblenden“ auf f/8, f/11 oder f/16). Lesenswert hierzu: https://de.wikipedia.org/wiki/Schärfentiefe

Und wie hängt das alles nun zusammen?
Tja, das ist der Gag bei der Sache 😀
Und das würde jetzt auch ausarten… aber kurz soviel:
Wer schnelle Objekte einfangen und deren Bewegung einfrieren möchte, der braucht sehr kurze Belichtungszeiten (zB 1/4000 Sekunde). Um solche Belichtungszeiten zu ermöglichen, muß man idR die Blende öffnen, damit genug Licht einfällt. Und hier kommen wir zu einem der wichtigsten Dinge in der Photographie: dem Belichtungsdreieck.

Diese drei Dinge hängen bei der korrekten Belichtung eines Bildes zusammen:
ISO
Brennweite
Belichtungszeit

Beispiele:
Schließe ich die Blende, verlängert sich die Belichtungszeit – ich muß dann den ISO-Wert erhöhen.
Verkürze ich die Belichtungszeit, muß ich ggf die Blende öffnen oder den ISO erhöhen.
Öffne ich die Blende, kann ich die Belichtungszeit verkürzen oder den ISO-Wert verringern.
usw.

——–

So. Ich hoffe, der Beitrag hilft einigen, die zum ersten Mal die Kamera in die Hand nehmen. Wichtig ist, daß man sich intensiv mit dem Handbuch seiner Kamera beschäftigt und natürlich diesen Blog liest 😀
Wenn irgendwo Fehler im Text sind: einfach einen Kommentar abgeben – nobody’s perfect 😉

How-to: Cross Processing mit Lightroom

Was ist Cross Processing?

Cross Processing (oder auch Crossentwicklung oder X-Pro) ist ein Begriff aus den Tagen der Analog-Photographie und bezeichnet die sog. Umkehrentwicklung eines Negativ- oder Positivfilms.
Mit der Crossentwicklung wird versucht, besonders starke Farben und hohen Kontrast herzustellen.
Das Verfahren erlebt derzeit in der digitalen Photographie eine Renaissance bei der Entwicklung von RAW-Dateien in entsprechenden Konvertern oder Bildbearbeitungsprogrammen.
Hier ein Beispiel, wie eine Cross-Entwicklung aussehen kann:
JPEG aus einer RAW direkt entwickelt, ohne Bearbeitung.

JPEG aus einer RAW direkt entwickelt, ohne Bearbeitung.

JPEG aus einer RAW - cross processed

JPEG aus einer RAW – cross processed

Hier soll nun gezeigt werden, wie man ein solches Ergebnis in Lightroom erreichen kann. Die Vorgehensweise sollte in anderen Programmen ähnlich funktionieren (bspw. Photoshop, DxO Optics Pro, GIMP etc.).
Normalerweise beginnt man in Lightroom damit, Farbtemperatur, Kontrast, Belichtung und Klarheit etc anzupassen. Zuvor hat man sich idR schon entschieden, ob das Motiv farbig oder schwarz-weiß entwickelt werden soll.
Die wichtigste Bearbeitungsstufe ist auch die, mit der man beim Cross Process beginnt: Gradationskurve.
Wichtig ist, daß die Gradationskurve auf „linear“ steht. Klickt man hier auf die kleine Schaltfläche rechts unten, erhält man Zugang zu den einzelnen Farbkanälen rot, grün und blau, die man nun Schritt für Schritt einzeln anpaßt (–> Punktkurve bearbeiten).
Gradationskurven bearbeiten

Gradationskurven bearbeiten

Punktkurve bearbeiten

Punktkurve bearbeiten

Für jede der drei Farben wird ein Histogramm angezeigt. Rechts liegen die hellen Bereiche, links die dunklen. Man zieht nun die Linie an drei Punkten so (Höhen, Mitten, Tiefen), daß eine s-förmige Kurve entsteht. Hier muß, man spielerisch vorgehen, bis man den Effekt erreicht hat, den man möchte.
Anschließend geht man auf RGB zurück und paßt allgemein Höhen, Tiefen und Kontraste an. Den  linken Bereich zieht man an der linken Seite soweit nach oben, bis einem der Wert zusagt, rechts hieht man ihn nach unten und in der Mitte bildet man wieder das S.
roter Kanal

roter Kanal

blauer Kanal

blauer Kanal

grüner Kanal

grüner Kanal

RGB

RGB

Bsp.: Veränderung im Histogramm:
unbearbeitete Datei

unbearbeitete Datei

bearbeitete Datei

bearbeitete Datei

Jetzt kommt die Teiltonung, die dem Bild am Ende den Old-School-Look gibt. Mit der Pipette kann man zuerst die Lichter und dann die Schatten einfärben und den jeweiligen Kontrast regeln. Zusätzlich läßt sich hier eine Gewichtung auf Lichter oder Schatten regeln (Regler: Abgleich).
Teiltonung

Teiltonung

Anschließend kann man sich um einelne Farbwerte bei HSL bzw. sonstigen Kontrast, Klarheit etc. kümmern.
Farben bearbeiten

Farben bearbeiten

Grundeinstellungen

Grundeinstellungen

Fertig ist das ganze. Dauert nicht lange, macht aber viel Spaß und bringt teilweise sehr sehenswerte Ergebnisse.
Am Ende kann man auch mit der Vignettierung und der Körnung spielen, so man dies möchte.
Beispielphotos mit der unterschiedlichen Bildwirkung:
unbearbeitet

unbearbeitet

schwarz-weiß

schwarz-weiß

cross processed

cross processed

Hat mein einmal eine Einstellung gefunden, kann man sich die diversen Bearbeitungsvorgänge auch als Preset/Vorgabe speichern (Lightroom linke Modulseite) – einfach auf das „+“ klicken, dann werden die Einstellungen unter „Benutzervorgaben“ gespeichert; so kann man die Einstellungen immer wieder für andere Bilder abrufen und bearbeiten:

Vorgaben / Presets

Vorgaben / Presets

Adobe Photoshop Lightroom 5 WIN & MAC

2wielicht Photoguide @ Flickr

Seit gestern gibt es – passend zu diesem Blog – eine Flickr-Gruppe, die sich mit Tipps & Tricks für Anfänger und Amateure beschäftigt.

Die Gruppe richtet sich freilich nicht nur an Leser des Blogs – alle Hobby- und Profifotografen sind herzlich eingeladen, Ihre Werke und Weisheiten mit anderen zu teilen.

Die Gruppe hat aus dem Stand heraus 26 Mitglieder erreicht, was mit sehr freut 🙂

Hier geht es zur Gruppe:
https://www.flickr.com/groups/2710030@N24/

Tipps für die Landschaftsphotographie

Zu Beginn eine kurze Rekapitulation einer kleiner Grundregel, die man immer zu hören bekommt, wenn man nach der richtigen Blendenöffnung für Landschaftsphotographie fragt: Immer die Blende schließen.

Ist das richtig?
Jein.

Zunächst kommt es einmal auf die Linse und dann auf das Motiv an.
Viele Objektive erreichen ihren optimalen Schärfegrad zwischen Blende 8 und Blende 13.
Die Blende für die größtmögliche Schärfentiefe komplett zu schließen (z. B. Blende 22 oder 32 etc., je nach Linse), ist… Schwachsinn. Bei diesen hohen Blendenzahlen kommt es idR zur sog. Beugungsunschärfe. Das sind Bildfehler am Rand der Aufnahme.

Kann man Landschaften auch mit Offenblende ablichten?
Natürlich!!
Aber: hier muß man aufpassen, was sich wo im Bildausschnitt befindet.
Denn: bei der Portraitphotographie nimmt idR offenere Blenden aufgrund der gewünschen geringen Schärfentiefe – aber auch hier nehmen Photographen oft Blenden zwischen 5.6 und 8, weil sie eben nicht nur ein einziges Auge scharf haben wollen, sondern den ganzen Kopf. Wollen sie dann den Hintergrund noch immer unscharf haben, müssen sie hierzu einerseits näher ans Motiv, andererseits müssen sie eine höhere Brennweite wählen und einen möglichst großen Sensor verwenden.

Analog dazu: wenn ich eine Landschaft mit offener Blende ablichten will brauche ich:
– ein Objektiv mit einer sehr guten Abbildungsleistung bei Blende 1.4 bis 2.8
– es dürfen sich keine Objekte im Vordergrund in unmittelbarer Nähe des Photographen befinden. Der Bildaufbau kann dennoch einen Vordergrund, eine Mitte und einen Hintergrund haben, solange sich der Vordergrund außerhalb des Bereiches befindet, in dem die Offenblende dafür sorgen würde, diesen Bereich aus der Schärfentiefe herauszunehmen, also unscharf abzubilden.

So kann man z. B. von einem weit erhöhten Punkt aus durchaus ein weites Tal oder eine Berglandschaft schön scharf aufnehmen, auch wenn die Blende geöffnet ist.
Es kommt immer darauf an, was man mit der Aufnahme erreichen möchte. Befinden sich bspw. im gewählten Ausschnitt/Motiv Dinge, die sich bewegen und die man regungslos einfangen möchte, dann benötigt man viel Licht und sehr kurze Belichtungszeiten. Also bspw. bei Skiläufern.
Also suche ich mir einen weit entfernten Punkt, passe auf, daß keine größeren Objekte zu nah im Vordergrund liegen, öffne die Blende soweit wie notwendig, um die gewünschte Belichtungszeit zu erreichen und schieße so ein scharfes Bild.

Sind die Lichtverhältnisse ohnehin optimal und man hat auch bei mittleren Blendenwerten eine gute Verschlußzeit, spricht nichts dagegen, mit f8 bis f13 zu photographieren, um bezüglich der Schärfentiefe auf der sicheren Seite zu sein. Gibt es auch dann noch kritische Objekte im Vordergrund, die zu unscharf sind, muß man entweder den Kompromiß über die Beugungsunschärfe gehen oder einen Bildausschnitt wählen, bei dem die Ränder ggf vernachlässigbar für den Bildaufbau sind.

Wichtig ist, daß die Belichtung stimmt, die Linse was kann und der Bildaufbau paßt.

Oft kann es nützlich sein, einfach dasselbe Motiv mit unterschiedlichen Einstellungen zu schießen, um zu sehen, wie diese sich auswirken. Hierzu kann man auch wunderbar die Abblendtaste nutzen. Sie sorgt für eine Bildvorschau im Sucher, weil Spiegelreflexkameras das Sucherbild immer mit offener Blende anzeigen, egal, was man einstellt. Die Abblendtaste regelt das dann.